Macht's gut Zombies: Nicht nur die Gegner sind völlig neu, auch das Gameplay hat sich sehr stark gewandelt.
Der Cube am Limit: Spezialeffekte wie im Kino
Resident Evil 4 (dt.)
Da Resident Evil ja mittlerweile auch für Kinogänger ein Begriff ist, verwundert es nicht, dass Capcoms Entwickler so machen Hollywood-Streifen als Inspiration verwendet haben. Allen voran John Carpenters "The Thing" und Sam Raimis "Evil Dead" über Neuheiten wie "Jeepers Creepers" bis hin zu unerwartetem wie "Terminator 2" fühlt sich der Filmfan in diesem Spiel bestens versorgt. Kombiniert mit den serientypischen Schock- und Ekel-Elementen und einer filmreifen Präsentation entsteht eine derart dichte Atmosphäre, dass man sich auch diesen Teil der Serie jetzt schon auf der Leinwand wünscht. Die neue Perspektive erforderte erstmalig eine Umsetzung in vollem 3D, diesmal sind also nicht nur die Charaktere, sondern auch die Hintergründe in astreiner, polygonaler Form realisiert worden. Die sind fast so schön wie die gezeichneten Vorgänger, aber so richtig kommt Resident Evil 4 erst beim Einsatz der spektakulären Spezialeffekte in Fahrt: Ganz besonders hat es uns dabei das Feuer angetan, denn spätestens beim Todeskampf eines "El Gigante" in glühender Lava fühlt man sich sofort an "Terminator 2" erinnert, nur das dies hier um ein vielfaches realistischer aussieht als damals im Film. Detailverliebte Spielereien wie im Wind wehende Vorhänge oder mehr als echt wirkendes Licht, das durch blutverschmierte Fenster fällt gehören genauso mit dazu wie die fantastische Arbeit in Sachen Animation, Architektur und Texturdesign. Dieses glänzt noch dazu mit reichlich Abwechslung, denn das neblige Dorf zu Beginn des Abenteuers ist lange nicht die einzige schön in Szene gesetzte Umgebung die ihr im Laufe des Spiels passieren werdet. Ganz besonders im letzten Drittel des Spiels überschlagen sich die Entwickler geradezu mit optischen Höhepunkten und man ist immer wieder aufs Neue begeistert wie dies alles in 3D realisiert werden konnte.
Resident Evil 4 (dt.)
Die bereits erwähnte Widescreen-Vorgabe wird sicherlich nicht jedermanns Sache sein, aber einerseits ermöglicht diese auch ein größeres Sichtfeld, andererseits wurden auf diese Weise sicherlich bitter nötige Ressourcen der Hardware eingespart. Die musikalische Untermalung des blutigen Spektakels ist in einigen Situationen sehr gut gelungen, manchmal wiederholen sich die Stücke aber zu oft und werden der visuell aufgebauten Atmosphäre nicht ganz gerecht. Hier wäre noch ein Stück mehr drin gewesen. Die stimmige Geräuschkulisse macht dieses akustische Manko aber wieder wett, da die satten Waffengeräusche und die gruseligen Laute der Gegner euch sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Resident Evil 4 (dt.)
Das Geschehen auf dem Bildschirm ist nicht nur realistischer und schöner denn je, auch der Grad an Gewalt und Blut erreicht in Resident Evil 4 eine neue Höchstmarke. Nicht nur eure Gegner verlieren mitunter gleich mehrere Körperteile und Hektoliter Blut, sondern auch Hauptdarsteller Leon muss sich viele schmerzhafte Angriffe oder unangenehme Todesarten gefallen lassen. Das blutige Spektakel ist ein regelrechtes Fest für die Zombiejäger der alten Schule und auch Fans guter Splatter- und Horrorstreifen werden hier so manches Deja Vu erleben. Da ist es natürlich klar, dass Resident Evil 4, mehr noch als all seine Vorgänger, nicht in Kinderhände gehört und ausschließlich für Erwachsene mit starken Nerven und standhaftem Magen gedacht ist.

