Noch mehr Action, noch weniger Gruseln - kann das "neue" Konzept von Resident Evil überzeugen?
Schaurig schöne Optik und gute alte Steuerung
Resident Evil 5
Bereits Resident Evil 4 sorgte in technischer Hinsicht für offene Münder, aber der neuste Ableger setzt noch einmal eins drauf. Die Landschaften sind unglaublich schön anzusehen und toll in Szene gesetzt. Die Schauplätze begeistern vor allem durch sensationelle Licht- und Schatteneffekte, die zwar selten für das Gameplay genutzt werden, aber dafür dem Auge einen einzigen Festschmaus auftischen. Das gilt ebenso für die Explosionen oder die Darstellung von Feuer. Man kann fast sagen, dass es zum Besten gehört, was Videospiele momentan so zu bieten haben. Die Charaktermodelle überzeugen auf ganzer Linie, da sie gestochen scharf sind und sich geschmeidig wie Butter bewegen. Ihre Animationen sind äußerst realistisch, die Mimik und Gestik wirkt authentisch und Sheva und Chris sind ein wirklich sympathisches und cooles Gespann. Auch die Gegner können sich sehen lassen. Neben der bombastischen Inszenierung von Bossfights, die sich hinter einem "Metal Gear Solid" nicht verstecken müssen, sind aber auch die "kleinen Fische" ein Hingucker. Egal wie groß die Horde hinter euch auch sein mag und egal was alles auf dem Bildschirm passiert, die Bildrate bleibt konstant und geht auch bei der wildesten Action nicht in die Knie. Doch was wäre eine solch geniale Grafik ohne die entsprechende musikalische Untermalung? Man hat sich dazu entschlossen, den Spieler nicht ununterbrochen mit irgendwelchen Melodien zu nerven, sondern diese ganz gekonnt und passend einzusetzen. So kommt es schon mal vor, dass ihr nur eure Schritte und die Umgebungsgeräusche zu hören bekommt. Sobald die Situation aber bedrohlich wird, setzt die Musik ein und lässt euch sofort spüren, dass Gefahr droht. In den Zwischensequenzen fällt sofort auf, dass man viel Wert auf die (englische) Sprachausgabe gelegt hat. Diese steht der Grafik und den Musikstücken in nichts nach.
Resident Evil 5
Während die Optik zweifelsohne ein absolutes Highlight darstellt, könnte die Steuerung für gespaltene Meinungen sorgen. Man hat diese von Teil 4 übernommen, allerdings auch die Möglichkeit geschaffen, aus vier verschiedenen (die sich aber von Grund auf ähneln) auszuwählen. Durch die schräge Sicht von oben, ist eine solche Steuerung durchaus sinnvoll. Die Kamera ist stets hinter Chris positioniert, doch beim Zielen schaut ihr ihm direkt über die Schulter. Wir kamen bestens mit der Steuerung klar, können uns aber vorstellen, dass sie für einige etwas zu träge sein könnte. Es ist auch sehr schade, dass man während des Zielens nicht laufen kann.
Spezielles zur PS3-Version
ermittelt von Alexander "JannLee" Schneider
Technisch liefern sowohl die Xbox 360- als auch die PlayStation 3-Version eine Glanzleistung ab. Resident Evil 5 gehört definitiv zu den optisch schönsten Spielen, welche die aktuelle Konsolengeneration zu bieten hat. Wir haben uns auch die PS3-Version genauer angesehen um herauszufinden welche der beiden Versionen letztendlich die Nase vorne hat. Bevor wir jedoch loslegen konnten, mussten wir das Spiel erst einmal installieren, was ungefähr 15 Minuten in Anspruch nahm. Resident Evil 5 verschlingt knapp 5 Gigabyte eures Festplattenspeichers, belohnt euch dafür aber mit sehr kurzen Ladezeiten. Nach nur wenigen Sekunden startet das Spielgeschehen. Der Titel läuft mit 720p bei gefühlten 30 Frames. Die Framerate scheint jedoch nicht ganz stabil zu sein, da das Spielgeschehen bei schnellen Bewegung gern mal etwas langsamer wird, spürbare Ruckler bleiben jedoch aus. Die instabile Bildrate fällt beim spielen jedoch kaum auf und das Spielgeschehen geriet nicht ins Stocken.
Resident Evil verwendet, ebenso wie das kürzlich erschienene Killzone 2, die 2x Quincunx Technik um die Kanten zu glätten. Im laufenden Spielgeschehen funktioniert das aber nicht so gut wie erhofft. Da die Kantenglättung dynamisch ist, schaltet sie sich bei steigender Action zugunsten der Performance zeitweise aus, so war das zumindest von den Entwicklern gedacht. Uns ist jedoch aufgefallen, dass die Treppchenbildung relativ oft zu beobachten ist, da sich die Quincunx Technik auch dann deaktiviert, wenn es mal ruhig ist. Im direkten Vergleich mit der Xbox 360-Version muss man sagen, dass die Treppchenbildung bei der PlayStation 3 etwas stärker vorhanden ist. Im Gegensatz dazu hat die PS3-Fassung aber nicht mit hässlichem Tearing in den Videos und im laufenden Spiel zu kämpfen. Auch die Effekte der PlayStation 3-Version können sich sehen lassen. Es glänzt aber auch hier nicht so gut wie die 360-Version. Reflektionen in der Spielwelt, Raucheffekte und die Darstellung von Wasser wirken in der PlayStation 3-Version etwas flacher und detailärmer. Unterm Strich ist die 360-Fassung die leicht bessere, man muss aber anmerken, dass die grafischen Unterschiede der beiden Versionen im Eifer des Gefechts kaum auffallen. PlayStation 3-Besitzer können also aufatmen, denn trotz kleiner, technischer Defizite liefert Resident Evil 5 auch auf Sonys Konsole eine sehr gute Performance ab.
