Resistance: Retribution im Gamezone-Test

Test Enrico Güttler

Mit Resistance: Retribution erhält die PSP nach langer Zeit wieder einen Titel auf den man keinesfalls verzichten kann.

Resistance: Retribution Resistance: Retribution Was sich dagegen nicht abschalten lässt und stellenweise auch einen gehörigen Anteil des Gameplays darstellt, ist das automatische Deckungsfeature, mit dem ihr hinter fast jedem Hindernis Schutz aufsuchen könnt und bei kurzen Feuer- und Nachladepausen des Gegners, mittels Drücken auf die rechte Schultertaste den Kugelhagel erwidern werdet. Somit steht auch der taktische Aspekt durch das Einnehmen dieser Stellungen ein wenig im Vordergrund, auch wenn es einem aufgrund der viel zu aufmerksamen Bestien nur sehr selten gelingt, gezielte Angriffe zu planen um somit seine Kontrahenten gezielt zu überraschen. Das Deckungsfeature, welches man in einer ähnlichen Form ebenfalls aus den Syphon Filter Spielen kannte, offenbart allerdings speziell beim Anlehnen an Wände kleinere Schwächen. Zum einen erfordert es eine äußerst präzise und punktgenaue Abfrage um sich mit dem Rücken gegen den sicheren Schutz zu lehnen und zu spähen, zum anderen lässt es sich manchmal sehr schwer definieren, an welchem Gewölbe oder Mauer man auch wirklich mit dem nötigen Feature versorgt wird. In gehockter Stellung treten diese kleineren Probleme dagegen nicht auf.

Gigantischer Umfang

Resistance: Retribution Resistance: Retribution Mit einer Spielzeit von ca. 11-12 Stunden fällt die Solokampagne von Resistance: Retribtion nach erstmaligen Durchspielen beachtlich hoch aus. Insofern man auch bedenkt, dass zum Beispiel solch PSP-Titel wie Silent Hill: Origins oder auch God of War: Chains of Olympus nur etwa knapp die Hälfte dieses Kontingents beanspruchen. Hat man die Reise nach Paris einmal erfolgreich absolviert, gibt es trotz alledem immer noch genügend Gründe ein weiteres Mal mit James Grayson auf Bestienjagd zu gehen. Zum einen verstecken sich in den einzelnen Levels zahlreiche Dokumente, die es aufzuspüren gilt und zum anderen verfügt jede einzelne Mission über sogenannte Stilpunkte, in denen ihr spezielle Sonderaufgaben erledigen müsst. Im Gegensatz zu Fall of Man sind diese Stilpunkte, bei denen ihr zum Beispiel eine gewisse Anzahl an Kopfschüssen schaffen müsst oder spezielle Gegner mit einer bestimmten Waffe töten müsst, auch nicht ganz so schwer ausgefallen. Sodass ihr mit eurem kompletten Waffeninventar nach Erstabsolvierung der Solokampagne euch in Ruhe mit diesen Aufgaben beschäftigen könnt. Schafft ihr es also die Dokumente zu finden und die Aufgaben zu erfüllen, so warten weitere Bonifikationen auf euch. Während man die Kampagne beim ersten Mal nach Möglichkeit ohne große Unterbrechungen durchspielen sollte, lohnen sich die kurzen Missionen auch immer wieder für den schnellen Snack für zwischendurch, sodass die viel zu kurz geratene Mittagspause oder die Fahrt mit dem Bus zur Arbeit damit ausgefüllt werden kann.

Resistance: Retribution Resistance: Retribution Das im Vorfeld wohl am meisten mit Spannung erwartete Feature von Resistance: Retribution war ohne jeden Zweifel die Option, den PSP-Titel mit seiner Playstation 3 zu verbinden um somit weitere Extras in Anspruch nehmen zu können. Allerdings werdet ihr nicht nur die entsprechende stationäre Konsole benötigen, sondern auch den Vorgänger Resistance 2. Mit diesem Spiel im Schlot eurer PS3, habt ihr nun die Möglichkeit eure PSP zu infizieren und erstmalig ein PSP-Spiel mit einem PS3-Controller zu steuern. Bei letztgenannter Option entfällt allerdings das automatische Zielsystem und der Multiplayer wird prinzipiell von diesem Feature verschont. Wer dagegen eine PSP der 2000er oder 3000er Serie sein Eigen nennen kann, sollte diese Option sich zu Nutzen machen und die portable Konsole an ein TV-Gerät anschließen. Speziell in diesem Falle macht dieses Feature auch absolut Sinn und überrascht durch ein völlig anderes Spielgefühl. Im Gegensatz zu Nathan Hale bleibt James Grayson von dem Infekt des bestialischen Virus verschont. Mit dem "Infiziert-Modus" könnt ihr diese Tatsache allerdings ändern. Grayson besitz dann nicht nur übernatürliche Kräfte - so kann er sich wie Hale selbst regenerieren und unter Wasser atmen, womit man einige neue sonst nicht erreichbare Areale besichten kann- nein, auch seine Augen werden nun in den Cutscenes in einem leuchtendem Gelb erscheinen und er reagiert viel aggressiver auf seine Mitmenschen. Zudem stehen eine neue Uniform sowie weitere Waffen, also zusätzliche Anreize zur Verfügung. Zwar ändert sich die Story deswegen nicht grundlegend, doch liefert diese Option einen weiteren Grund für den enorm hohen Widerspielwert der Singlekampagne.

Resistance: Retribution Resistance: Retribution Ein weiterer Grund dafür, dass man sich mit Resistance: Retribution länger als ein nur Wochenende beschäftigen wird, ist der Multiplayerpart, bei dem ihr entweder als Widerstandskämpfer des Maquis oder als Spalter euch mit euren Freunden und in Online-Schlachten auf fünf verschiedenen Maps messen könnt. Neben den Genrebekannten Wettbewerben des Solo- und Teamdeathmatches sowie Capture the Flag, stehen mit "Kontrolle", hier gilt es zwei Reaktorpunkte zu finden, um den Kühlkern des Gegners zu überhitzen und "Assimilation" zwei weitere Modi zur Verfügung, die bereits in ähnlicher Form in den Vorgängern vorhanden waren. Bis zu acht Spieler können via Ad-Hoc oder Internet an einem Match teilhaben. Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass das Rankingsystem sowie die Option eines Sprach-Chats mit in den PSP-Ableger integriert wurden.

Bombastische Präsentation

Resistance: Retribution Resistance: Retribution Eine Grundvoraussetzung für einen guten beziehungsweise sehr guten Shooter, egal ob auf einer stationären oder portablen Konsole ist natürlich die Inszenierung des Spektakels, da eben jenes Genre wie wohl kein anderes von der Atmosphäre und der Spannung lebt. Und genau an dieser Stelle sollte man den Machern von Sony Bend ein ganz dickes Lob zollen. Die sehr gute Qualität der Cutscenes erwähnten wir ja bereits und auch die Spielgrafik verleitete uns dazu ins Schwärmen zu geraten. Auch auf dem Handheld PSP geben die grauenhaften Bestien eine sehr gute Figur ab und können auch auf größerer Distanz noch genau ins Visier genommen werden. Des Weiteren gefallen vor allem die zu einem Endzeitshooter passenden Umgebungen, die trotz des größtenteils düsteren Szenarios stets mit einem sehr hohen Grad an Details versehen wurden. Als passendes Gegenstück dazu bekommt man herrliche Lichteffekte spendiert, die vor allem durch die einzelnen Waffen hervorgerufen werden. So verwandelt man zum Beispiel eine düstere Katakombe, die nur mit Kerzen ausgeleuchtet ist, in eine wahre Blitzlichtkammer wenn man mit seinem Sturmgewehr unmittelbar neben einer Kerze die Kugeln aus dem Magazin feuert. Ähnlich farbenfreudig funkeln die Lasergeschosse des BullsEye, vor denen wir allerdings stets in Deckung gehen sollten. Des Weiteren verzücken grandiose Wassereffekte das Auge, die nicht nur das Spiegeln der Wasseroberfläche in einem perfekten Lichte optisch wiedergeben, sondern auch die abgeschossenen Lasergeschütze unter Wasser wie in einer Art Zeitlupeneffekt erkennen lassen. Und wenn euch das alles noch nicht genügt, dürft ihr euch über satte Splattereffekte freuen, die entstehen, wenn man den Boilern in den Ballonkopf schießt. Generell ist der Grad an Gewalt nicht besonders niedrig ausgefallen, sodass die USK dem Spiel keine Jugendfreigabe erteilte. Eventuell hätte man sich noch ein paar mehr auffällige Hintergrundkulissen der einzelnen Städte gewünscht durch die man reisen wird. Sodass ein zerstörter Arc de Triomphe auf dem Champs-Élysées in Paris das einzige auffällige Wahrzeichen sein wird, das ihr während einer Mech-Fahrt erkennen werdet.

Resistance: Retribution Resistance: Retribution Einen weiteren Anteil an der sehr dichten Atmosphäre hat natürlich auch die Soundkulisse, wobei in diesem Punkt nicht alles perfekt erscheint. Die musikalische Untermalung betrifft dies allerdings nicht. Ein stimmungsvoller Orchestersoundtrack, der sich stets der jeweiligen Atmosphäre anpasst und uns in spezielle engen, beklemmenden Spielsituationen ein Feeling wie bei Silent Hill vermittelt, unterstreicht dieses Argument deutlich. Des Weiteren bekommen wir in Rotterdam Chorgesänge zu hören, die von einer Schallplatte mit nostalgischen wunderbaren Kratzeffekten versehen wurden und wir uns somit das Gefühl der frühen 50er Jahre sehr gut vermittelt. Ebenso gelungen darf man die Soundeffekte bezeichnen, die mit gigantischen Detonationssounds und authentischen Außengeräuschen ins Ohr gehen. Lediglich die Soundeffekte des BullsEye können in speziell lang anhaltenden Schusswechseln dezent nerven, wohl auch weil man dieses Sample schon vor über zwanzig Jahren in jedem zweiten Ballerspiel auf die Ohren bekam. Den größten Schwachpunkt beim Sound stellt dagegen die deutsche Sprachausgabe dar. Speziell zu Beginn des Spieles fällt dieses extrem auf, da manche Sätze total falsch betont oder mit nicht erklärbaren Pausen gesprochen werden. Außerdem vermissten wir ein wenig den französischen Akzent bei Mademoiselle Bouchard, der sie mit Sicherheit noch verführerischer gemacht hätte. Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte deswegen auch auf die deutsche Lokalisierung pfeifen und im Sprachauswahlmenü der PSP diese Umstellung betätigen.

Meinung

Wertung zu Resistance: Retribution (PSP)

Wertung:

8.9 /10
Pro & Contra
spannend aufbereiteter Storyverlaufqualitativ hochwertige Cutscenessehr gute Mischung aus brachialer Action und knisternder Spannungpackende Endbosskämpfedie speziellen Sonderfunktionen der einzelnen Waffenperfekte Mixtur aus automatischer und manueller Zielerfassungfair und großzügig verteilte CheckpointsMech-Fahrten und Unterwasseractionexzellente Grafikfantastische Licht- und Wassereffektemitreißender Orchestersoundtrackenorm großer Umfang durch zusätzliche PS3-Featureserstes PSP-Spiel mit PS3-Controller Supportmotivierende Stilpunktejagdsehr hoher WiderspielwertMultiplayer mit Rankingsystem und Sprach-Chat-Unterstützung
nicht ganz ausgereiftes Deckungsfeaturespeziell für Spieler die noch keinen PSP-Shooter gespielt haben bedarf die Steuerung einer gewissen Eingewöhnungsphasestellenweise merkwürdige deutsche Sprachausgabe (falsche Betonung)SFX des BullsEye Lasers nerven dezentSchusswechsel werden irgendwann zur Routine„Infect your PS3“ nur in Verbindung mit Resistance 2 anwählbar
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