16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2

Kolumne Christian Dörre
16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2
Quelle: PC Games

So langsam kommen endlich ein paar Gaming-Blockbuster, doch noch vor ein paar Wochen herrschte auf dem Spielemarkt saure-Gurken-Zeit. PCG Redakteur Chris nutzte diese jedoch, um Spiele aus der 16-Bit-Ära nachzuholen oder neu zu erleben. Euch lässt er nun in diesem Format an seinen Erlebnissen dabei teilhaben. Den Anfang macht das verrückte Earthworm Jim 2.

Mein Name ist Chris und ich bin Redakteur bei PC Games. Da ich in letzter Zeit meine 16-Bit-Retro-Sammlung gehörig aufgestockt habe, nutze ich die kürzliche saure-Gurken-Zeit des Spielejahres dafür genutzt, um damals verpasste Games nachzuholen, zu Lieblingen der Vergangenheit zurückzukehren und Spielen, die mir früher zu abgedreht waren, eine zweite Chance zu geben. Euch lasse ich hier an meinen Erfahrungen teilhaben bei 16 Tage 16 Bit.

Tag 1: Earthworm Jim 2

16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2 Quelle: PC Games 16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2 Irgendwann, als ich noch viel zu jung war, schenkte mir mein Onkel zu Weihnachten Earthworm Jim 2. Da ich damals noch keine Spielezeitschriften kannte, hatte ich überhaupt keine Ahnung, was mich erwartete. Ich mochte das Abenteuer von Shiny, weil alles so schön bunt war und Held Jim so herrlich bescheuert aussah. Allerdings entging mir viel von dem komplett absurden Humor.
Für mich ergab es einfach keinen Sinn, Kühe zu tragen oder Schweine auf eine Rutsche zu setzen. Vielleicht war ich aber auch einfach nur ein dummes Kind. Spaß hatte ich mit Earthworm Jim 2 dennoch, obwohl es mich zutiefst verstörte, dass in dem Spiel nicht aufgefangene Welpen auf dem Asphalt zerplatzen.

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16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2 Quelle: PC Games 16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2 Jetzt, vermutlich 20 Jahre nachdem ich den Titel zuletzt gespielt habe, habe ich Earthworm Jim 2 erneut angeschmissen und ich muss sagen, ..., dass es auch heute noch verstörend ist, wie die Welpen auf dem Boden zerplatzen. Ansonsten schließe ich den Titel aber schnell in mein Herz. Der Humor ist so anarchisch, albern und unsinnig, wie ich es mag. Was tut man, um einen monströsen Fisch außer Gefecht zu setzen? Natürlich setzt man ein Schwein auf eine Rutsche! Was macht man, wenn einem der Weg versperrt wird? Selbstverständlich trägt man Kühe an UFOs vorbei! Und was macht man als blinder Molch, der gerade ein Level gemeistert hat? Na klar, man nimmt an einer Game-Show teil!

Schön auch, dass die Story, die als Alibi draufgepappten Geschichten dieser Gaming-Ära auf die Schippe nimmt. Der böse Psy-Crow hat die lustlose Prinzessin Whats-her-name entführt, die unser Protagonistenwurm eigentlich beeindrucken wollte. Nun, dann retten wir die royale Schönheit halt.

Was mir besonders gefällt, ist die Abwechslung im Spiel. Mal gibt es halbwegs übliche Jump-&-Run- oder Run-&-Gun-Abschnitte, mal muss man sich mit Jims Blaster einen Fluchtweg graben. An anderer Stelle hingegen fliegt man auf einer Rakete umher und stupst einen Sprengstoff-Ballon an oder schwimmt als Salamander umher oder muss sich den Kopf aufblasen lassen, um zum Himmel aufzusteigen, oder flüchtet auf Steaks und Bacon vor einem fiesen Salzstreuer oder rettet eben kleine Hündchen vorm Zerplatzen.

16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2 Quelle: PC Games 16 Tage 16 Bit: Tag 1 - Earthworm Jim 2 Earthworm Jim 2 ist nicht nur komplett bekloppt, sondern auch richtig kreativ. Selbst wenn einem ein Level mal nicht gefällt, lohnt es sich trotzdem weiterzuspielen, denn die Chancen stehen gut, dass einen der nächste Abschnitt wieder zum Lachen bringt und Spaß macht. Allerdings ist es teilweise gar nicht so einfach, ein Level zu überstehen, denn ab Level 7 von insgesamt 11 zieht der Schwierigkeitsgrad ganz schön an. Klar, das kenn ich noch. Wurde damals eben oft gemacht, denn die Spiele waren kürzer und man sollte und wollte ja ein bisschen länger davon haben. Einige Stellen fand ich jedoch schon arg frustig, weil sie mir ziemlich unfair vorkamen.

Gerade das Level mit dem aufblasbaren Kopf empfand ich nerviger als ein Tik-Tok-Video von irgendwelchen aufgedrehten Influencern. Oder bin ich einfach zu alt und die Reflexe lassen nach? Nein, das kann es nicht sein. Das Spiel ist schuld! Ist aber auch egal, denn ich habe mich durchgebissen, um das vollkommen bescheuerte Ende zu sehen und habe es auch nicht bereut. Ich habe gegen Ende zwar immer wieder mal geflucht, aber insgesamt ist Earthworm Jim 2 auch heute noch spaßiger, kreativer Quatsch. Mein erster Ausflug zurück in die 16-Bit-Ära hat sich also gelohnt.

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