Road Rage 3 im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Road Rage 3 stellt eines der einfacheren Rennspiele ohne besonderen Anspruch dar.

Hilfe! Ich bin ein Auto, holt mich hier 'raus!

Das Weihnachtsgeschäft ist vorbei, die schwergewichtigen Titel haben es bereits in die Händlerregale geschafft, da schieben die kleineren Publisher ihre LowCost-Produkte nach und versuchen die Kundschaft mit dem niedrigen Preis ihrer Titel zu ködern. Ohne es böse zu meinen darf man den Publisher Phoenix in diese Schublade stecken, der uns mit Road Rage 3 den bereits dritten Teil des Bergrennens präsentiert.

Denn das ist es worum sich alles in Road Rage 3 dreht, die Rennen auf verschiedenen Bergstrecken gegen die Computergegner oder im 2 Spieler-Mode auszutragen. Dazu stehen uns eine nicht zu kleine Auswahl an japanischen Fahrzeugen zur Verfügung, vom Honda zum Mazda, Mitsubishi, Nissan über den Subaru bis hin zum Toyota. Pro Automarke können wir aus mindestens zwei Gefährten einen aussuchen. An befahrbaren Strecken steht uns zu Beginn nur eine Einzige zur Verfügung auf der es gilt das erste Rennen gegen zwei Computergegner zu gewinnen. Haben wir dies geschafft, können wir das erste Mal zwischen verschiedenen Austragungsorten wählen, die meist ein normales Rennen gegen zwei Computergegner oder ein Duell gegen nur einen Computergegner anbieten. Mehr Abwechslung oder mehr Gegner gibt es nicht. Da ist man schon froh, dass man wenigstens recht unterschiedliche Pisten befahren kann, auch wenn sich die Gegenden sehr gleichen und die Strassen selbst durchgehend mit der eigentlich nicht mehr zeitgerechten "durchsichtigen Mauer" begrenzt werden. Denn egal was sich neben der Strasse befindet, eine Leitplanke oder ein Leuchtmast, immer schliddert der Wagen an der unsichtbaren Mauer entlang ohne sonderlich abgebremst zu werden.

Dies ist vielleicht sogar Absicht der Entwickler gewesen, denn man hat versucht sich in Road Rage 3 etwas an dem bekannten Kudos-System aus Metropolis Street Racer bzw. Project Gotham Racing zu bedienen. So gibt es für besonders exzessives Schliddern extra Driftpunkte, die man für das Weiterkommen im Spiel unbedingt benötigt. Allerdings ist es nicht so wie in PGR2, dass man besondere Fahrfertigkeiten an den Tag legen muss um an die begehrten Punkte zu kommen, ganz im Gegenteil rutschen die Fahrzeuge ganz von alleine die meiste Zeit wie Bügeleisen über ein Bettlaken. Von einem kontrolliertem Fahren kann da kaum mehr die Rede sein, denn die Lenkung reagiert zu allem Überfluss auch noch leicht verzögert, was zu den typischen Zickzackfahrten führt wie man sie aus ähnlich einfachen Rennspielen her kennt. Leider hilft es da auch nicht mehr viel an den Einstellungen der Fahrzeuge herumzuschrauben. Denn im Laufe des Spiels dürfen wir an immer mehr Dingen selbst Hand anlegen und bekommen auch so manches Tuningteil. Besonders stark auswirken auf das Fahrverhalten tun sie aber nicht.

Die verwendete Grafik ist eine der einfacheren Sorte und besitzt eigentlich nichts was sie von der Konkurrenz abhebt. Die verschiedenen Kurse gleichen sich wegen der immer gleichen Texturen doch sehr, die Fahrzeuge besitzen gerade mal so viele Polygone wie nötig und ein Schadenssystem hat man sich gleich ganz gespart. Ebenso gibt es praktisch keine Special Effects zu sehen, keine Spuren auf den Strassen und zum Fahren stehen uns nur zwei Kameraansichten zur Auswahl, nämlich die Verfolger- und die Stoßstangenkamera. Egal für welche man sich entscheidet, der Geschwindigkeitseindruck bleibt ein recht niedriger. Selbst mit den stärkeren und dann schon getunten Autos ändert sich das kaum und mitunter meint man an einem Schneckenrennen teilzunehmen.

So mager wie die Grafik gibt sich auch die Soundkulisse, welche uns mit fast schon nervig belangloser Fahrstuhlmusik jegliche Motivation zu klauen versucht und uns Motorengeräusche präsentiert die nur noch schlecht klingen. Besonders in den höheren Touren treten die Frequenzsprünge so stark auf, dass man meint ein Auto mit 300 Gängen zu fahren welches aus dem Schalten nicht mehr herauskommt. Dazu gesellen sich extrem übertriebene Schalt- und Kupplungsgeräusche die man wohl von einem Traktor aufgenommen hat.

Die Steuerung fiel recht einfach aus und bietet uns neben der Gas und Bremsen-Taste noch eine Handbremse und bei manueller Schaltung natürlich den Ganghebel. Eine Hupe oder einschaltbares Licht existieren nicht, allerdings brennen die Scheinwerfer bei Nachtrennen von ganz alleine. Was wirklich negativ ins Auge fällt ist die schwabbelige Lenkung, die es einem kaum gestattet den Wagen gerade auf der Strecke zu halten und zu diesem vermaledeitem Zickzackfahrten führt.

Der Multiplayer-Part erlaubt es zwei Spielern gleichzeitig per Splitscreen gegeneinander auf den freigeschalteten Strecken anzutreten. Computergesteuerte Gegner gibt es dann nicht mehr, was die Sache recht langweilig werden lässt.

Meinung

Wertung zu Road Rage 3 (PS2)

Wertung:

4.2 /10
Pro & Contra
Geringer Preis
Sehr einfache Grafikniedriger Geschwindigkeitseindrucknerviger Soundtrackunnatürliche Motorengeräuscheschwabbelige Lenkung und dauerrutschende Fahrzeugekaum Abwechslung im Gameplay
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