Billiger Aufguss oder fetzige Fortsetzung? Wir rockten die Bühnen der Welt und liefern euch die gesammelten Erfahrungen.
Weitere Feinheiten im Detail
Rock Band 2
Die Karriere bietet aber noch einige weitere spannende Extras. Neben diversen Events wie einem Videodreh, das Einstellen von Personal und der obligatorische Editor zur Anpassung der eigenen Rocklegenden locken vor allem Herausforderungen. Die musikalische Perfektion anstrebend gilt es immer schwerer werdende Ziele zu meisten, was zwar anfänglich recht locker von der Hand geht, später aber durchaus einiges an Können abverlangt. Des weiteren offeriert auch Harmonix einen "Battle of the Bands" Modus, welcher aber nicht wie bei "Guitar Hero World Tour" in Echtzeit ausgetragen wird. Sprich, es stehen sich nicht zwei vollbesetzte Bands gegenüber und duellieren sich, bis die Gitarren den Geist aufgeben. Man spielt mit seiner Band quasi offline oder zusammen mit eineigen Kumpels online um den besten Score. Der Rekord wird in einer Rangliste vermerkt, womit man schlussendlich mit allen weiteren Bands der Welt konkurriert. Grundvoraussetzung ist eine Onlineanbindung, eine vollständige Bandbiografie und natürlich mindestens ein weiterer Spielpartner.
Rock Band 2
Nach wie vor lockt der hervorragende Trainingsmodus vor allem Schlagzeuger ins Hinterzimmer, um einige Techniken zu verfeinern und Grundschritte zu erlernen. Hammer-Ons sollte man als Gitarrist ebenso beherrschen, wie ein Schlagzeuger Drumrolls in Perfektion spielen muss. Das besondere Schmankerl ist der hervorragende Schlagzeug-Trainer. Unzählige Beispiele sorgen dafür, dass man die schwierigen Techniken eines Drummers meistert und langsam, aber sicher zum Könner aufsteigt. Hervorragend wird man an die verschiedenen Spielarten herangeführt, lernt schnelle Trommelfolgen zu spielen und wie der Fuß gekonnt seinen Einsatz findet. Ein dazugehöriger Freestyle-Modus offeriert sogar die Möglichkeit, frei von jedweder Vorgabe nach Herzenslust auf das Drum-Set einzudreschen. Neben dem Aggressionsabbau sorgt dies vor allem kurzeitig für reichlich Spielspaß. Und wem die Musikliste aus "Rock Band 2" trotz der erschlagenden Downloadmenge nicht ausreicht, der legt einfach seine eigene Mucke auf, indem der Xbox Music Player gestartet und dazu getrommelt wird! Na wenn das mal keine Bereicherung des ansonsten stark auf Vorgaben ausgelegten Gameplays ist!
Rock Band 2
Ein weiterer kleiner, aber vor allem unter Freunden mehr als optimaler Aspekt stellt die Möglichkeit dar, per Optionen einen "No Fail" Modus zu aktiveren. Gerade auf den Partys spielen sehr viele Leute mit den Instrumenten oder nehmen das Mikrofon in die Hand, verlieren aber aufgrund der Spielmechanik recht schnell die Lust, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Verpatzt man bei "Guitar Hero" den Song, ist das Spiel vorbei, "Rock Band" bot bisher aber schon die Möglichkeit, ausgefallene Bandmitglieder wieder mit Overdrive zurückzuholen. Mit aktiviertem "No Fail" Modus wird sogar verhindert, dass ein Song allein wegen einer schlechten Performance eines Einzelnen abgebrochen wird, was vor allem Casual-Gamern zugute kommt.
Technik-Schnickschnack
Rock Band 2
Optisch ähnelt der zweite Teil seinem Vorgänger fast wie ein Ei dem anderen. Nur marginal, zum Beispiel in der Menüführung erkennt man Detailverbesserungen. Die Präsentation war aber bis dato schon erhaben und brilliert mit ausgefeilten Bühnenbildern, die nun noch effektreicher den HD-Screen belasten, sowie einen erwachsenen Look. Man distanziert sich von den bunten Grafiken der Konkurrenz und bietet eine glasklare und edle Optik. Die eigentliche Atmosphäre entsteht aber hauptsächlich durch die Soundgestaltung. Legt man auf der Bühne eine gelungene Performance hin, so beginnt das Publikum nicht nur zu klatschen, sie singen die Songs aus vollen Halse mit und übertönen dabei den Sänger - zumindest wenn es sich um Titel auf der Disc handelt. Denn bei Download-Songs erbebt die Halle nur aufgrund des normalen, auf den Takt der Musik abgestimmten Jubels.
Rock Band 2
Auch "Rock Band 2" ist als Bundle mit neuer Hardware erhältlich. Dabei unterscheiden sich die Klampfen und das Drum-Set auf den ersten Blick nur marginal von den Vorgängerversionen. Die Gitarre kann für eine automatische Kalibrierung des Spiels auf das TV-Gerät genutzt werden. Ein intern eingebauter Lichtsensor nimmt die Bildsignale auf und misst die Verzugszeit, während ein Mikrofon die Zeitverzögerung im Sound aufnimmt. Eine passende Einstellung ist vor allem bei modernen HD-TV Geräten von Nöten, da diese immer unterschiedlich die Signale der Konsole verzögern und das musizieren somit negativ beeinflussen können. Das Drum-Set wiederum bietet einige wenige Feinheiten im Detail. Die Probleme des Vorgängers, zum Beispiel schnell abgenutzte Fußpedale die unter anderem sogar komplett brechen, wurden behoben. Zusätzlich kam eine Anschlagsdynamik hinzu. Umso fester die Tasten getroffen werden, umso lauter ertönt auch der Klang über die Boxen. Belohnt wie in "Guitar Hero World Tour" wird man deswegen aber nicht.
