Epstein-Unterlagen und die Spielebranche: Ex-Rockstar-North-Präsident mit offizieller Stellungnahme - Update
News
Ende Januar 2026 veröffentlicht das US-Justizministerium neue Epstein-Dokumente. Mit Leslie Benzies und Sam Houser tauchen auch Namen aus der Spielebranche auf. Update: Ex-Rockstar-North-Präsident Benzies mit Statement gegenüber pcgames.de.
Originalmeldung, 2. Februar 2026: Ende Januar 2026 hat das US-Justizministerium eine neue Dokumentensammlung im Kontext der juristischen Aufarbeitung des Jeffrey-Epstein-Komplexes veröffentlicht. Darin finden sich auch persönliche E-Mail-Auszüge von Sarah Ransome, die sich in mehreren Verfahren als Klägerin und Opfer von sexualisierter Gewalt bezeichnet.
In den Unterlagen tauchen erstmals auch bekannte Namen aus der Spielebranche auf - darunter Leslie Benzies, früher Präsident von Rockstar North und zuletzt als Studioleiter von MindsEye bekannt, sowie in einer Randnotiz Rockstar-Mitgründer Sam Houser. Entscheidend ist nun die Frage, was diese Nennungen tatsächlich bedeuten - und was sich daraus nicht ableiten lässt.
Was ist in den veröffentlichten Dokumenten enthalten?
Bei dem Material handelt es sich nicht um neue strafrechtliche Anklagen oder gerichtliche Feststellungen gegen Personen aus der Spieleindustrie. Vielmehr umfasst die Sammlung unter anderem persönliche E-Mails, in denen Ransome ihre eigenen Erfahrungen schildert und zahlreiche schwerwiegende Vorwürfe gegen eine große Zahl von Personen erhebt.
Die Dokumente enthalten damit Aussagen aus der Perspektive einer Einzelperson, nicht aber eine offizielle Beweisführung oder ein Urteil. Entscheidend ist: Die Veröffentlichung durch das US Justizministerium macht diese Texte öffentlich zugänglich, stellt jedoch keine Bestätigung ihres Inhalts dar.
Welche Aussagen betreffen Leslie Benzies?
In einer Passage erwähnt Ransome Leslie Benzies namentlich. Sie erhebt dabei den Vorwurf, es habe im Jahr 2006 einen sexuellen Übergriff gegeben. Außerdem behauptet sie, Benzies habe sie damals finanziell unterstützt und sei über die Umstände ihres Umfelds informiert gewesen. Diese Aussagen sind im Dokument einseitig und werden nicht durch unabhängige Belege oder zusätzliche Quellen innerhalb der veröffentlichten Sammlung gestützt. Wichtig ist daher: Es handelt sich um eine Anschuldigung, nicht um eine gerichtlich festgestellte Tatsache.
Gibt es eine belegte Verbindung zwischen Benzies und Epstein?
Nach dem derzeit öffentlich zugänglichen Stand nicht. Die Dokumente liefern keine Hinweise darauf, dass Leslie Benzies in irgendeiner nachgewiesenen Weise Teil des Epstein-Netzwerks gewesen wäre oder in strafrechtliche Ermittlungen gegen Epstein oder Maxwell involviert war. Die Nennung erfolgt ausschließlich innerhalb einer persönlichen Mail, die zahlreiche weitere Namen aus Politik, Medien und Wirtschaft enthält. Damit ist die Situation klar einzuordnen: Ein Name taucht in einer veröffentlichten Unterlage auf - das allein belegt keine Verbindung zu Epstein.
Welche Rolle spielt Sam Houser?
Sam Houser wird im selben Dokument ebenfalls erwähnt, allerdings ohne konkreten Vorwurf eines eigenen Übergriffs. Ransome deutet lediglich an, Houser habe von einer angeblichen Beziehung oder einem Kontakt zu Benzies gewusst. Auch hier gilt: Es handelt sich um eine unbelegte Behauptung ohne bestätigte Grundlage und ohne bekannte juristische Konsequenzen.
Warum ist die Einordnung so wichtig?
Gerade im Kontext von sexualisierter Gewalt ist die journalistische Verantwortung besonders hoch. Veröffentlichte Dokumente können schwerwiegende Vorwürfe enthalten, ohne dass diese bereits überprüft oder juristisch bewertet wurden. Für die Öffentlichkeit entsteht jedoch schnell der Eindruck, eine bloße Nennung in "Epstein-Dokumenten" bedeute automatisch eine Beteiligung am Epstein-Komplex. Das ist nicht der Fall. Gerichts- und Behördenveröffentlichungen enthalten häufig Materialien, die lediglich Aussagen, Korrespondenzen oder Anhänge darstellen - nicht zwangsläufig belastbare Beweise.
Öffentliches Dokument, aber keine gesicherte Verbindung
Die Veröffentlichung der Unterlagen durch das US-Justizministerium ist real und macht die Existenz der darin enthaltenen Texte unbestreitbar. Zugleich bleibt entscheidend, dass es sich bei den Passagen zu Leslie Benzies und Sam Houser um persönliche, bislang nicht unabhängig belegte Anschuldigungen aus einer E-Mail handelt. Eine dokumentierte Verbindung der genannten Spieleentwickler zu Jeffrey Epstein oder dessen Straftaten ergibt sich daraus nicht, ebenso wenig sind derzeit rechtliche Konsequenzen oder offizielle Ermittlungen bekannt. Damit bleibt die Lage vor allem eines: ein sensibler Vorgang innerhalb eines hoch aufgeladenen Gesamtkomplexes.
Hinweis zur Berichterstattung
In diesem Artikel werden Vorwürfe aus öffentlich zugänglichen und kürzlich veröffentlichten Dokumenten wiedergegeben. Es handelt sich dabei um Aussagen einer Einzelperson, die bisher nicht gerichtlich bestätigt wurden. Für alle hier genannten Personen gilt ausdrücklich die Unschuldsvermutung. Quelle: Dokumentensammlung des US-Justizministeriums (justice.gov), veröffentlicht Ende Januar 2026.
