Rockstar Games: Britische Gewerkschaft bereitet Klage gegen GTA 6-Studio vor

News David Fabricius
Rockstar Games: Britische Gewerkschaft bereitet Klage gegen GTA 6-Studio vor
Quelle: Rockstar Games

Die Gewerkschaft IWGB wirft Rockstar Games unrechtmäßige Entlassungen vor. Laut ihrer Klage soll der GTA-6-Entwickler Mitarbeiter wegen Gewerkschaftsaktivitäten gefeuert haben. Könnte dieser Fall ein Beben in der Spielindustrie auslösen?

Der Streit zwischen Rockstar Games und der britischen Gewerkschaft Independent Workers' Union of Great Britain (IWGB) eskaliert. Nachdem zuletzt Berichte auftauchten, der Entwickler habe dutzende Beschäftigte entlassen, die sich gewerkschaftlich organisieren wollten, reagiert die IWGB nun mit einer offiziellen Klage. Rockstar weist die Vorwürfe zurück und spricht von Kündigungen wegen "groben Fehlverhaltens". Doch die Gewerkschaft sieht darin einen klaren Angriff auf organisierte Beschäftigte.

Gewerkschafts-Busting statt Fehlverhalten

Laut den bisherigen Berichten sollen 30 bis 40 Mitarbeitende entlassen worden sein. Angeblich wurden sie abserviert, weil sie an gewerkschaftlichen Aktivitäten beteiligt waren. Die IWGB bezeichnet die Vorgänge als "Viktimisierung" und spricht von einer "kollektiven Entlassung, die unmittelbar mit Gewerkschaftsarbeit zusammenhängt". In einem offiziellen Statement wirft die Gewerkschaft Rockstar vor, sämtliche Versuche eines Dialogs abgeblockt zu haben. Die IWGB erklärt: "Trotz unserer Bemühungen, Gespräche aufzunehmen, hat Rockstar dies abgelehnt und weiterhin Gewerkschaftsmitglieder auf eine unakzeptable und rechtswidrige Weise entlassen."

Noch deutlicher wird IWGB-Präsident Alex Marshall, der von "klarem, einfachem Gewerkschafts-Busting" spricht. Private Räume wie gewerkschaftliche Discord-Server seien gesetzlich geschützt, betont er. Arbeitgeber dürfen diese Rechte "nicht durch Vertragsklauseln aushebeln".

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Rockstar und Take-Two weisen alle Vorwürfe zurück

Rockstar hingegen bestreitet jede politische Motivation hinter den Entlassungen. Gegenüber Bloomberg erklärte Take-Two-Sprecher Alan Lewis, die Kündigungen seien ausschließlich wegen "groben Fehlverhaltens" ausgesprochen worden, und man unterstütze Rockstars Vorgehen vollständig. Die Gewerkschaft sieht das anders und kündigt eine umfassende rechtliche Verteidigung an, unterstützt von Juristen, Fallbetreuern und Barristern.

Für die Branche könnte der Fall interessant werden. Gewerkschaftsbewegungen gewinnen international an Bedeutung, gerade in der Spieleindustrie, die seit Jahren mit Crunch, befristeten Verträgen und plötzlichen Entlassungen zu kämpfen hat. Sollte die IWGB erfolgreich sein, könnte das ein Präzedenzfall werden, und andere Studios dazu zwingen, transparenter und vorsichtiger beim Umgang mit gewerkschaftlich organisierten Teams zu handeln. Was sagt ihr zu diesem Fall?

Quelle: eurogamer

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk