Killerroboter, Stealth-Gameplay und eine wacklige KI: Routine zeigt im Test starke Atmosphäre, aber auch deutliche Schwächen.
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Das Ganze wird natürlich auch nicht einfacher dadurch, dass eine Armee von Killerrobotern durch die Station patrouilliert und auf Bewegungen oder Geräusche reagiert. Der Puls ist also durchgängig auf 180. Man schaut ständig paranoid über die Schulter, weil man sich nirgends sicher fühlt. Nicht mal im Pausenmenü! Da läuft das Spiel einfach weiter.
Dazu verzichtet Routine komplett auf Healthpacks und Waffen. Das soll den Stealth-Aspekt noch mal mehr in den Fokus rücken. Schleichen ist das Gebot der Stunde! Entsprechend langsam ist auch die Standard-Laufgeschwindigkeit. Dazu könnt ihr euch noch ducken und um die Ecke lugen.
Quelle: PC Games
Ein Horrorspiel-Klassiker: Ihr könnt um Ecken lugen, um zu schauen, ob sich dahinter Gegner befinden.
Der Tod kommt auf metallischen Sohlen
Das Konzept der Entwickler geht aber leider nicht immer ganz auf. Die KI eurer Verfolger ist nicht unbedingt auf Augenhöhe. Aus dem Versteck- wird manchmal ein langweiliges Wartespielchen. An anderen Stellen reicht es auch, einfach vor den Klapperkisten wegzulaufen. Das hat manchmal schon Tom-und-Jerry-Vibes. Man rennt in einen Raum rein, einmal um den Tisch herum, und dann zur Tür wieder raus, während der Möchtegern-Terminator mechanisch hinter einem herstakst und irgendwann die Verfolgung einstellt. Diese Inkompetenz ist der Spannung nicht gerade zuträglich.
Immerhin: Später kommen noch andere, deutlich weniger berechenbare Gegnertypen dazu. Die sind alleine schon vom Sounddesign her so unangenehm, dass ihre bloße Anwesenheit reicht, um einem die Nackenhaare aufzustellen - vor allem mit Kopfhörern und gedämmtem Licht.
Man weiß nie, wann etwas aus dem Dunkeln zuschnappt - nur, dass da etwas lauert. Die Vorstellung alleine, was hinter der nächsten Ecke warten könnte, reicht, dass das Paniklevel immer schön hoch bleibt. Die Macher spielen gekonnt mit eurer Erwartungshaltung und kommen so fast völlig ohne billige Schreckmomente aus.
Quelle: PC Games
Mit expliziter Gewalt, Blut und Verletzungen hält sich Routine im Genrevergleich deutlich zurück.
Sollte euch eines der Viecher mal erwischen: keine Sorge. Routine hat neben den manuell setzbaren Speicherpunkten auch immer wieder Autosaves, sodass ihr nicht zu viel Fortschritt verliert und unnötig frustriert werdet.
Selbst ist der Kosmonaut!
Apropos Speichern! Das funktioniert, wie vieles andere im Spiel auch, über euer Kosmonauten-Hilfswerkzeug (KHW). Das ist für mich der heimliche Star des Spiels - schon alleine wegen seines schnieken Designs: Sieht ein bisschen aus wie ein Mix aus C64 und Pistole, ist als Waffe aber quasi unbrauchbar (abgesehen von einer Mini-Schockfunktion, mit der ihr Gegner für ein paar Sekunden außer Gefecht setzen könnt).
Dafür überzeugt es als Schweizer Taschenmesser mit schier endlosen Funktionen. Mit ihm könnt ihr euch in Terminals einloggen, Türen öffnen und Sicherungen kurzschließen. Oder es einfach als Taschenlampe nutzen. Da ist es schon etwas schade, dass das KHW nicht noch öfter zum Einsatz kommt.
Quelle: PC Games
Das KHW ist akkubetrieben. Ersatzbatterien findet ihr zur Genüge in der Umgebung.
Später kommen noch andere Features dazu, die beim Lösen der zahlreichen Umgebungsrätsel helfen - etwa ein UV-Licht, mit dem ihr Spuren nachverfolgen könnt. Wirkliche Upgrades darf man sich hier aber nicht erwarten. Das KHW nimmt euch auch nicht alle Aufgaben ab. Ihr müsst immer noch mit offenen Augen durch die Welt gehen. Manchmal kann euch sogar ein unscheinbarer Post-it den entscheidenden Tipp für eines der verzwickten Logikrätsel geben.
