Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Für Rune Factory 2 braucht ihr neben einem Nintendo DS, ausreichend Geld für den Erwerb nur noch eine Sache: Geduld.

Es ist einmal mehr Zeit in das saisonale Gewerbe der Landwirtschaft einzutauchen. Allerdings nicht auf den Spuren von Altbauer Harvest Moon sondern der Nebenserie Rune Factory und das sogar schon in der zweiten Runde. Was hat sich also getan während die Jahreszeiten ins Land gingen, Äcker gepflügt wurden und fleißig geerntet wurde? Ran an die Gabeln und mit angepackt!

Wie immer keinen Plan...

Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon ...habt ihr fast schon serientypisch am Anfang eurer Karriere. Vom Identitätsverlust und totaler Amnesie gebeutelt landet ihr im gemütlichen Dorf Alvarnia, wo ihr auch gleich von Mana, der Tochter des Besitzers des Landwirtschafts-Fachladen, willkommen geheißen werdet. Wie es der Zufall will befindet sich ein Stück Land im Familienbesitz, zu dessen Pflege jedoch niemand so wirklich Zeit findet. Ein paar Sätze später seid ihr dieser Niemand und dürft euch von nun an um das euch anvertraute Haus samt Hof kümmern. Habt ihr den verwüsteten Acker auf Vordermann gebracht kann das eigentliche Spiel auch schon losgehen.

Mit Hacke, Schaufel und Monster

Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon Das Grundgerüst der Geschickte baut sich rund um das euch beherbergende Dorf, eurer neuen Heimat, auf. NPCs wollen sich mit euch unterhalten, Freundschaften schließen, euch etwas verkaufen, Aufträge geben und unter Umständen auch ein bisschen mehr als nur Freundschaft. Der Geruch des Kleinstadtbauern scheint demnach in Alvarnia ganz oben auf der Geschmacksliste der Bevölkerung zu rangieren. All diese Aktivitäten erlebt ihr innerhalb eines Jahreszyklus mit den dazugehörigen Jahres- und Uhrzeiten. So müsst ihr euch beispielsweise auch an die Öffnungszeiten der Geschäfte halten, was bei einer Aufsteh-Zeit von 6 Uhr morgens erstmal etwas Zeitvertreib voraussetzt. Seid ihr der digitalen Menschen überdrüssig könnt ihr euch dem Fangen und Züchten von Tieren widmen. Es dauert jedoch lange bis ihr wirklich tief in das Spielgeschehen eintauchen könnt. Denn vor großer Karriere und massig Ruhm steht wie immer der harte Alltag bevor. So vergehen vor dem Bildschirm einige Stunden bis ihr euch in eine akzeptable Position geschuftet habt - das alles natürlich wieder einmal unter Berücksichtigung der für Aktionen wichtigen Runenpunkte. Sind diese einmal verbraucht verhilft nur der erholsame Schlaf wieder zu Kräften.

Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon Der Lohn für scheinbar ewiges ausharren in der Einöde des eigenen Feldes zahlt sich erst zu späterer Stunde aus. Erobert ihr euch einen Dungeon in einer der 4 Klimazonen könnt ihr dort Samen mit spezifischen Bedingungen anpflanzen und züchten. In den Dungeons findet sich neben weiterem bebaubarem Grund auch der eine oder andere Lakai, der von seinem Glück allerdings noch nichts weiß. Vielmehr liegt es an euch und eurem Zähmhandschuh den wilden Gefatter gefügig zu machen. Widerspänstigen Zeitgenossen bratet ihr bei Bedarf und ausreichender Charakterentwicklung einfach eins mit dem Schwert, der Axt oder der Zauberformel auf die 12. Was so spannend klingt, gestaltet sich im Spielalltag erschreckend nah am realen Vorbild, welchem man eigentlich entfliehen möchte. Zu früher Stunde aufstehen, arbeiten, plaudern, einkaufen, Tiere versorgen, schlafen und nächsten Tag das Gleiche wieder von vorne. Da trennt der virtuelle Bauer wohl nicht nur sprichwörtlich die Spreu vom Weizen. Wenn ihr wollt, seid ihr allerdings nicht nur als Bauer bzw. Monster-Zähmer tätig. Ihr könnt euer Glück auch Nebenberuflich als Koch, Alchemist oder Dekorateur versuchen.

Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon Wo sich in der Spielorientierung wenig getan hat, ist auch auf Seiten der Technik wenig Neues zu vermelden. Zwar ist die Stadt nun malerischer gestaltet und wirkt insgesamt belebter, doch mehr als Pflichtveranstaltungen nehmt ihr gerade in den ersten 5 Stunden nicht wahr. Die Steuerung sowie das Menü sind übersichtlich und lassen euch meist nicht im Unklaren über die gebotenen Möglichkeiten. Allerdings fehlt dieser Umstand im Gesamtkontext. Ihr werdet knallhart ins eiskalte Wasser geschmissen. Neben der Tatsache, dass ihr weder wisst wer ihr seid, noch was euch nach Alvarna brachte, erwartet das Spiel von euch einen Vorgänger bereits gespielt zu haben und die komplexe Spielmechanik breits verinnerlicht zu haben. Anders ist es einfach nicht zu erklären, warum man weder ein Tutorial noch andere einleitende Worte im Spiel findet. In Sachen Grafik ist der Titel angenehm bunt, ohne zu qietschig oder kitschig zu wirken. Tonal überzeugt der Titel mit einem facettenreichen Soundtrack, der sich der aktuellen Spielhandlung immer auf angenehme Art und Weise anpasst.

Meinung

Wertung zu Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon (NDS)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
nette Spielgrafikmassig MöglichkeitenSuchtpotenzialNebencharakteretechnisch solide
Alltag im AlltagMöglichkeiten erschließen sich erst nach vielen Stundenkein Tutorial
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