Runes of Magic im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

... ist vermutlich eines der Besten, wenn nicht gar das Beste, free 2 play MMORPG am Markt! Aber kann es das Genre aufmischen?

Wirklich kostenlos?

Runes of Magic Runes of Magic Theoretisch kann man RoM komplett bis Level 50 durchdaddeln, ohne einen Euro extra ausgeben zu müssen. Falls man doch das Verlangen verspürt, sein Alter Ego aufwerten zu müssen, indem man Geld hineinpumpt, geschiet dies über das Yusho Account-System. Darin kann man sogenannte Diamanten einkaufen, 20 Stück für einen Euro, 100 Stück für 4,99 € bis hin zu 3000 Stück für 99,99 €, die im Item-Shop in Gegenstände, Tränke, Ausrüstung oder Reittiere investiert werden. Die Preise in diesem Shop reichen, je nach Beschaffenheit und Seltenheit, von einem Diamant bis hin zu mehreren hundert Einheiten. Neben den Diamanten, die man nur käuflich oder durch Handel erwerben kann, bietet RoM noch eine normale Ingame-Währung, die wie so häufig in Gold, Silber und Kupfer dreigeteilt ist. Damit lassen sich Güter beispielsweise mieten, so etwa Reittiere (für 15 Minuten oder den ganzen Tag), womit man teuren Diamantenkäufen zu einem bestimmten Teil entgehen kann.

Runes of Magic Runes of Magic Wenn man nun jedoch ehrlich ist, bleibt es bei der theoretischen Kostenbefreiung. Denn auch wenn es immer möglich ist, alle Gameplay-Features auch selbst freizuspielen, werden kostenpflichtig eingekleidetete Charaktere immer besser ausgerüstet sein, mehr Schaden anrichten und vor allem schon früh in den Genuss von wertigem Endgamecontent kommen. Die Preise des Itemsshops sind zuweilen zwar fair, treiben einem aber auch schon mal den Schweiß auf die Stirn. Immerhin sei bedacht, dass man nach einigen Levelstufen schon wieder ein neues Ausrüstungsstück benötigt. Dennoch kommt man durch das Micropayment allemal günstiger davon, als mit einem angestaubten Abo-System, dass Geld frisst auch wenn man nicht spielt und pauschal aufs Jahr gerechnet Unsummen verschlingt. Negativ fiel hierbei vor allem die Accountverwaltung Yusho auf, die meiner Meinung nach unübersichtlicher und unpraktischer nur schwerlich hätte sein können. Zum Schutz der Daten beharrt das Programm beispielsweise darauf, Primär-, Sekundär-, und Account Passwörter anzulegen, die jeden Item.Kauf mit Echtgeld bestätigen sollen und die Zugänge zu den einzelnen Account-Ebenen bewachen.

Gimmicks und nette Dreingaben

Runes of Magic Runes of Magic Housing - eine nette MMO-Idee die schon seit Ewigkeiten durchs Netz schwirrt und gerüchteweise bei fast jedem MMO in Planung war, ist eigentlich das unnötigste Feature, dass sich Programmierer und Designer ausdenken können. Da es aber bisher nur selten verwirklicht wurde, schreit alle Welt danach, genutzt wird es jedoch kaum. Runes of Magic ist eines dieser Spiele, die solcherart Housing ermöglichen. Jeder Spieler kann dabei sein eigenes Haus kaufen und dieses - das nötige Kleingeld vorausgesetzt - "individuell" einrichten. In den eigenen vier Wänden lassen sich so beispielsweise Items lagern und stapeln und man regeneriert HP und Mana schneller, als sonst. Dennoch: Wer ein hübsches Räumchen einrichten will, muss schon lange nach passenden Dingen Ausschau halten, ein Großteil der User-Houses besteht aber lediglich aus vier Wänden und einem leeren Holzboden. Interessant hingegen ist das sogenannte Gilden-Housing, dass sich vom normalen User-Housing darin unterscheidet, dass zu diesen Lokalitäten alle Mitglieder einer Gilde Zutritt haben und darin "geheime Sitzungen" abhalten können.

Runes of Magic Runes of Magic Weitere Dreingabe, die vor der RoM-Historie leider nur wenig Bestand hat, sind PvP-Schlachten. Da es leider nur eine Rasse gibt, ist es geschichtlich aber schwer vorstellbar, dass man sich im einen Moment noch in einer Arena die Schädel einschlägt, später aber zusammen chattet und gemeinsam Jagd auf böse Monster macht. Episch sind die Schlachten dennoch allemal, egal ob nun Gildenkrieg oder Arena-/Schlachtfeldkampf. Zusätzlich unterscheidet RoM noch zwischen zwei Server-Varianten: PvE und PvP. Spieler, die auf PvE Servern in den Genuss einiger schneller PvP-Kämpfe sind, müssen diese Funktion zuvor freischalten und haben somit Kämpfe immer im Griff. Die dafür ausgelegten Spieler vs. Spieler Server haben diese Funktion automatisch aktiviert, ab Level 15 kann man theoretisch jederzeit angegriffen werden oder selbst einen Mitspieler angreifen.

Langzeitspaß und Endgame-Content?

Runes of Magic Runes of Magic So schnell der Einstieg in Runes of Magic auch gelingt, zwangsläufig langweilig wird dem Spieler nicht. Anscheinend gibt es im schönen Taborea viel zu tun, hat sich doch zwischenzeitlich eine lebhafte Community gebildet, die zusammenhält und das Spiel lebendig gestaltet. Trotz alledem kann RoM es im Endgamebereich nicht mit World of Warcraft oder anderen Genre-Platzhirschen mithalten, zu gering sind einfach die Ambitionen seitens der Spielerschar. Zwar bietet RoM auch teils große Instanzen, die anfangs nur schwer und in eingespielten Gruppen zu meistern sind, ein richtiges Zusammenhaltgefühl kam in der Testphase bei uns aber nicht so recht auf. Denn ein Aspekt fehlt dem Spiel aus Taiwan einfach: Die tiefgreifende Taktik! Während sich WoW-Gilden teils wochenlang auf Instanz-Raids vorbereiten, eigene Strategien und Vorgehensweisen erarbeiten und eine Infrastruktur aufzubauen versuchen, ist das in Runes nur selten von Nöten. Auch wird man im Endgamebereich nur schwer ohne Einsatz von Echtgeld überleben können, PvP-Duelle sind dabei besonders unausgewogen. Langfrisitg motivieren kann jedoch auch die Erstellung eines Twinks (Zweitcharakter), da man durch das duale Klassensystem viel Probieren und Experimentieren kann.

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