Schuster bleib bei deinen Leisten! Dieser Ausflug eines 2D-Kultprüglers in die dritte Dimension ging gehörig daneben.
Das A und O im Po
Samurai Shodown Sen
Was ist das A und O eines guten Prügelspiels? Richtig, eine exakte und gut funktionierende Steuerung, sowie ein ausbalanciertes Kampfsystem. Nun wissen wir, dass der Xbox 360-Controller nicht gerade geeignet für Beat 'em Up-Spiele dieser Art ist, doch die Steuerung in Samurai Shodown Sen ist derart mäßig, dass man als Spieler schon bald in wildes Buttongemashe verfällt. Dabei gestaltet sich die Steuerung ziemlich gradlinig; Vertikaler Hieb, horizontaler Hieb, Tritte und Würfe erinnern an typische Vertreter des Prügelspielgenres, wobei man verschiedene Moves miteinander kombinieren kann, um noch mächtigere Angriffe zu landen. Hört sich zuerst wirklich vielversprechend an, entpuppt sich aber bald zur Mogelpackung, da jeder einzelne Kämpfer unterm Strich nur eine handvoll an Moves beherrscht, von denen viele sogar komplett überflüssig sind. Im kompletten Spiel reicht es nämlich zumeist aus, den Gegnern entweder mit Würfen und/oder mit Gegenangriffen zu besiegen. Warum? Weil diese Moves unglaublich viel Energie abziehen, weswegen man diesen Faktor nicht gerade als ausbalanciert bezeichnen kann. Es macht meistens wenig Sinn irgendwelche Kombos anzuwenden und sich der Gefahr eines Gegenangriffs auszusetzen, da man lediglich zwei Buttons benötigt um den Kampf für sich zu entscheiden. Geschickt Blocken, Werfen, Noch einmal Blocken, Gegenangriff, ... Kaputt! Warum ein Risiko eingehen, wenn man mit einer simplen Taktik nahezu jeden Kampf gegen die bescheidene KI gewinnt? So in etwa gestaltet sich das Kampfprinzip, wobei die Moves nicht gerade flüssig angebracht wurden und sich die Steuerung recht schwammig und träge anfühlt. Eine gute Prügelspiel-Steuerung ist das leider bei weitem nicht und wer sich dennoch einarbeiten möchte und den Trainingsmode wählt, kommt nicht wirklich weiter, da dieser auch nicht mit den nötigen Tipps und Tricks aufwarten kann, um seinen Kampfstil zu verbessern.
Retro-Grafik im negativen Sinne
Samurai Shodown Sen
Grafisch zieht Samurai Shodown Sen auch keinen Fisch vom Teller. Maximal 30fps flackern über den Bildschirm und lassen die zudem dürftigen Kämpferanimantionen nicht sonderlich gut aussehen. Das Spiel wirkt grafisch einfach alt und kann, außer in den schön gestalteten Menüs und Standbild-Zwischensequenzen, nicht wirklich überzeugen. Dafür gibt es reichlich Gewalt, weswegen Samurai Shodown Sen nicht umsonst der erste Teil der Reihe ist, welcher in Amerika ein M-Rating erhielt und hierzulande erst gar nicht veröffentlicht wurde. Grund hierfür sind die brutalen Moves, so dass schnell die Hand oder der Kopf des Gegenübers abgehakt wird und der besiegte Charakter blutüberströmt zu Boden sinkt. Diese Effekthascherei trägt aber auch nicht dazu bei, die Qualität des Spiels zu steigern und ist abermals ein Beweis dafür, dass übertriebene Gewaltdarstellung nicht automatisch zu einem besseren Spiel führen muss. Die Verquickung von Fausthieben und Schwertattacken ist zwar seit jeher Bestandteil der Serie doch hat man nun erfolglos versucht, andere Spiele wie Soul Calibur zu kopieren. Dabei erreicht man allerdings niemals die Klasse und die Eleganz des genannten Prüglers oder kann an frühere Glanztaten auf dem Neo Geo anschließen. Es kommt einfach kein Flair auf und die minderwertige Grafik macht dem Spiel im Zusammenspiel mit der dürftigen Steuerung wahrlich einen Strich durch die Rechnung.
Samurai Shodown Sen
Eine deutsche Synchronisation darf man natürlich ebenfalls nicht erwarten, doch dies ist nicht weiter schlimm, da die japanische Sprachausgabe zusammen mit den englischen Untertiteln recht gut in das fernöstliche Konzept des Spiels passt. Darüber hinaus bekommt man die typischen J-Pop Klänge zu hören, die schon beinahe zum Standardrepertoire eines solchen Prügelspiels gehören. Nicht schlecht, nicht herausragend, aber irgendwie dann doch sehr belanglos.
