Screamer bringt einen Arcade-Racer-Klassiker zurück, setzt 2025 aber auf Story statt reines Gameplay. Das Fahrgefühl stimmt, doch die Anime-Inszenierung bremst den Spielfluss spürbar aus.
Woran denkt ihr, wenn ihr "Arcade-Racer" lest? Vermutlich werden euch jetzt haufenweise Spieletitel durch den Kopf rasen, weil es bis in die frühen 2000er hinein einfach viiiiel zu viele von den Dingern gab. Ein paar wenige haben sich aber natürlich fest in den Asphalt unserer Gehirne eingebrannt: Daytona USA, Ridge Racer, Need for Speed, Midnight Club ... die Reihe könnte jetzt noch elendig lange weitergehen.
Mittlerweile wurde auf dem Markt ordentlich ausgesiebt. Der Markt wird von Forza Horizon und The Crew angeführt. Hin und wieder verläuft sich mal ein Wreckfest 2 auf unsere Bildschirme - sonst tuckern nur noch ein paar Indie-Projekte hinter den großen Namen hinterher.
In diesem Artikel
Zeit also, einen DER Arcade-Racer der 90er nach über 30 Jahren aus der Versenkung zurückzuholen, ordentlich zu polieren und dann ... einen U-Turn zu machen?
Milestone ist falsch abgebogen
Schaut man sich die Releases des italienischen Publishers Milestone mal genauer an, fällt schnell auf: Die machen Rennspiele. Nichts als Rennspiele - mal ein bisschen abgedrehter, mal ein bisschen konservativer. Was kann man also von einer Neuauflage eines Rennklassikers erwarten?
Der Story-Trailer verrät schon: Screamer (jetzt kaufen 199,99 € ) geht einen ganz neuen Weg. Statt eines klassischen Arcade-Racers wird hier ein Rennspiel mit Story geboten. Aber nicht wie zu besten Need-for-Speed-Zeiten mit ständigen Anrufen, "coolen" Sprüchen und Lob für den eigenen Fahrstil. Das war ja noch ok, weil die Dialoge nicht über dem Gameplay standen. Sie passierten einfach nebenher und konnten größtenteils einfach ignoriert werden.
Quelle: PC Games
Die Zwischensequenzen sehen wunderschön aus und laden zum Anschauen ein. Leider sind sie recht kurz und eher belanglos.
Die Story (wozu brauchen wir eine Story?)
Screamer dreht den Spieß um. Im Reboot der Bleifuss-Reihe steht die Story im Vordergrund und wird durch Rennen zwischen den Geschichten aufgelockert. Ihr könnt es euch wie in einem Sport-Anime vorstellen. Da wird auch die meiste Zeit gequatscht, bis dann mal kurz eine echte Sportsequenz kommt, die ständig von neuen Dialogen unterbrochen wird. Das passiert so leider auch in Screamer.
Es beginnt mit einem bunten Anime-Intro, zieht sich über diverse Zwischensequenzen und erreicht seinen Höhepunkt in einer Visual Novel. Dafür hat man sich das japanische Animationsstudio Polygon Pictures geschnappt. An der Stelle muss man Screamer zugutehalten, dass die Sequenzen sehr schön aussehen und eben genau dieses Anime-Feeling aufgreifen. Aber braucht es das?
Bildergalerie
Größtenteils ist die Story nämlich leider nur Beiwerk, das uns vom nächsten Rennen abhält. Die Geschichten rund um verschiedene Renncrews mit eigenen Hintergrundstorys, sehr guten Synchronsprechern und internationaler Diversität sind gut gedacht, auf Dauer aber weder fesselnd noch notwendig. Anders sieht es hingegen beim Gameplay aus.
