Der Karriere-Mode und die vielen Bonusziele können für geraume Zeit beschäftigen.
Mit "Shaun White Snowboarding" bekommen wir nach langer Durststrecke mal wieder einen Vertreter der Extrem-Sportart spendiert. Gerade auf der PSP ist das Genre unterrepräsentiert und so mussten Besitzer des Sony-Handhelds sich mit EAs "SSX On Tour" vergnügen. Wie auch für die Konsolenversionen ist das Entwicklerstudio Ubisoft Montreal ebenfalls für den PSP-Ableger zuständig. Die Entwickler haben zudem mit beispielsweise "Star Wars: Lethal Alliance", "Prince of Persia: Revelations" oder auch "Splinter Cell: Essentials" Erfahrungen auf der Playstation Portable sammeln dürfen. Ob aber die PSP-Version von "Shaun White Snowboarding" eine ähnlich gute Figur macht, wie auf den Konsolen, erfahrt ihr im folgenden Review.
Shaun White Snowboarding
Eigentlich ist es keine Überraschung, dass sich die PSP-Version vom Spielgefühl und Look an der Wii- bzw. PS2-Version orientiert. Genau wie diese Konsolenvorbilder müsst ihr auf Sonys Handheld im so genannten "World Tour"-Modus bestehen. Dabei müsst ihr euch in insgesamt fünf verschiedenen Szenarien beweisen, die auf der Playstation Portable aus den USA, Alpen, Kanada, Japan und Chile bestehen. Bevor es jedoch wirklich losgeht, werdet ihr vor die Wahl drei unterschiedlicher Charaktere gestellt - diese können zwar während des Karrieremodus' jederzeit gewechselt werden, trotzdem gilt es sich erst einmal für einen Fahrer bzw. eine Fahrerin zu entscheiden. Es sind sogar einige Charaktere noch nicht freigeschaltet, was zusätzlichen Anreiz bieten soll, auf den Pisten alles zu geben. Leider bietet auch die PSP-Version nicht den umfangreichen Editor, welchen die Versionen für Xbox 360 und Playstation 3 spendiert bekommen haben.
Warum nur ein Modus in der PSP-Version?
Im Gegensatz zur Wii-Variante wurde der Karriere-Modus sogar noch einmal vereinfacht bzw. fehlen ganze Teile. So dürft ihr beispielsweise keinen Kameramann auswählen, der auf der Nintendo-Konsole noch für zusätzliche Anforderungen sorgte. Die Entwickler haben aber auch auf der PSP darauf verzichtet, einen Free-Ride Modus zu integrieren - gerade hier hätte es durchaus zusätzlichen Langezeitspaß gegeben, wenn man sein Können in einem so einem Modus hätte trainieren können. Ebenso muss die PSP-Version auf den "Road Trip"-Modus verzichten, sodass ihr euch nur im Karriere-Modus austoben dürft. Allerdings hat man hier durch die zahlreichen Bonusziele schon eine gewisse Motivation, nochmals die Pistenabschnitte zu fahren. Es gilt beispielsweise eine Strecke in noch kürzerer Zeit und mit mehr Tricks zu absolvieren - dass ihr am Anfang wohl noch nicht die vollen Drei-Sterne-Bonusziele schafft, ist natürlich so von den Entwicklern gewollt.
Shaun White Snowboarding
Auf der PSP gilt es aber meist eine gewisse Punktzahl in vier verschiedenen Disziplinen zu erlangen: Geschwindigkeit, Tricks, Sliden und Carven. Die Anforderung "Geschwindigkeit" fordert von euch, wie der Name schon sagt, die Piste so schnell wie möglich zu absolvieren. Dabei geht euer Fahrer mittels Dreiecktaste in die Hocke, um somit an Speed zuzulegen. So füllt sich langsam aber sich die Anzeige, allerdings ist dank dieser Körperhaltung euer Board nicht mehr so geschmeidig zu kontrollieren wie zuvor - das bedeutet also, dass ihr Gefahr lauft ein Hindernis zu crashen. Die wohl anspruchsvollste Disziplin ist aber wohl "Tricks" auszuführen: Hier gilt es, euer Können in Form von möglichst spektakulären Kombinationen zu zeigen. Die Trickauswahl kann auf der PSP als durchaus annehmbar bezeichnet werden, was auch für die Steuerung gilt. Dazu aber gleich mehr.
Eine weitere Disziplin ist das so genannte "Carven": Hier gilt es möglichst ausschweifend die Pisten mittels der Schultertasten zu fahren. Die Kunst besteht hier allerdings in der Anforderung, die zahlreichen Hindernisse (Felsen, Bäume, etc) so knapp wie möglich anzufahren, um viele Punkte für die so genannten "Near Misses" zu ergattern. Die vierte Disziplin ist das bekannte "Sliden": Dabei dürft ihr verschiedenen Rails in Form von z.B. umgefallenen Baumstämmen dazu nutzen, möglichst lange auf ihnen zu sliden - mittels Schultertasten wird dabei das Gleichgewicht gehalten und via Steuerkreuz bzw. Analog-Nub werden Tricks ausgeführt. Jedes Mal, wenn ihr während einer Abfahrt von einer Haltung in die andere wechselt, füllt sich die so genannte "Fokus"-Anzeige. Ist diese komplett gefüllt, dürft ihr sie mittels Select-Taste aktivieren und bekommt für kurze Zeit mehr Punkte dank diesem Multiplikator
Auch auf der PSP dürft ihr in einem kleinen, aber feinen Mehrspielermodus gegen einen Freund antreten. Während auf den Konsolen entweder ein umfangreicher Onlinemodus oder ein vier Spieler Offlinemodus integriert wurde, dürft ihr auf der PSP nur zu zweit spielen. Hier dürft ihr also entweder "Kooperation" oder "Wettkampf" auswählen. Im Coop-Modus dürft ihr miteinander bestimmte Aufgaben erfüllen, im Wettkampf gegeneinander Herausforderungen bestehen. Leider greift dieser Ad-Hoc Mehrspielermodus nicht auf das bekannte "Game Sharing"-Feature der PSP zurück, weswegen jeder Spieler ein Exemplar des Spiels besitzen muss.
Angenehme Steuerung auf der PSP
Shaun White Snowboarding
Natürlich muss sich auch die PSP-Version den Vorwurf gefallen lassen, eine kaum tiefgängige Steuerung zu bieten. Allerdings ist das vielleicht gerade der Vorteil auf dem Sony-Handheld. Es wird mal keine völlig überladene Steuerung geboten, die aufgrund der beschränkten Möglichkeiten der PSP auftreten würde. Ihr steuert euren Fahrer bzw. eure Fahrerin mittels Steuerkreuz oder wahlweise auch dem Analog-Nub. Die wichtigste Taste dürfte aber die X-Taste sein, denn mit ihr vollführt ihr beispielsweise die Sprünge auf die Rails oder auch von einer Rampe, um dann spektakuläre Tricks zu vollführen. Während eines Sprunges habt ihr allerlei Möglichkeiten beeindruckende Kombinationen zu vollführen. Meist geschieht dies über eine Verknüpfung der L- bzw. R-Taste mit einer oder mehreren der vier Aktionstasten und dem Steuerkreuz. Desto waghalsiger eure Tricks sind, desto mehr Punkte gibt es natürlich. Das bereits erwähnte "Carven" vollführt ihr mit Hilfe der Schultertasten, was ausgesprochen angenehm funktioniert und keinen Raum für Kritik lässt.
Präsentation mit Höhen und Tiefen
Shaun White Snowboarding
Ähnlich wie die Version für die Nintendo-Konsole setzen die Entwickler auf der PSP auf den unterhaltsamen Comic-Look. Dieser präsentiert sich vor allem in den seltenen Zwischensequenzen oder anhand der Fahrer selbst. Die spielbaren Charaktere machen eine wirklich annehmbare Figur und auch die Strecken machen einen erstaunlich guten und weitläufigen Eindruck. Das Spielgeschehen läuft zudem absolut flüssig ab und auch die Ladezeiten halten sich für PSP-Verhältnisse in wirklich akzeptablen Grenzen. Doch wo Licht ist, da muss auch Schatten sein: Ähnlich wie die Wii-Variante muss sich die PSP-Version den Vorwurf gefallen lassen, eine etwas detailarme Optik zu bieten. Dies merkt man vor allem an den nur selten zu entdeckenden Details abseits der Strecke - hier wäre durchaus mehr drin gewesen. Ebenfalls leidet der Ableger für die portable Playstation an zwar wenigen, aber dennoch spürbaren Pop-Ups - zudem treten immer wieder flimmernde Texturen ins Bild.
