Sherlock Holmes: Crimes and Punishments in der Gamescom-Vorschau: Grafisch ein Sprung nach vorn

Special Alexander Winkel

Kollege Sandro Odak hatte bereits Anfang 2013 begeistert über den siebten Teil der Sherlock Holms Reihe aus dem Hause Frogware Games berichtet. Vor allem der Wechsel zur Unreal 3 Engine wird hervorgehoben, da Crimes and Punishments optisch einen gewaltigen Sprung nach vorne machen konnte. Olga Ryzhko präsentierte uns auf der Gamescom weitere Teile des kommenden Adventures und zeigt nochmals auf, wie vielseitig sich die Story letztendlich entwickeln kann.

In Crimes and Punishments übernehmen wir, wie nicht anders zu erwarten, die Rolle des beliebten Meisterdetektivs und ermitteln in insgesamt acht Fällen zwischen Diebstahl und Mord. Freunde klassischer Point & Klick Adventures kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten, auch wenn dank der neuen Engine das Geschehen sowohl aus der Ego-Perspektive als auch der dritten Person dargestellt werden kann. Mit dem Betreten der Baker Street, in der sich Passanten aufhalten, eine Kutsche bereit steht und das Leben pulsiert, demonstriert man einmal mehr, welche Detailverliebtheit im neuesten Ableger steckt. Das Licht der untergehenden Sonne taucht die Baker Street in einen unheimlichen, gelb-goldenen Farbton. Wir sind geblendet, als die Kamera kurz über den Himmel geschwenkt wird, um anschließend die Waren der hiesigen Geschäfte zu inspizieren.

Sherlock Holmes: Crimes & Punishments in der Gamescom-Vorschau (3) Quelle: Focus Home Interactive Sherlock Holmes: Crimes & Punishments in der Gamescom-Vorschau (3) Der heutige Fall auf der Gamescom bringt uns in einen dunklen Teil des Waldes, wo das Blut eines Unschuldigen den Boden einer kleinen Fischerhütte tränkt. Der arme Kerl wurde brutal mit einer Harpune an der Wand aufgespießt und hatte sicherlich keinen schnellen Tod. Meisterdetektiv Sherlock Holmes, der mit seinem struppigen Haar verwegener, gleichzeitig aber auch eleganter auftritt als in den Vorgängerspielen, nutzt seine deutlich verbesserten Talente und kann in dem Durcheinander des Holzverschlags auch Dinge ausmachen, die sich auf unerklärliche Weise nicht mehr an ihrem angestammten Platz befinden. Nicht allein die Harpune, die mit einem kraftvollen Schlag in die Brust des Opfers gerammt wurde und somit auf der Halterung an der Wand fehlt, wird von seinem geistigen Auge erfasst. Eine dezent durch den Staub angedeutete Stelle verrät ihm auch, dass eine Box oder Kiste abhanden gekommen sein muss. Am Rande des Tatortes, leicht mit dem Blut des Opfers beschmiert, finden wir zudem ein Tagebuch oder Notizblock der zahlreiche Zahlen aufweist.

Sherlock Holmes: Crimes & Punishments in der Gamescom-Vorschau (9) Quelle: Focus Sherlock Holmes: Crimes & Punishments in der Gamescom-Vorschau (9) Wieder daheim, werden diverse Fundstücke im Labor untersucht. Dabei muss Sherlock Holms jedes noch so kleine Detail beachten, denn jeder Hinweis kann die Gedankengänge des Spielers stark beeinflussen. In einem äußerst wertvollen Ring finden sich Gravuren und den Besitzer des Notizblockes zitiert Sherlock Holmes geradewegs in den Vorhörraum. Auch hier betont Olga Ryzhko die spezielle Holmes-Sicht, mit der jedes noch so kleine Detail ans Tageslicht befördert wird. Noch bevor der Verdächtige mit Fragen konfrontiert wird, analysieren wir dessen Auftritt. Er sieht eher aus wie ein Penner, trägt aber einen teuren Anzug. An der Schulter ist eine frische Naht erkennbar und die Ärmel scheinen für seine Figur einen Tick zu kurz zu sein, als ob das Jackett seinen Besitzer gewechselt hat. All das gibt uns Hinweise über die Persönlichkeit des Verdächtigen, nicht aber wirklich felsenfeste Hinweise zum Mord. Daher konfrontieren wir ihn mit dem Wissen des Ringes und Notizblocks und erfahren ein paar weitere interessante Dinge. Die Dialoge tragen viel dazu bei, eine persönliche Meinung zu bekommen.

Sherlock Holmes: Crimes & Punishments in der Gamescom-Vorschau (10) Quelle: Focus Sherlock Holmes: Crimes & Punishments in der Gamescom-Vorschau (10) Letztendlich ist es am Spieler, die Informationen aus dem Fall in einen Zusammenhang zu bringen. Es kommt ganz darauf an, welche Details man ans Tageslicht gefördert hat und ob evtl. irgendwelche Hinweise noch fehlen. Dadurch entstehen mehrere Lösungswege und Ansätze, wie der Fall zu beenden ist. Im schlimmsten Fall bringen wir einen Unschuldigen hinter Gittern, denn wie Olga Ryzhko nochmals betonte, überschneiden sich die Szenen sowie Informationen und es wird mehrere Enden geben – obwohl nur ein Szenario dem tatsächlichen Tathergang entsprechen wird. Man muss abwarten, wie motivierend Crimes and Punishments letztendlich ist, falls man einen Fall nochmals angeht und versucht, einen anderen Lösungsweg einzuschlagen.

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