Ship Simulator Extremes im Gamezone-Test

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Definitiv ein Spiel der Sparte "Serious Gaming", das eher für ganz hartgesottene Hochseekapitäne am PC ist.

Ship Simulator Extremes Ship Simulator Extremes Ship Simulator Extreme bietet 29 verschiedene Schiffe zur Auswahl, bei allen handelt es sich um Motorschiffe. Segelschiffe sucht man mit Ausnahme der "Rainbow Warrior III" vergebens, deren Segel zwar dargestellt, aber sonst bedeutungslos sind. Die Schiffsmodelle sind liebevoll animiert, viele Details wie Handläufe, Anschlussstutzen, Vernietungen und vieles mehr begeistern nicht nur den echten Fan eines solchen Spiels. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern können nun mehrere Schiffe parallel betrieben werden. Das wird sowohl im Tutorial, als auch in der ersten Greenpeace Mission gleich zur Bereicherung des Spielablaufs eingesetzt. So muss man beispielsweise im Tutorial vom Mutterschiff eines der mittransportierten Boote zu Wasser lassen und dann beide zu einem vordefinierten Zielgebiet fahren. Dieses Feature erzeugt mehr Abwechslung als in den Vorgängern, bei denen man auf seinem Schiff während des gesamten Missionsablaufs gefangen war.

Ship Simulator Extremes Ship Simulator Extremes Die Grafik selbst ist nicht schlecht, aber hinkt deutlich hinter dem her, was heute machbar ist. Es wird kein Anti-Aliasing eingesetzt, was die Landschaft und auch die Schiffe sehr eckig aussehen lässt. Auch gibt es häufig Clipping Fehler und Teile der Landschaft oder des Boots verschwinden bzw. verursachen ein nerviges Flimmern auf dem Bildschirm. Die Wasseroberfläche ist recht unspektakulär animiert, lediglich hoher Seegang war optisch beeindruckend. Das Kiel- und Schraubenwasser wird bei Fahrt dargestellt, wirkt jedoch sehr zweidimensional und damit nicht realistisch. Schön gemacht sind auf jeden Fall aber die Sehenswürdigkeiten, wie die Oper und die Harbour Bridge in Sydney oder die Freiheitsstatue in New York City, die aber so alle auch schon im Vorgänger enthalten waren.

Ship Simulator Extremes Ship Simulator Extremes Der virtuelle Kapitän hat die Wahl zwischen drei Kameraansichten. Entweder man steht am Steuerpult oder sieht das Boot aus der Vogelperspektive. Der dritte Modus nennt sich "Rundgang-Modus" und erlaubt es sich frei auf den zugänglichen Bereichen des Schiffes zu bewegen. Leider ist die Kamera nicht frei beweglich, sondern immer an der Brücke orientiert fest verankert. Dies führt insbesondere bei den Ozeanriesen, wie z.B. dem Kreuzfahrtschiff dazu, dass man die Verankerungspunkte der Vertäuung nicht gut erkennen kann. Bei meiner ersten Tourismusmission habe ich aus diesem Grund das Tau am Heck nicht erkannt und das Schiff in erhebliche Schieflage gebracht. Dieser Zwischenfall bringt mich gleich zu einem weiteren Bug: die Physik scheint wohl noch einige Macken zu haben. Als beim Kreuzfahrtschiff endlich von mir das letzte Tau gekappt wurde, blieb das Schiff einfach schräg im Wasser liegen. Das gleiche passierte zu Beginn der Mission auch dem Motorboot mit dem man sich zu seinem Kreuzfahrtschiff passieren muss: Ohne jegliche Betätigung von Tasten ist der Kahn einfach ohne Vorwarnung völlig unmotiviert abgesoffen.

Ship Simulator Extremes Ship Simulator Extremes Die Atmosphäre, die das Spiel vermittelt, ist leider ärmlich. Die Liebe zum Detail die man den Schiffen angedeihen hat lassen, ist bei der restlichen Landschaft mit Ausnahme der Sehenswürdigkeiten nicht zu erkennen. Es gibt neben dem Motorengeräusch und den mit dem Patch 1.2.2. zurückgekehrten Funkverkehrsnachrichten keinerlei Soundeffekte. Die Landschaft ist statisch, kein Vogel weit und breit und auch Menschen sind selbst auf der eigenen Brücke nicht zu sehen. Die Autos auf dem Festland stehen alle brav auf ihren Parkplätzen und tragen zu der gespenstischen Atmosphäre bei. Fast hat man den Eindruck man hätte während der Atlantiküberquerung nicht mitbekommen, dass die Menschheit durch einen fiesen Virus ausgerottet wurde. Das lässt natürlich Langeweile aufkommen. Zum Glück gibt es aber das Internet, denn ohne dieses hätte ich nicht herausgefunden, dass es im Spiel einen nicht dokumentierten Autopiloten mit Zeitraffer gibt, der insbesondere langen Fahrten auf die Sprünge hilft. Dieser lässt sich auf der Karte aktivieren, sobald man diese auf den gesamten Bildschirm vergrößert hat. Bei der Gelegenheit lassen sich auch Wegpunkte setzen, die angesteuert werden sollen.

Ship Simulator Extremes Ship Simulator Extremes Die Steuerung der Schiffe funktioniert wahlweise per Tastatur oder per Maus und ist immer noch sehr einfach gehalten. Im Prinzip beschränkt sich das Ganze auf vorwärts, rückwärts, links, rechts und das Querstrahlruder, sofern überhaupt vorhanden. Hier stellt sich mir als Landratte ernsthaft die Frage ob die Steuerung eines Boots wirklich so einfach ist, oder VSTEP hier einfach die Puste ausgegangen ist.

Laune machen dagegen der Wasserwerfer auf dem Küstenwachen-Boot und der Mehrspieler-Modus. Letzterer war auch schon in der Vorgängerversion enthalten. Hier kann man zumindest mit anderen Kapitänen interagieren und z.B. gemeinsam große Schiffe schleppen. Die Langzeitmotivation ist aber auch hier eher als gering einzustufen. Für die Konsumentenversion wurde die Unterstützung von mehreren Monitoren gestrichen, die nur noch der professionellen Version vorbehalten ist.

Meinung

Wertung zu Ship Simulator Extremes (PC)

Wertung:

6.5 /10
Pro & Contra
29 detaillierte SchiffsmodelleAutopilotZeitrafferrealistische Hafendarstellung mit SehenswürdigkeitenBelohnungssystem
Statische LandschaftFehlende SoundkulissePhysikproblemeClippingfehler
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