Es kann eben nur Einen geben: Das offizielle Remake zu Sid Meiers Pirates ist auch auf der Xbox ein Hit!
Die ganze Karibik in einem Spiel
Sid Meier's Pirates!
Die Raubzüge zwischen und auf den idyllischen Eilanden sind immer wieder für Überraschungen gut und jede eurer Aktionen hat schließlich auch Auswirkungen auf das im Hintergrund werkelnde aber dennoch komplexe System von politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Wenn ihr zum Beispiel einen Transport mit Immigranten aufhaltet oder die Ankunft eines neuen Gouverneurs verhindert, wirkt sich das auch auf die Zukunft der jeweiligen Stadt aus. Auch geben euch neutrale Jesuiten-Missionen hin und wieder einen Auftrag zur Eskorte und Verteilung von neuen Siedlern, wodurch ihr selbst entscheiden könnt, welcher Hafen in Zukunft aufblühen oder doch lieber klein und schäbig bleiben soll. Abhängig davon sind auch wieder die Ver- und Ankaufspreise der örtlichen Händler und Schiffswerften. Wer es sich mit einer Nation ganz besonders übel verscherzt, hat auch schnell einen der gefürchteten Piratenjäger am Hals und muss sich früher oder später einem schweren Kampf stellen. Wer hingegen lieber möglichst friedlich durch die Gegend schippert, kann sich lediglich auf den gewinnbringenden Handel mit Waren beschränken - dies ist zwar deutlich langweiliger als das säbelrasselnde Abenteuer auf hoher See, aber es ist ein weiteres Indiz dafür, wie enorm viele spielerische Möglichkeiten hier verbaut wurden. Das eigentliche Spielziel ist es, der berühmteste, reichste und zugleich gefährlichste Pirat der gesamten Karibik zu werden. Außerdem müssen eure in der Karibik verstreuten Verwandten wieder gefunden und möglichst viele Adelstitel und Hektar Land bei allen vier Kolonialmächten eingeheimst werden. Das Spiel kann jederzeit nach dem Aufteilen der Beute beendet werden, ein richtiges Piratenleben sollte allerdings bis zum Schluss genossen werden und der Säbel erst mit den ersten Anzeichen körperlicher Gebrechen an den Nagel gehängt werden. "Pirates!" ist stolz darauf kein vorgegebenes Ende oder eine beschränkte Spielziel zu haben und war das erste von vielen dieser typischen Endlosspiele aus der Feder von Kultdesigner Sid Meier.
Wenige, aber gelungene Neuerungen
Sid Meier's Pirates!
Die erfahrenen Seebären unter euch, welche schon seit vielen Jahren unter dem Totenkopfbanner unterwegs sind, werden natürlich in erster Line die vorgenommenen Änderungen interessieren. Gleich vorweg: Man hat sich nur marginal am gelungenen Spielablauf zu schaffen gemacht und jegliche Verschlimmbesserungen sind zum Glück ausgeblieben. Eine wichtige Änderung betrifft die Angriffe auf Städte, welche nur noch auf dem Landweg eingeleitet werden können. Das darauf folgende Szenario wurde größtenteils beibehalten: Ihr bewegt euch nun in rundenbasierter Form auf die Tore der Stadt zu, um dort ein letztes Schwertduell mit dem Chef der örtlichen Wache auszufechten. Das taktische Minigame lässt euch verschiedene Truppen aus Fern- oder Nahkämpfern über ein gerastertes Spielfeld mit begrenzter Zuganzahl pro Runde manövrieren. Natürliche Deckung in Form von kleinen Wäldern, die Moral eurer Männer oder unpassierbare Felsformationen müssen bei der strategischen Planung beachtet werden.
Sid Meier's Pirates!
Ein weiterer Neuzugang ist das Minigame zum Einschleichen in eine feindliche Stadt: Hierbei müsst ihr das von Sam Fisher gelernte Können unter Beweis stellen und unbemerkt an diversen Wachen vorbei bis zum Stadtzentrum vordringen. Außerdem ist es ab sofort möglich Seekämpfe mit mehreren Schiffen auszutragen, denn so mancher mit Luxusgütern beladener Frachter hat nämlich diesmal auch eine schießwütige Eskorte dabei, was den Angriff deutlich erschwert. Zu diesem Zweck hat man aber eine weitere, sehr gelungene Neuerung eingeführt: Im Laufe des Spiels werden euch verschiedene Objekte zum Kauf angeboten, welche die verschiedensten Fähigkeiten (Handel, Fechten, Charisma) eures Helden verbessern. Auch finden sich auf manchen Schiffen nun spezielle Fachleute, welche die Seetüchtigkeit und Kampfkraft eurer Schiffe langfristig durch ihr Können verbessern.
Sid Meier's Pirates!
Letztendlich müssen die Gouverneurstöchter nun von der gesellschaftlichen Tauglichkeit eures Freibeuters mit einem kleinen Tänzchen überzeugt werden. Die Steuerung ist denkbar einfach: Ihr drückt einfach im richtigen Moment die auf dem Bildschirm eingeblendete Taste. Macht ihr eure Sache gut, gibt's ein Küsschen und evtl. sogar einen wichtigen Hinweis auf verlorene Familienmitglieder oder feindliche Piraten. Wer Beziehungen zu den vornehmen Damen der Inselwelt durch häufige Besuche oder wertvolle Geschenke pflegt, darf schließlich auch auf eine Piratenbraut aus vornehmem Hause hoffen.
Gelungene Konsolen-Umsetzung auf die Xbox
Sid Meier's Pirates!
Die auf dem PC noch etwas fummeligen und mitunter frustrierenden Tanzeinlagen sind dank Verwendung der Joypad-Buttons um einiges leichter geworden und auch die Seeschlachten wurden bei dieser gelungenen Konsolen-Portierung einfacher gemacht: Ist eure Mannschaft zahlenmäßig stark unterlegen, müsst ihr vor dem eigentlichen Duell an Deck einige QT-Events erfolgreich absolvieren. Ganz ähnlich wie in Segas "Shenmue" muss lediglich die eingeblendete Tastenfolge möglichst schnell und fehlerfrei eingeben und schon wird die feindliche Mannschaft um ein paar Dutzend dezimiert. Neben einer perfekt auf das Joypad abgestimmten und äußerst handlichen Steuerung hat man auch die Benutzerführung an Konsolenverhältnisse angepasst. So gibt es im Pausemenü nun auch eine Art Questlog, welches euch immer konkret vorschlägt, was der nächste richtige Schritt in der erfolgreichen Piraten-Karriere wäre. Aus Gründen der Spielbarkeit wurde jedoch das Schatzsuche-Minigame entfernt, wenn ihr nun mit der Xbox an Land geht, trefft ihr entweder sofort auf einen Schatz oder bekommt die spartanische Meldung, dass es dort nichts zu holen gab. Wer allerdings auf seinen Beutezügen durch die Karibik besonders erfolgreich war, darf sich über freischaltbares Bonusmaterial freuen, welches mit hart erspielten Bonus-Dublonen im Hauptmenü eingekauft werden kann
Sid Meier's Pirates!
Xbox bedeutet auch Xbox Live, weshalb man die obligatorische Freundeslisten-Verwaltung, herunterladbare Inhalte und eine zentral verwaltete Highscoreliste integriert hat. Der Mehrspielermodus funktioniert leider nur lokal für bis zu vier Spieler. Die Bezeichnung "Mehrspielermodus" hat das kleine Minigame allerdings kaum verdient, hier dürfen sich die Mitspieler nämlich lediglich in einer kleinen Seeschlacht bekriegen, auftauchende Extras verstärken dabei Kanonen und Verteidigung. Für echte Piraten ist das witzige Galeonen-Geballere ein ganz netter Zeitvertreib, trotzdem bleibt "Pirates!" nach wie vor ein waschechtes Solospiel.
