Die Piraten kommen auf der Wii nicht richtig auf Kurs sondern kämpfen eher gegen den Zahn der Zeit.
Ein technisch laues Lüftchen
Sid Meier's Pirates!
Der Zahn der Zeit hat sichtlich am Spiel genagt und auch wenn dies noch einmal etwas für die Wii umgestaltet wurde, so kann die Präsentation nicht vollends überzeugen. Das liegt unter anderem an den elenden Ladezeiten, die den Spielfluss immer wieder enorm hemmen. Einlaufen in einen Hafen: Ladebildschirm, Klarmachen zum Gefecht: Ladebildschirm, Betreten einer Taverne: Ladebildschirm. Diese Liste könnte man unendlich fortführen und so wird die Stimmung und der Drang nach neuen Abenteuern doch sehr gedämpft. Auch grafisch läuft die Wii nicht zur Höchstform auf, sondern liefert Altbekanntes mit wenig frischen Neuerungen und ohne eine gehörige Grundreinigung. Sicherlich ist alles irgendwo angemessen in Szene gesetzt, doch wäre hier auch einfach mehr drin gewesen. Man hat zu oft das Gefühl, als handelt es sich hier um einen platten Port ohne Seele.
Sid Meier's Pirates!
Musikalisch kräuseln sich einem teilweise sogar die Fußnägel, da die Musik äußerst klirrend und schräppig aus den Boxen dröhnt und man auf so etwas wie Sprachausgabe gänzlich verzichtet hat. Stattdessen gibt es eine Menge Textmenüs, was dem Original zwar nahe kommt, heutzutage aber beileibe nicht mehr zeitgemäß wirkt. Da helfen auch nicht die altbekannten Melodien, denn entweder man bleibt dem Original treu und setzt auf Midi-Töne oder möbelt das Ganze orchestral auf. Eine Mischung daraus geht nur selten gut und mit der Musik in Pirates bekommen wir hierfür den Beweis geliefert.
