Silence ist ein Nachfolger des melancholisch-lustigen Point and Click Adventures The Whispered World. Nun aber mit einem ernsten, düsteren Unterton.
Vier Jahre schon entwickelt Daedelic an Silence. So lang, dass der eigentliche Titel The Whispered World 2 verschwunden ist. Man könne ihn sich noch immer als Untertitel dazudenken, erklärt der Game Designer auf der Gamescom. Und natürlich teilt sich Silence dieselbe Spielwelt, dieselben Charaktere wie der erste Teil. Aber Look und Feel haben sich stark verändert.
Während Sedwick in Whispered World noch ein bunt gezeichneter, trottelig-melancholischer Hauptcharakter war, der trotz seiner depressiven Phasen immer liebenswert rüber kam, ist der neue Sedwick ein kühlerer Geselle. Unnahbar und ernst wirkt er in der Szene, die wir auf der Gamescom gesehen haben. Und auch die Welt hat nichts mehr mit dem gemein, was The Whispered World ausmachte. Statt bunter Comic-Landschaften erwartet uns eine düstere Welt, die "Silence". Sedwick und Renie sind in dieser Zwischenstufe zwischen Leben und Tod gefangen und müssen fliehen.
Emotionale Entscheidungen
Quelle: Daedalic
Vom einst trottelig-melancholischen Sedwick ist nichts mehr übrig: Er ist jetzt ein ernster Typ geworden.
Zur Seite stehen den beiden Kids auch eine Handvoll andere Charaktere. Die Raupe Spot erinnert beispielsweise an die humorvollen alten Tage. Mit ihr kann man Rätsel lösen, etwa indem man sie als erweiterten Greifarm nutzt, um an hoch gelegene Objekte zu kommen. In der Demo begleiten uns außerdem Kyra, Sam und Janus, die gegen die fiesen Monster in Silence kämpfen. Sie versuchen die beiden Kinder in Sicherheit zu bringen. Doch auf der Flucht trennen sich die Gruppen: Sedwick und Renie sind schon an Deck eines rettenden Schiffes. Sie müssten nur noch ablegen und davonsegeln. Kyra und ihre zwei Helfer versuchen aber noch an Land die Monster abzuhalten.
In einem eindringlichen Dialog können wir Sedwick entscheiden lassen, ob er Kyra mit einer List dazu bringt, den Anker zu lichten. Vom trotteligen Clown entwickelt sich der Hauptcharakter zu einem zwiegespaltenen Wesen. Die Entscheidung soll später auch massiv den Verlauf der Geschichte beeinflussen. Wenn er an dieser Stelle auf seine Feunde wartet, sehen sie ihn mit ganz anderen Augen. Wenn er sie aber im Auge des Todes zurücklässt, wird selbst seine Schwester an ihm zweifeln. Denn... Kann man jemandem vertrauen, der drei Freunde in Gefahr bringt?
Kino-Stil
Quelle: Daedalic
Tolles Design: Renie überzeugt durch liebevolle Gestaltung und sticht dadurch aus der Düsternis heraus.
Der Look von Silence, mit seinem Mix aus düsteren Levels und liebevollen Hauptfiguren, hat uns auf der Messe gefallen. Ein ELement stach besonders hervor: Daedelic will Silence durchgehend cinematografisch aussehen lassen. Zwischensequenzen gehen fließend in Gameplay über. Und selbst diese Szenen wirken, wie aus einem Kinofilm gegriffen. Meist merkt man erst, dass die Zwischensequenz zu Ende ist, weil die Kamera leicht raus zoomt. Das wirkt sehr spannend und künstlerisch.
Bei den Rätseln hingegen wollen die Entwickler nicht viel experimentieren. Gameplay ordnet sich Story und Inszenierung eh unter, erfahren wir in Köln. "Daedelic ist eben eine Firma, die gut Geschichten erzählt." Ja, das stimmt.
Hat wenig mit Whispered World zu tun - glänzt dafür bei der kinoreifen Inszenierung.
