Silent Hill 2 im Test: Der beste Horror des Jahres? Darum ist das Remake ein Hit!

Test Michael Grünwald
Silent Hill 2 im Test: Der beste Horror des Jahres? Darum ist das Remake ein Hit!
Quelle: Konami

Nach 23 Jahren kehrt mit Silent Hill 2 eines der besten Horrorspiele aller Zeiten zurück. Doch kommt das Remake an das Original heran?

Alan Wake 2 und das Remake von Resident Evil 4 haben das Genre des Survival-Horror im letzten Jahr auf eine neue Ebene gehoben. Für Konami und Entwickler Bloober Team gilt es daher, eine hohe Hürde zu überwinden, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Silent Hill 2 aus dem Jahr 2001 hat seit dem Release schließlich den Ruf eines absoluten Meisterwerks weg. Eine schlechte Umsetzung ist also ein No-Go.

Lesetipp: Alle Enden in Silent Hill 2 freischalten

Doch wir können direkt beruhigen: Mit dem Remake liefert Konami nach langer Zeit ein starkes Comeback auf dem Spielemarkt und ein Grusel-Fest für Horror-Fans ab. Der Mix aus Oldschool-Gameplay und moderner Auffrischung funktioniert sehr gut. Zusammen mit der fantastischen Story bekommen wir über etliche Stunden ein grandioses Spielerlebnis geboten. Nur ein paar technische Probleme stören das Gesamtbild.

Alt war gestern

Bevor wir genauer auf Gameplay, Story und Technik eingehen, möchten wir zunächst ein paar Zeilen über die Unterschiede zwischen Original und Remake verlieren. Denn die Frischzellenkur des Spiels betrifft nicht nur einige optische Elemente, sondern auch zusätzliche Dialoge, eine moderne Third-Person-Perspektive, neue Rätsel und sogar weitere alternative Enden.

Die Entwickler schaffen es trotz der Neuerungen eindrucksvoll, die besondere Stimmung des Klassikers einzufangen. Das Spiel erhält an den richtigen Stellen noch mehr Tiefgang und Atmosphäre, wodurch eine grandiose Mischung zwischen alter Schule und Moderne entsteht.

Viele Remakes scheitern daran, dass Entwickler ursprüngliche Ideen missverstehen oder sich das Gameplay in eine falsche Richtung verändert. Mit Silent Hill 2 (jetzt kaufen / 55,99 € ) dreht Bloober Team jedoch an den richtigen Stellschrauben.

Ein Auto steht auf einem Hügel auf einem Parkplatz Quelle: Konami

Welcome to Silent Hill

Außer ein paar kleineren Veränderungen bleibt die Story identisch zum Original. Zunächst einmal fassen wir die Geschichte in einfachen Worten zusammen, anschließend gehen wir mehr ins Detail, ohne aber wichtige Eckpfeiler der fantastischen Story zu spoilern. Denn Silent Hill 2 steht noch für deutlich mehr als nur die Reise durch das nebelverhangene Örtchen.

Wir schlüpfen in die Haut von James Sunderland, der aufgrund eines Briefes seiner Frau nach Silent Hill aufbricht. Das Besondere dabei: Seine Ehepartnerin Mary verstarb drei Jahre zuvor an einer Krankheit. James stellt sich daher die Frage, was es mit dem mysteriösen Schreiben auf sich hat. Könnte Mary doch noch leben?

Wie bereits aus Teil eins bekannt, dauert es nicht lange und schon findet sich unser Hauptcharakter in einem Albtraum wieder. Der dichte Nebel in dem kleinen Ort ist schließlich nur das kleinste Übel. Auf den Straßen und in den Gebäuden treffen wir immer wieder auf verunstaltete Monster, die uns nicht gerade freundlich gesinnt sind. Wir folgen Hinweis nach Hinweis und kommen dadurch immer tiefer in gruselige Gefilde wie ein düsteres Gefängnis und ein verlassenes Krankenhaus. Wobei "verlassen" nicht ganz stimmt, die Krankenschwestern haben sich aber ein wenig zu ihrem Nachteil verändert.

James Sunderland aus Silent Hill 2 in Nahaufnahme Quelle: Konami

Das geht unter die Haut

Doch es würde Silent Hill 2 nicht gerecht werden, nur die oberflächliche Geschichte zu beurteilen. Es steckt so viel mehr Tiefgang in dem Werk, das Team Silent vor 23 Jahren erschaffen hat. Nicht nur jede Person, auf die James in dem 15-20-stündigen Remake des Horror-Klassikers trifft, vermittelt eine bestimmte Botschaft, sondern auch die verschiedenen Gegner.

Da hätten wir knapp bekleidete Krankenschwestern, Wesen, die nur aus Beinen bestehen, und schlussendlich mit Pyramid Head einen der populärsten Antagonisten in der Videospielegeschichte. Die Übersexualisierung mancher Gestalten und bestimmter Aktionen sind im Falle von Silent Hill 2 nicht übertrieben dargestellt, vielmehr ergeben sie einen Sinn, sobald wir uns mehr mit der Materie auseinandersetzen.

Bildergalerie

Neben einem ganz eigenen Erzählstil behandelt das Remake erneut ernste Themen. In der Spielwelt verstreute Texte drehen sich hin und wieder um Mord und Suizid. Auch eine Zwischensequenz, in denen eine Vergewaltigung des Pyramid Head angedeutet wird, hat eine tiefere Bedeutung und ist nicht nur im Spiel, um Aufsehen zu erregen.

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