Silent Hill: Shattered Memories im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Auf der Suche nach seiner Tochter Cheryl macht sich Harry Mason erneut auf nach Silent Hill.

Kein Schwein ruft mich an...

Silent Hill: Shattered Memories Silent Hill: Shattered Memories Da Harry ein wenig verwirrt zu sein scheint, ist es ganz praktisch, dass er sein Handy dabei hat. Dieses hilft ihm häufig weiter, wenn er die Orientierung verloren hat. Es verfügt nämlich über eine Karte, die jederzeit aufgerufen werden kann und den genauen Standort und die umliegenden Straßen anzeigt. Doch nicht nur das. Es ist auch möglich damit Fotos zu schießen. Hin und wieder stößt man auf durchsichtige Silhouetten verschiedenster Personen. Man kann sie kaum erkennen, da sie eher wie neblige Glasskulpturen wirken, doch wenn man diese fotografiert, sind sie auf dem Bild ganz normal zu sehen. Außerdem wird durch das Fotografieren ein Mechanismus ausgelöst, sodass auf eurem Handy plötzlich eine SMS oder eine Sprachnachricht erscheint. In ihr erfahrt ihr etwas über das tragische Schicksal des Fotografierten. Mit einem Handy kann man aber selbstverständlich auch telefonieren. Manchmal ist dies auch nötig. Ruft beispielsweise den Brückenwärter an, damit er euch verrät in welcher Reihenfolge man die Hebel betätigen muss, damit die Brücke herunter gelassen wird. Ihr bekommt zudem auch Anrufe von Leuten wie Cybil oder sogar von Cheryl.

Auf der Couch des Psychodoktors

Silent Hill: Shattered Memories Silent Hill: Shattered Memories Nach den Abschnitten, in denen ihr mit Harry durch Silent Hill streift, nehmen die Sitzungen beim Psychiater den zweitgrößten Teil des Spiels ein. Immer wieder wird das eigentliche Geschehen (die erzählte Erinnerung) sozusagen angehalten und ihr findet euch in der Praxis von Dr. Kaufmann wieder. Ihr sitzt ihm gegenüber, schaut ihn aus der Ego-Perspektive an und könnt während des Gesprächs mittels Wii-Remote umher schauen. Die Handlung geht aber erst wieder weiter, wenn ihr eine bestimmte Aufgabe gelöst habt. Die allererste ist ein Fragebogen, in dem ihr ein wenig von euch selbst preisgebt. Er enthält sehr persönliche Fragen und je nach Antwort stempelt euch das Spiel etwa als Familienmenschen, Alkoholiker oder sogar als Sexbesessenen ab. Das wirkt sich auch auf den weiteren Verlauf der Handlung aus. Wer sich häufig für anrüchige Antworten entscheidet, der wird von den weiteren Charakteren dazu passend angesprochen und sie sehen sogar dementsprechend aus. Beim braven Familienmenschen sind die Charaktere zum Beispiel eher konservativ gekleidet und haben keine tiefen Dekolletés oder sexy Kleider an. Bei einigen Fragen müsst ihr für ein "ja" mit dem Kopf nicken, indem ihr die Wii-Remote nach oben und unten bewegt und für ein "nein" schüttelt ihr den Kopf, indem ihr nach rechts und links zeigt.

Silent Hill: Shattered Memories Silent Hill: Shattered Memories Einmal stellt euch Dr. Kaufmann die Aufgabe ein Haus, die Garage, das Auto und ein Ehepaar mit Buntstiften anzumalen. Habt ihr euch etwa für ein grünes Dach und einen gelben Briefkasten entschieden, so kommt ihr kurz darauf auch tatsächlich an ein Haus, das genau so aussieht. Auch die beiden Eheleute haben Klamotten in den Farben an, die ihr ihnen auf dem Papier gegeben habt. Doch nicht immer sind eure Auswirkungen dieser kleinen Psychotests so deutlich erkennbar. Beim klassischen Rorschach-Test werden euch Tintenkleckse dargeboten und ihr sollt aufgrund der dargestellten Formen entscheiden, ob diese etwas Sexuelles an sich haben oder nicht. Je nachdem ob ihr in jedem Flecken gleich irgendwelche Geschlechtsteile oder ähnliches erkennt oder ob ihr diese allesamt als etwas anderes deutet (beispielsweise ein Tier), wirkt sich dies auf euren Charakter aus. Selbst das Ende des Spiels hängt damit zusammen, wie oft ihr beim Psychiater welche Antworten gegeben habt. Diese kleinen Tests machen außerdem richtig Laune und lockern das Spielgeschehen auf angenehme Weise auf, ohne dabei aufgesetzt oder unpassend zu wirken. Sie gliedern sich sehr gut in die Geschichte ein und sind von zentraler Bedeutung. Was es damit aber genau auf sich hat, erfahrt ihr erst in den allerletzten Spielminuten.

Nervige Eislabyrinthe und kurze Spieldauer

Silent Hill: Shattered Memories Silent Hill: Shattered Memories Schon immer wussten die Spiele der Silent Hill Serie durch eine sehr dichte und beklemmende Atmosphäre zu begeistern. Das ist auch beim neusten Ableger wieder so und es liegt nicht zuletzt daran, dass ihr über keinerlei Waffen verfügt und daher ein Gefühl der Hilflosigkeit und Flucht erzeugt wird. Noch überzeugender wäre dies allerdings gewesen, wenn die Eislabyrinthe nicht so verzwickt und nervig wären. Oft holen euch die Kreaturen ein und fallen über euch her. Um auf die Karte zu schauen reicht die Zeit nur selten, da das Geschehen nicht angehalten wird, so lange Harry das Handy bedient. Erst wenn die Karte vollständig aufgerufen wurde, steht auch das Spiel auf Pause. Dadurch verliert man wertvolle Sekunden, aber ohne Karte ist es sehr schwer sich zu orientieren. Hier hätte man sich etwas anderes einfallen lassen können, denn mit der Zeit hat man keine Lust mehr auf diese Eisabschnitte.

Silent Hill: Shattered Memories Silent Hill: Shattered Memories Der zweite große Kritikpunkt ist die kurze Spieldauer. Leider lässt sich "Shattered Memories" ohne Probleme an einem Tag durchspielen und bietet nur gut 5-7 Stunden Spielzeit. Während das bei anderen Titeln ein erhebliches Manko wäre, können wir aber immerhin sagen, dass der Wiederspielwert enorm hoch ist. In den allerletzten Minuten erfahrt ihr noch ganz entscheidende Dinge, die euch motivieren alles noch einmal mit diesem "neuen Wissen" durchzuspielen. Beim zweiten Durchgang wird man bestimmte Dinge dann nämlich ganz anders wahrnehmen.

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