Der Schleich-Sshooter Sniper: Ghost Warrior geht in die dritte Runde und will noch eine Schippe Realismus auf das eh schon sehr realitätsnahe Gameplay draufwerfen. Wir haben den Nachfolger angespielt.
Sniper: Ghost Warrior 3 wirft uns als US-amerikanischer Sniper hinter die feindlichen Linien - illegal und abgeschnitten von den eigenen Truppen! Wenn wir entdeckt werden, wird niemand kommen, niemand für uns kämpfen... Wir sind allein. Der Handlungsort: Georgien. Die USA und Russland führen hier einen erbitterten Stellvertreterkrieg, den wir mit bester Sicht aus erster Reihe beobachten.
Die Welt können wir offen erkunden. Fünf Karten sind es insgesamt, dazwischen gibt es kurze Ladesequenzen. Hat man eines dieser riesigen Areale geladen, kann man sich darin frei bewegen und seinen eigenen Weg suchen. Mit einem Seil kann man Steilwände und Berge hinaufklettern - das extreme Terrain ist zwar oft steinig, doch solche schwierig zu erreichenden Orte beherbergen oft besonders gute Sniper-Punkte.
Neues Spielzeug
Quelle: CI Games
Mit einer Drohne können wir gegnerische Stellungen auskundschaften.
Im Vergleich zum Vorgänger Ghost Warrior 2 hat der neue Sniper einige neue Spielzeuge und Gadgets dazubekommen. So kann er mit einer Mini-Drohne feindliche Stellungen aus der Luft auskundschaften. So lässt sich die ZUielperson schon aus der Ferne markieren und dann im Auge behalten, während man nach einem guten Schusswinkel sucht.
Das ist auch wichtig, denn einen Zielmarker soll Sniper: Ghost Warrior 3 nicht haben. "Einfach ein paar Wegpunkten folgen, das geht nicht", erklärt der Produzent. Stattdessen sollen Spieler proaktiv Drohnen verwenden, Gesprächen lauschen und nach Hinweisen suchen.
Letzteres geschieht im Scout-Modus. Darin werden Details in der Umgebung besonders dargestellt, wenn sie wichtig für den SPieler sind. Die Macher erklären das mit der besonders guten Ausbildung des US-Snipers - er bemerkt eben selbst Kleinigkeiten. So erkennen wir in unserer Demo zum Beispiel Fußspuren und später sogar Minen. Daraus ist abzulesen, dass ein Heckenschütze in der Nähe ist. Den Spuren zufolge ist er allein - und die Minen bestätigen das. Denn wenn Scharfschützen in Zweierteams unterwegs sind, übernimmt der Markierer auch die Eigensicherung. Wir schleichen um die Minen herum und schalten den Schützen mit dem Messer aus: Perfekt, denn von seinem Standort aus können wir die feindliche Stellung mit der Zielperson perfekt einsehen.
Groß geschriebener Realismus
Quelle: CI Games
Entfernung, Temperatur, Wind und Luftfeuchtigkeit spielen eine Rolle beim Schuss.
Hat man seinen Sniper-Punkt gefunden, wandelt sich Ghost Warrior 3 vom Schleich-Shooter zum realistischen Sniper-Simulator. Zuerst einmal müssen wir wählen, in welcher Position wir schießen wollen. Im Stehen geht ein Schuss mit Ansage daneben - dafür zittert selbst der beste Scharfschütze auf weite Distanzen einfach zu sehr. Sicherer ist es, sich hinzuknien oder hinzuelgen und das Gewehr abzustützen. Außerdem kann man sich auch an einem Objekt in der Welt anlehnen - etwa einem Stein. Auch das stabilisiert den Lauf.
Erst im zweiten Schritt müssen wir uns Gedanken über die Flugbahn machen. Entfernung und Wind zu beachten ist ein No-Brainer. Aber Ghost Warrioir 3 kennt auch noch Temperatur und Luftfeuchtigkeit. All diese Elemente beeinflussen den Verlauf unseres Schusses. Korrigiert man die Eingaben nicht am Fernrohr, geht der Schuss mit Ansage daneben. Beim Anspielen passiert es uns beispielsweise, dass wir aus Versehen die Zieloptik zu weit verdrehen. Der Schuss trifft nicht, dafür sind die Wachen alarmiert. Sie schicken Helikopter und Soldaten - nach wenigen Minuten im Dickicht des Waldes ist die Verfolgungsjagd vorbei: Unser Sniper tritt in eine Mine und stirbt.
Hübsche Grafik
Quelle: CI Games
Düster und atmosphärisch: Die CryEngine 4 tut gute Dienste!
Was die Sniper-Serie schon von jeher beherrscht, ist tolle Optik. Im dritten Teil der Serie verwenden die Macher die CryEngine 4. Das Ergebnis sieht wundervoll aus! Die Atmosphäre im dunklen Wald ist erstklassig. Der helle Mond scheint durch die umliegenden Baumkronen und spiegelt sich in einem kleinen Flusslauf. Hätte die Spielfigur nicht eine schallgedämpfte Pistole in der Hand, man könnte die Spielwelt fast für ein Idyll halten.
Aber das ist sie nicht. Neben den Hauptmissionen wird man in der offenen Welt immer wieder auch Nebenmissionen vorfinden. Die heißen "War Crimes", Kriegsverbrechen. So beobachten wir auf unseren Wanderungen durch die georgische Wildnis einen Kommandanten, der die Bevölkerung zu Sklavenarbeit in einer Uranmine zwingt. Ein Streit droht zu eskalieren, der Kommandant will beide erschießen. Will man reagieren? Oder einfach weitergehen?
Sniper: Ghost Warrior 3 erscheint im zweiten Quartal 2016 für PC, Playstation 4 und Xbox One.
