Solar Shifter EX im Test: Knallharter Shooter verlangt stählerne Nerven

Test Alexander Winkel
Solar Shifter Ex (7)
Quelle: Headup Games

Das klassische Science-Fiction Shoot 'em Up Spiel Solar Shifter EX kündigt sich mit satten Explosionen und knallharter Action an. Eine unglaubliche Materialschlacht, die hier im All ein Effektfeuerwerk der Extraklasse abfeuert, zugleich aber unglaubliche Konzentration des Piloten abverlangt. Wer hier die Nerven bewahren und die Welt retten will, muss ziemlich frustresistent sein.

Die Story von Solar Shifter EX ist äußerst simpel und lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Eine Alieninvasion bedroht die Menschheit und wir stürmen mit unserem Raumgleiter an die vorderste Front, um die Biester und deren Raumschiffe zu Schrott zu verarbeiten. Es handelt sich dabei um einen Weltraum-Shooter, der gewisse Parallelen zu so genannten Bullet-Hell Shootern aufweist. Riesige Schwärme an unterschiedlichen Gegnern und Geschwadern ziehen über den Bildschirm und Feuern mit allem, was die Kanonen hergeben. Vor allem gegen später durchstreift man einen unglaublichen Kugelhagel, der es wirklich in sich hat. Hier den Überblick zu wahren, ist auch dank der kräftigen Explosionen und dem unglaublichen Feuerwerk, welches abgebrannt wird, gar nicht mehr so einfach.

Solar Shifter Ex (12) Quelle: Headup Games Solar Shifter Ex (12) Eben dies muss man dem Spiel aber auch wirklich zu Gute halten: Die Schlacht sieht opulent aus. Egal ob wir über die Gebirge fremder Planeten ziehen, ganze Städte in Schutt und Asche legen oder die unendlichen Weiten des Alls mit Schrott füllen, Solar Shifter EX sieht wirklich gut aus und wird dabei auch noch grandios musikalisch untermauert. Fette elektronische Beats sowie einige Gitarren-Riffs folgen dem Stakkato der unendlichen Salven auf dem Bildschirm und sorgen für ein passendes futuristisches Ambiente. Dazu die satten Explosionen, die auch ordentlich aus den Bassboxen krachen - so stellt man sich einen modernen Weltraum-Shooter vor.

Zu wenig Feuerkraft

Den brenzligen Situationen in fremden Galaxien und weit entfernten Planetenoberflächen muss man mit eigener Feuerkraft Herr werden. Gar nicht so einfach, da die Geschütze nicht viel hergeben und erst im Laufe der Zeit im Hanger mit stärkerer Munition und weiterer Kanone aufgerüstet werden. Leider ist die zusätzliche Feuerkraft bis zum Ende des knallharten Action-Abenteuers nur kaum spürbar und auch das zweite Geschütz hat keinerlei Auswirkung auf das Gameplay, da beide mit derselben Taste abgefeuert werden. Ein Novum aber stellt die Möglichkeit dar, den Raumgleiter auf vier Positionen teleportieren zu können. Wird es in einer Ecke des Bildschirmes zu eng und brenzlig, kann man sich schnell woanders hin beamen und damit den Attacken ausweichen. Ein spielerisches Element, welches vor allem bei Endgegnern und in den letzteren Schlachten bitter nötig wird, um überhaupt eine Überlebenschance zu haben.

Solar Shifter Ex (10) Quelle: Headup Games Solar Shifter Ex (10) Sterben wird man dennoch am laufenden Band. Im Gegensatz zu vielen japanischen Bullet-Hell Shootern kann man den Kugelhagel und die Angriffsmuster kaum analysieren und vorausahnen. In die Schlacht fliegen, sterben und erneut sein Glück versuchen. Dabei die Pattern auswendig lernen und vor allem die meist sehr kleinen Räume ausfindig machen, in denen der eigene Raumgleiter unbeschadet durch die Angriffswelle kommt - so und nicht anders wird man Solar Shifter EX letzten Endes meistern können. Nur wer auswendig lernt, kann einen Level gar unbeschadet überstehen. Ein weiteres Problem stellt das riesige Raumschiff dar. Es bietet eine unglaublich große Angriffsfläche und läuft beständig Gefahr in irgendeine Salve zu geraten. Immerhin hält es einige Treffer aus und kann unterwegs auch mal repariert werden. Zudem sorgen häufige Checkpoints für unendlich Wiederholungen.

Kleine Schwächen

Solar Shifter EX ist wirklich nichts für Leute, die schnell das Handtuch werfen. Was hier alles auf dem Bildschirm los ist, kann ziemlich überfordernd werden und der Sensenmann ist ein beständiger Begleiter, der seine scharfe Klinge quasi schon am Kinn des Spielers angelegt hat. Ein Zögern, eine Unachtsamkeit und der Raumgleiter zerfällt in seine Bestandteile. Dank unendlicher Versuche zwar kein Thema, die langen Ladezeiten sind aber dennoch nervig. Bei über 300 Toden auf ca. 7 Stunden Spielzeit, bis der Abspann über den Bildschirm flimmert, muss man doch recht häufig Däumchen drehen, bis das Raumschiff wieder voll einsatzfähig in den Kampf ziehen kann.

Solar Shifter Ex (9) Quelle: Headup Games Solar Shifter Ex (9) In Sachen Präsentation gibt sich Solar Shifter EX wie erwähnt kaum eine Blöße, doch die eine oder andere Designschwäche hat sich leider dennoch eingeschlichen. Die Übergänge zwischen den Welten und Szenen sind teilweise sehr holprig und man verliert auf Dauer auch völlig den Überblick, wo und in welcher Schlacht man sich überhaupt befindet. Ebenso schade ist auch, dass bereits absolvierte Abschnitte nicht wiederholt werden können. Ist die Menschheit gerettet, ist das Löschen des Spielfortschrittes die einzige Möglichkeit, wieder von Vorne anzufangen. Auf dem Spielfeld wiederum ärgerten uns Bereiche, die dank unsichtbarer Barriere nicht zu erreichen sind. Damit wurde verhindert, dass man in sichere Gewässer abhaut und dem Kugelhagel ausweicht. Geht man konsequent diese Schwächen an, würde der Titel durchaus ein wenig besser abschneiden.

Meinung

Wertung zu Solar Shifter EX (XBO)

Wertung:

7.2 /10
Pro & Contra
Opulenten Materialschlacht, die in fremden Galaxien stattfindet.Untermauert mit einem grandiosen Soundtrack, der treibend das Stakkato der Kanonen unterstützt.Guter Spielumfang von ca. 6-7 Spielstunden für den erstmaligen Durchgang.Durchdachtes Aufkommen von Gegnern mit guten Angriffsmustern.Gelungenes Feature des "shiftens" an andere Orte des Bildschirms.
Schwache und teilweise sehr abrupte Übergänge zwischen den einzelnen Missionen.Etwas schwaches Raumschiff mit wenig spielerischer Varianz im Bezug auf Waffensysteme.Nur mit Trial & Error zu meistern und daher sehr frustrierend, dank des hohen Schwierigkeitsgrades (es gibt nur einen).Sehr lange Ladezeiten, die man leider auch häufig zu sehen bekommt.

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