Sonic the Hedgehog im Gamezone-Test

Test Denis Brown

Der schnelle Spielspaß hätte noch etwas Feinschliff vertragen und wirkt technisch leider nicht so ganz ausgereift.

Ein Freund, ein guter Feund...

Ach wie süß: Das Lavamonster Iblis zerlegt die Stadt Ach wie süß: Das Lavamonster Iblis zerlegt die Stadt Hin und wieder trifft Sonic natürlich auch auf seinen Busenkumpel Tails und andere Freunde bzw. heimliche Rivalen wie Knuckels, Silver oder Shadow, die ihm bei komplexeren Passagen mit ihren Fähigkeiten zu Hilfe kommen. Der kleine Fuchs Tails kann zum Beispiel durch seine zwei Rotor-Schwänze kurzeitig abheben und auf diese Weise größere Schluchten überqueren, während Silver ein Meister der Telekinese ist und somit nicht nur Objekte durch die Luft schleudern, sondern auch auch neue Pfade ebenen kann. Trefft ihr auf einen dieser Charaktere, so übernehmt ihr mit ihm automatisch den nächsten Levelabschnitt und müsst euch kurzzeitig an eine andere Steuerung gewöhnen, die aber genauso hakelig ist, wie bei Sonic selbst. Am schlechtesten lässt sich dabei eindeutig Tails steuern, denn der kleine Fuchs hebt leider nicht einfach vertikal ab, wenn ihr zu fliegen wünscht, sondern kann sich auch in der Luft nur vorwärts bewegen, was das erreichen von nahen, aber hohen Bonusobjekten und Plattformen übermäßig kompliziert macht. Aber auch die Steuerung von Knuckles, Shadow oder Silver hat ihre Tücken und könnte noch einiges an Feinschliff vertragen. Zudem spielen sich Sonics Freunde trotz interessanter Fähigkeiten einfach nicht so gut wie Sonic selbst, da ihre Talente leider recht beschränkt sind, und so dämpfen sie den Spielfluss ein wenig.

Sonic the Hedgehog Sonic the Hedgehog Sobald ihr bestimmte Schlüsselszenen mit einem der beiden weiteren spielbaren Charaktere bzw. deren Helfer durchlauft, dürft ihr im Haupmenu auch auf deren Storystrang zugreifen und die komplette Geschichte aus einem neuen Blickwinkel verfolgen. Da sich die Fähigkeiten von Shadow und Silver aber stark unterscheiden, haben die bekannten zehn Spielstufen je nach Charakter ganz andere Spielziele und auch eine andere Reihenfolge. Wie schon erwähnt, spielt es sich mit den Nebencharakteren jedoch nicht ganz so schön, wie mit Sonic selbst, da deren Fähigkeiten zu begrenzt sind, um für mehrere Level genügend Abwechslung zu bieten, und es an High-Speed Passagen fehlt. Ein kleiner Lichtblick sind in diesem Zusammenhang zwar die Fahrzeuge wie z.B. ein bewaffneter Buggy oder ein Luftkissenfahrzeug, die nur bei den Nebencharakteren zum Einsatz kommen, doch können diese leider nicht die Eintönigkeit kompensieren, welche sich auf Dauer breit macht. Da die gehaltvollere Sonic-Episode aber nur etwa ein Drittel des eigentlichen Spiels darstellt, zieht dieser Fakt die Spielspaß-Wertung eindeutig nach unten.

Technische Bauchlandung

Sonic the Hedgehog Sonic the Hedgehog Was dem Gesamteindruck von Sonics neuem Abenteuer allerdings am meisten schadet, sind die technischen Mängel und die grobe Zusammensetzung der Spielelemente. Gerade hier wird man den Eindruck nicht los, dass Segas Sonic Team in Zeitdruck geraten ist. Alle Übergänge, sei es von Spielstufe zu Spielstufe oder nur beim Wechsel zu einem anderen Charakter, sind sehr lieblos in Szene gesetzt und wirken hastig eingebaut. So gibt es zum Beispiel einige Sublevel, die ohne erkennbaren Grund einfach irgendwo mitten in einer ausmodellierten Levelstruktur aufhören und sogar am Horizont noch weitere Feinde und Boni bieten, die ihr aber nie erreicht, weil das Spiel plötzlich in das nächste Sublevel überblendet. Auch bei der Story fehlen einfach bestimmte Fragmente und so findet man sich z.B. in einem Level wieder, in dem man verhindern soll, dass ein Zug in mehrere Hindernisse fährt und die Insassen dabei ums Leben kommen. Warum Dr. Eggman diesen Zug allerdings bedroht, und wie es dazu kam, wird euch irgendwie nicht klar, denn zuvor gab es weder Anzeichen noch einen triftigen Grund für diese Aktion. Nicht zuletzt sind es auch die unnötig langen Ladezeiten, die sehr negativ auffallen. Beim Übergang in eine neue Spielstufe sieht man über die knapp 10 Sekunden Ladebildschirm ja noch gerne hinweg, warum es aber gleich zwei dieser Ladescreens braucht, wenn man eine kleine Sidequest in der Stadt lösen will, will uns einfach nicht einleuchten.

Sonic the Hedgehog Sonic the Hedgehog Ein besonderer Knackpunkt ist zudem mal wieder die Kameraführung. In den meisten Spielstufen leistet die Kamera relativ solide Arbeit, auch wenn sie häufig nachjustiert werden muss. In den Hochgeschwindigkeits- und Snowboard-Passagen habt ihr dazu allerdings keine Möglichkeit, da die Kamerawinkel fest vorbestimmt sind. Wäre ja nicht besonders schlimm, wenn die Kamera nicht hin und wieder den Blickwinkel ändern würde, was euch dazu zwingt, eure Steuerungsrichtung auf dem Analogstick parallel zur bewegten Kamera anzupassen. Bei der hohen Geschwindigkeit dieser Passagen ist dies nahezu unmöglich und so lauft ihr in solchen Szenen gern mal gegen eine Seitenwand, was nicht gerade nützlich ist, wenn gerade eine Lawine oder ein Tornado hinter euch her jagt. Die bereits erwähnte, unausgegorene Kollisionsabfrage tut da ihr Übriges, und so verliert man in solchen Situationen nicht selten völlig unnötig ein Leben.

Grafik und Sound

Sonic the Hedgehog Sonic the Hedgehog Wie schon angedeutet sind die einzelnen Spielstufen durchaus ein audiovisueller Genuss. Musikalisch bekommen wir ziemlich sonic-typische Tunes geboten, von denen die meisten sehr fetzig und teilweise auch eingängig sind. Besonders erfreulich ist jedenfalls, dass die Gruppe "Crush 40", die den Sonic Adventure 2 Themesong eingespielt hat, auch für das neue Hauptthema verpflichtet wurde. Das Stück ist zwar musikalisch nicht unbedingt genial, frisst sich aber schnell im Ohr fest und wurde ausgezeichnet arrangiert. Alles in allem weiß der Soundtrack gut zu gefallen und nur wenige Musikstücke fallen qualitativ etwas ab, was bei den Soundeffekten jedoch ganz anders ist. Viele Soundeffekte klingen nicht nur recht altbacken, sondern sind auch noch grob abgemischt worden und überlagern den restlichen Sound zu sehr. Tails übermäßig laute Propeller-Schwänze sind beispielsweise ein klares Argument für das Herunterdrehen der Soundeffekte, was glücklicherweise problemlos im Soundmenu bewerkstelligt werden kann.

Sonic the Hedgehog Sonic the Hedgehog Die schönen, hochaufgelösten Texturen und abwechslungsreich modellierten, Next-Gen würdigen Spielumgebungen stehen dem blauen Igel hingegen hervorragend, auch wenn man sicherlich schon detaillierteres auf der Xbox 360 gesehen hat. Nur schade, dass die viel gepriesene Havoc-3 Grafikengine bei vielen Spezialeffekten die Handbremse zieht - zumindest wenn ihr in HD auf 720p oder 1080i spielt. Von diesen Slowdowns werdet ihr nur verschont, wenn ihr eure Xbox 360 an einem normalen Fernseher mit einer Auflösung von 480 Zeilen angeschlossen habt. Schade schade, denn gerade in High-Res Grafik macht die Spielumgebung eine Menge her und kann hin und wieder durch kleine Effekte und Details begeistern, die euch in niedriger Auflösung nicht so deutlich auffallen. Die in HD fast schon regelmäßig anzutreffenden Slowdowns bremsen das Geschwindigkeitsgefühl jedoch teilweise deftig und so solltet ihr zugunsten des Spielspaßes die Anzeige in Low Res in Betracht ziehen, selbst wenn ihr einen HD-Fernseher besitzt. Unspielbar wird Sonic durch die Slowdowns zwar nicht, aber die des öfteren atemberaubende Spielgeschwindigkeit kommt mit einer stabilen Framerate einfach um einiges besser rüber.

Spaß zu zweit

Sonic the Hedgehog Sonic the Hedgehog Auch der Multiplayer Modus für zwei Spieler spielt sich ohne die nervigen Slowdowns deutlich komfortabler, da ihr auf eurem vertikal abgeteilten Splitscreen schon genug mit der Kamera zu kämpfen habt. Doch ist der Multiplayer-Part, in dem ihr sowohl miteinander als auch gegeneinander durch die Level rasen könnt, sehr amüsant, da sich beide Spieler selbst im VS-Modus immer wieder gegenseitig helfen müssen, um weiter zu kommen. Großartige Innovationen oder erwähnenswerte Veränderungen im Gameplay bietet das Spiel zu zweit zwar nicht, doch ist eine kleine Partie gegen (oder mit) dem kleinen Bruder immer wieder spaßig, und verbucht somit einige Pluspunkte für den Gesamteindruck.

Meinung

Wertung zu Sonic the Hedgehog (X360)

Wertung:

7.2 /10
Pro & Contra
Zehn große und sehr schön gestaltete Spielstufenteilweise berauschend hohe Spielgeschwindigkeitrecht lineareaber gut ausgetüftelte Spielstruktur in den Action Passagengrößtenteils eingängiger Soundtrackschöne und abwechslungsreiche Grafiknetter 2-Spieler Modus
Technisch unausgereiftgrobe Kollisionsabfrageetwas hakelige Steuerungstellenweise ungünstige KameraführungAdventure-Passagen könnten anspruchsvoller seinNebencharaktere wie Silver oder Shadow bieten zu wenige Fähigkeitenunnötig lange Ladezeitenviele Slowdowns in HDkitschige und löchrige Story
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