Funracer-Gaudi in bester Mario Kart Tradition und ein gelungener Rennspaß!
Sowohl Gold als auch Verlierer
Sonic & SEGA All-Stars Racing
Der Spielspaß nimmt natürlich wieder exorbitante Höhen an, sobald sich bis zu vier Zocker vor dem Fernsehgerät oder dem PC-Screen einfinden. Dank geteiltem Bildschirsm liefert man sich direkte Rennduelle oder begibt sich in eine von bis zu drei Arenen für spezielle Herausforderungen. Während die Sofa-Spieler an derartige Darstellungen gewöhnt sind, dürfte für PC-Veteranen ein Splittscreen nicht unbedingt zur Alltäglichkeit gehören, doch auch hier ist dies erstaunlicherweise möglich. Je nach Vorlieben gibt es aber auch für den Solisten reichlich zu tun. Sechs unterschiedliche Cups in bis zu drei Schwierigkeitsstufen sorgen für spannende Punkteduelle. Nicht nur die durchwegs gelungene Gegner-KI kann hier so manchen Sieg vereiteln, auch zahlreiche Fallen von herumkrabbelndem Getier, über riesige Eier bis hin zu wankenden und meist direkt im Weg stehenden Zombies fordern ihren Tribut. Während zu Beginn das Gold ohne viel Mühen und Fleiß winkt, wird es später dann durchaus knifflig und so mancher Sieg geht flöten! Darüber hinaus können Bestzeiten gefahren und spezielle Herausforderungen gemeistert werden. Während Sonic hier wieder Ringe sammeln darf, gilt es ansonsten Siege einzufahren, Gegner auszuschalten oder spezielle Objekte aufzufinden. Bis alle 64 Missionen zufriedenstellend absolviert sind, vergehen doch so einige Spielstunden. Die Mühen lohnen sich aber, denn mit gefahrenen Meilen werden wiederum neue Charaktere, Strecken und Songs im Shop erworben.
Sonic & SEGA All-Stars Racing
Wem Freunde aufgrund der obligatorischen Schadensfreude schon abhanden gekommen sind bzw. sich Familienmitglieder und sonstige Bekannte schlicht weigern, lokal einen auf die Latz zu bekommen, der kann sich auch dank Internetanbindung weltweit auf die Suche nach passenden Gegnern machen. Während der Onlinemodus auf jedweder Konsole, sei es nun die Playstation 3, die Xbox 360 oder aber die Nintendo Wii, eine ordentliche Figur macht, technisch sauber ausgearbeitet ist und ohne größere Lags auskommt, schauen PC-Liebhaber buchstäblich in die Röhre. Warum und weshalb SEGA hier die Onlineanbindung außen vor gelassen hat, bleibt wohl ein Rätsel!
Sonic & SEGA All-Stars Racing
Die Grenze von vier Spielern offline wird auf bis zu acht Teilnehmer im Netz erweitert, wobei fehlende Fahrer auch hier wieder durch KI-Kollegen ersetzt werden können. Dabei steht es euch frei, Freunde auf privaten Slots einzuladen oder gegen wildfremde Teilnehmer aus aller Welt zu spielen. Doch so spaßig die Duelle online auch ausfallen, so unverständlich ist die Tatsache, welches Potenzial völlig ungenutzt in diesem Funracer schlummert. Es werden schlicht nur simple Duelle ausgetragen, dies Runde für Runde, wie es dem Host beliebt. Dabei vermisst man jegliche Varianten wie Turniere oder zumindest die offline vorhandenen Ausscheidungsrennen und Kampfvarianten. Es mangelt an fassettenreichen Modi, was wirklich sehr schade ist. Weiterhin kann man nicht per Splitscreen gemeinsam die Onlineduelle angehen (was bei "Mario Kart" der Fall ist), der Host muss mühsam die Strecke jedes Mal ändern und bekommt keine Zufallsfunktion zur Verfügung gestellt und auch ein letzter Kritikpunkt soll nicht außer acht gelassen werden: Der Host bestimmt das Spiel und sollte dieser die Lobby verlassen, so wird diese kompromisslos geschlossen und alle Teilnehmer aus dem Spiel geworfen. Dies hätte man allerdings anders bewerkstelligen und zumindest dem nächstbesten Teilnehmer die Hoheit über das Onlinespiel übergeben können.
Gelungene Präsentation
Sonic & SEGA All-Stars Racing
Technisch aber macht der Titel auf jeglicher Hardware viel her. Die Nintendo Wii Variante musste wie nicht anders zu erwarten Federn lassen, doch bezüglich der Möglichkeiten hat Entwickler Sumo Digital einiges aus dem kleinen weißen Kasten geholt. Zahlreiche Effekte und Details zieren die abwechslungsreiche Strecken und sorgen mitunter für das Gute-Laune-Gefühl. Die kunterbunten Häuser und Girlanden wippen z. B. im Takt der lateinamerikanischen Musik mit, während Neonlichter und leuchtend bunte Schriften ein regelrechtes Casino-Flair verbreiten. Die Thematik der zahlreichen spielerischen Vorlagen hat man wirklich gelungen eingefangen und dank eines Wischeffektes kommt Sonic-typisch ein ordentliches Geschwindigkeitsgefühl auf. So ganz Rund läuft die Grafik aber nicht! Auf jeder Plattform ist ein beständiges Ruckeln bemerkbar, vor allem wenn man auf die Tube drückt und durch enge Kurven oder einem Looping heizt, doch wirkt sich dies nicht wirklich auf die Spielbarkeit aus. Das Handling ist gelungen und auch Tastaturspieler dürften mit dem Titel zurechtkommen, können wahlweise aber auch zum kabelgebundenen Xbox Gamepad greifen. Auf die Ohren gibt es einen herrlichen Soundtrack, welcher zum Teil sogar musikalische Themen der spielerischen Vorlagen aufgreift. Die Titel stellen wie auch die Präsentation einen kunterbunten Mix dar und bisweilen können einige Stücke bei einer hohen Wiederholungsfrequenz dem Kommentator ordentlich Paroli bieten. Allzu oft kann man "Samba De Janeiro" nicht wirklich hören, genauso wie die sich wiederholenden Kommentare. Rundum ist die Präsentation aber gelungen.
