Schandflecke: Diese Titel werden ihrem Namen nicht gerecht
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Metal Gear Survive hat es uns jüngst wieder vor Augen geführt: Ein großer Name macht noch lange kein großes Spiel. Wir blicken zurück auf acht weitere Titel, deren Namen für Qualität standen, die Fans jedoch bitter enttäuschten.
Warum Metal Gear Survive kein Meilenstein werden konnte, ist wohl einfach zu beantworten: Einen Hideo Kojima zu ersetzen, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Ein weitgehend freudloses und blutleeres Survival-Zombie-Spiel hinklatschen muss man deshalb natürlich noch lange nicht. Metal Gear Survive enttäuschte nämlich nicht nur im Hinblick auf den klangvollen Titel.
Nun ist Metal Gear Survive aber bei weitem nicht das erste Spiel, welches dem großen Namen einer Serie nicht gerecht wurde. Selbst Nintendo hat bereits mehr als einen Ausfall produziert, der sich mit dem Namen berühmter Serien oder Helden schmückt. Die Schandflecke erklären sich dabei äußerst unterschiedlich. Mal fehlt der kreative Vordenker, mal entscheidet sich der Entwickler dazu, Erfolgsformeln in die Tonne zu treten und beliebte Charaktere oder Schauplätze in völlig spaßbefreite Spinoff-Spielkonzepte zu quetschen. In anderen Fällen leidet eine Serie einfach unter akutem Innovations- und Talentmangel oder die Publisher versuchen noch den letzten Cent aus einem Gaming-Kadaver zu quetschen, der bis auf das Knochenmark abgenagt ist.
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Wie das Ergebnis letztlich zustande kommt, dürfte den meisten Spielern dabei herzlich egal sein, denn ist der Titel erst einmal gekauft, bleibt meist nur noch der Ärger über zum Fenster hinausgeschmissenes Geld. In der Gewissheit, auch künftig zahlreiche solcher schwarzen Schafe präsentieren zu können, blicken wir hiermit auf Schandflecke, die den großen Namen ihrer Mutterserien nicht gerecht werden.
Star Fox Assault
Nachdem Fox McCloud im Weltraumshooter Starwing 1993 einen grandiosen Einstand auf dem Super Nintendo feierte und dank des in das Modul integrierten Super-FX-Chips sogar Polygon-Grafik auf die betagte 2D-Konsole brachte, überzeugte auch das Sequel Lylat Wars auf dem N64. Die
Quelle: PC Games
Ein Notsignal strahlen wohl auch viele Spieler von Starfox Assault aus. Das Spiel ist der schlechteste Teil der Reihe.
Fangemeinde war jedoch nur so lange verzückt, bis die GameCube-Teile erschienen. Nach dem an Rare ausgelagerten Action-Adventure Star Fox Adventures, sollte 2005 Star Fox Assault das klassische Weltraumgameplay mit Bodenmissionen anreichern. Entwickler Namco verstand es jedoch nicht, Nintendos Gameplay-Qualitätsstandards zu erreichen. Die Steuerung war hakelig, die Missionen langweilig und repetitiv und die Entwickler verpassten es, dem Titel die Spieltiefe zu geben, welche die Serie eigentlich auszeichnet. Die zahlreichen geheimen Routen und das Perfektionieren der eigenen Skills, die bei anderen Serienteilen zum "immer wieder Spielen" anregen, gibt es hier nicht. Übrig bleibt ein Weltraumgeballer von der Stange, das dem Fuchs auch heute noch Alpträume bereiten dürfte.
Zelda auf dem CD-i
Als 2007 mit Link's Crossbow Training ein Zelda-Spinoff für die gerade boomende Wii-Konsole erschien, war das kein Glanzpunkt für das Zelda-Franchise. Doch auch wenn es sich bei den Zielübungen mit Bogen und Wii-Zapper im Grunde nur um eine 20-Euro teure Demo für die Bewegungssteuerung der Wii handelte, so bot diese immerhin eine gewisse spielerische Qualität. Den absoluten Ausreißer nach unten machten jedoch Zelda-Spiele, die gar nicht von Nintendo stammten. Philips sicherte sich Mitte der 90er-Jahre die Rechte, Dritthersteller mit der Entwicklung von Zelda-Spielen für seine Heimkonsole CD-i zu beauftragen. Der Deal entsprang aus einem gescheiterten Auftrag, im Zuge dessen Philips das
Quelle: Pc Games
Zeldas Gesicht ist in den CD-i-Spielen furchterregend hässlich gestaltet. Hier sehen wir einen Ausschnitt aus Zelda: The Wand of Gamelon.
Super Nintendo mit einem CD-Laufwerk erweitern sollte. Daraus wurde nichts, doch der Schaden war bereits angerichtet: Philips beauftragte Animation Magic und Viridis mit der Produktion von Link: The Faces of Evil, Zelda: The Wand of Gamelon und Zelda's Adventure. Interessanterweise steuert der Spieler in den beiden Zelda-Spielen wirklich die Prinzessin.
Ein bemerkenswerter Ansatz innerhalb des Zelda-Universums, der jedoch aufgrund der mangelhaften Qualität der Spiele keinerlei Relevanz mehr aufweist. Die CD-i-Trilogie der Zelda-Reihe fällt meilenweit hinter die Nintendo-Originale zurück. Vor allem die Zwischensequenzen waren bereits damals Fremdscham pur, da sie nur über wenige Animationsphasen verfügten und schlecht koloriert waren. Sie wirkten wie in Microsoft Paint zusammengeklatscht und wechselten sich mit 2D-Abenteuerpassagen ab, die kaum zu steuern waren. Das üble Design von Link, Zelda und allen anderen Protagonisten wirkt dabei wie Blasphemie am geistigen Werk der Japaner. Der deutsche Titel des ersten Spiels, Link: Die Fratzen des Bösen, darf deshalb durchaus auch als Warnung vor der Charakterdarstellung verstanden werden.
Tony Hawk's Pro Skater 5
Wäre Tony Hawk in seiner Karriere als professioneller Skateboarder jemals so brutal mit dem Gesicht auf dem Asphalt gelandet, wäre er wohl nie wieder aufgestanden. Was Activision mit Tony Hawk's Pro Skater 5 veranstaltet hat, spottet jeder Beschreibung. Zwar verbuchte die einst grandiose Serie mit Tony Hawk's Downhill Jam 2006 bereits den ersten Ausreißer in niedrigere Wertungsgefilde, und zeigte spätestens 2007 mit Tony Hawk's Proving Ground Abnutzungserscheinungen, doch mit THPS5 lieferten die Macher einen Offenbarungseid ab, der vor Glitches und Fehlern nur so strotzte. Die detailarme Grafik stotterte schlimmer als ein Skater, der nach einem missglückten Grind die Rail gefressen hat.
Quelle: Activision
Was als Screenshot noch akzeptabel aussieht, ist in Bewegung ein ruckeliges Glitch-Fest, das den Namen Tony Hawk in den Dreck zieht.
Das Leveldesign ist derart lieblos, dass einem schon nach wenigen Minuten die Lust vergeht, überhaupt weiterzuspielen. Auch der Online-Modus ist eine Katastrophe und dürfte einer der Gründe sein, weshalb sich bis heute frustrierte Spieler bei Tony Hawk selbst melden und sich entweder beschweren - oder ihn bitten, sich um ein Remake oder ein neues Spiel zu kümmern. Die Anfragen bewegten den Altstar kürzlich sogar dazu, auf Twitter klarzustellen, dass er mit der Serie nichts mehr zu tun habe. Wir sind uns nicht ganz klar, ob das jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht ist.
Mario Kart Arcade GP
Wir hatten ja bereits eingangs aufgezeigt, wie Namco Star Fox verhunzt hat. Hier haben es die Pac-Man-Erfinder mit einem noch größeren Franchise Nintendos geschafft. Mario Kart Arcade GP und seine Nachfolger Mario Kart Arcade GP 2 und DX bringen das Gameplay der bewährten Hauptserie in die Spielhalle. Dabei machen sie jedoch alles schlechter als ihre Vorbilder. Die Titel sind übrigens niemals für Konsolen erschienen und das ist wohl auch besser so. Die Steuerung ist zwar in Ordnung und macht grundsätzlich Spaß, doch von wildem Driftvergnügen und der Möglichkeit, seine
Quelle: Nintendo
Neben den restlichen, ausnahmslos grandiosen Vertretern der „Mario Kart“-Serie, fällt Mario Kart Arcade GP deutlich ab.
Fähigkeiten über diverse Gameplaykniffe zu perfektionieren, sind die Titel weit entfernt.
Der erste Teil präsentierte sich darüber hinaus auch noch unglaublich faul: Statt der gewohnten thematischen Streckenvielfalt, besteht beispielsweise der Regenbogen-Cup ausschließlich aus Regenbogenstrecken. Der Pac-Man-Cup setzt sich dann auch lediglich aus Pisten zusammen, die durch Pac-Man-Village führen. Zu allem Überfluss fährt man nach der Hälfte des jeweiligen Cups die Strecken einfach nochmals in die Gegenrichtung ab. Dabei waren gerade die Streckenvielfalt und das tolle Design immer zwei der großen Stärken der Reihe. Mario Kart Arcade GP 2 zeigt sich kaum fleißiger und fügt gerade einmal zwei magere neue Cups hinzu. Immerhin gibt es einen Haufen Items, die es in den Konsolenfassungen nie zu sehen gab, wie beispielsweise "Dr. Mario"-Viren und Torten. Das ist nett, doch das reicht für ein ordentliches Mario Kart hinten und vorne nicht.
Duke Nukem Forever
Was lange währt, wird endlich gut. Dieser Satz trifft auf vieles zu aber sicher nicht auf Duke Nukem Forever. Als der Titel am 10. Juni 2011 endlich erschien, hatte sich der Name längst zum Running Gag entwickelt. 3D Realms arbeitete zwischen 1997 und 2009 über ein Jahrzehnt an dem heißerwarteten Egoshooter. Irgendwann war klar, dass die lange Entwicklungszeit nicht mehr auf außerordentliche Qualität, sondern auf große Probleme bei der Produktion des Spiels hindeutete. Nachdem das Spiel zwischenzeitlich auf Eis lag, nahm sich 2009 letztlich Gearbox Software der Sache an und lieferte zwei Jahre später ein Spiel ab, das wohl besser im virtuellen Nirvana versunken wäre. Herausgekommen ist ein Titel mit ellenlangen Ladezeiten, generischem Gegnerdesign und unlustigen Witzen - also alles in allem ein äußerst langweiliges Spiel, das den ebenso stumpfen, simplen aber dafür spaßigen Vorgängern in keiner Weise gerecht wird. Selten hat sich ein Held so selbst überlebt, wie der Duke. In Zeiten, in denen der sexistische Machotypus in Videospielen auszusterben scheint, verwundert es irgendwie kaum, dass 3D Realms mit Ion Maiden in seinem neusten Shooter nun auf eine Heldin setzt und damit auf Steam tatsächlich großen Erfolg hat.
Sonic R/ 2006 / Boom
Sonic, was machen wir nur mit dir? In schöner Unregelmäßigkeit haut Sega immer mal wieder ein tolles Hüpfspiel mit dem Überschalligel heraus, so wie jüngst mit Sonic Mania - nur um in der Folge wieder zwei bis drei klägliche Versuche auf den Markt zu werfen. Der "Fun"-Racer Sonic R auf Sega Saturn und dem PC war dabei wohl der absolute Tiefpunkt. Statt mit einem Affenzahn durch extrem spaßige Highspeed-Passagen zu stürmen, eiert
Quelle: Sega
Sonic wird bald wieder mit einem Rennspiel zurückkehren, wie Sega jüngst anteaserte. So schlecht wie Sonic R wird es aber wohl kaum werden.
Sonic (oder wen aus dem Starterfeld man auch immer steuert) wie ein Betrunkener über leidlich abgesteckte Kurse, bei denen man schnell die Orientierung verliert. Moment: Das Gleiche trifft fast 1:1 auf Sonic 2006 zu, dem bisher größten Schandfleck in der gesamten Sonic-Hüpfspiel-Historie.
Ein Spiel, welches es geschafft hat, die durchaus gelungene Formel der "Sonic Adventure"-Spiele auf Segas Dreamcast nur eine Konsolengeneration später zu einem völlig verbuggten und unspielbaren Gameplay-Matsch verkommen zu lassen. Dass Sega es auch heute noch schafft Sonics Karriere regelmäßig Knüppel zwischen die Beine zu werfen, bewies jüngst Sonic Boom, das im Grunde die gleichen Fehler wiederholte. Wohl dem, der es mit Humor nimmt, so wie der wirklich exzellente Twitter-Account des Igels. Schade, wenn ein gelungener Social-Media-Auftritt über lange Zeit das Spaßigste an einer Serie ist.
Resident Evil 6
Resident Evil war eine dieser Serien, von denen wir nie gedacht hätten, dass sie jemals in die Mittelmäßigkeit abstürzen könnten. Doch irgendwann musste es ja auch Capcoms Vorzeigehorror treffen. Um einen Schandfleck der Serie zu finden, müssen wir nicht einmal auf die halbgaren Ableger Operation Racoon City oder Umbrella Corps zurückgreifen. Teil 6 der Hauptserie war im Grunde die größte Enttäuschung, denn bis dahin waren wir trotz mancher serieninhärenten Schwächen einfach Besseres von Capcom gewohnt. Der 2012 veröffentlichte Titel hatte nicht nur mit neuer Konkurrenz, wie der grandiosen "Dead Space"-Reihe zu kämpfen, sondern sich von einem gediegenen Horror-Erlebnis zu einer stumpfen Geisterbahnfahrt mit Actionfilm-Elementen gewandelt. Kaum Zombies, schlimmes Bossgegner-Recycling, keinerlei Gruselatmosphäre und die träge Steuerung töteten die Freude am Spiel. Von der lächerlichen und vor Logiklücken strotzenden Story wollen wir gar nicht erst anfangen.
Rollercoaster Tycoon World
Es ist nicht unbedingt verwunderlich, dass auf ein Hoch auch ein Tief folgt. Gerade bei Achterbahnen ist das im Grunde Gesetz. Das hat sich Publisher Atari aber wohl ein wenig zu sehr zu Herzen genommen, denn mit dem Spiel Rollercoaster Tycoon World haben sie die einstmals grandiose
Quelle: Atari
Es muss gar nicht Halloween sein, um in Rollercoaster Tycoon World das große Grausen zu bekommen. Das Spiel ist qualitativ ein Offenbarungseid und wird der guten Serie nicht gerecht.
Serie zu Grabe getragen. Schon als der Titel während der Entwicklung mehrfach verschoben wurde, ahnten Fans nichts Gutes. Der Debütrailer in Katastrophengrafik und eine Early-Access-Version in unsäglich-unspielbarem Zustand brachten dann schnell die Gewissheit: Ataris Serie hat nur noch den Namen und das Setting mit den tollen Vorgängerspielen aus vergangenen Zeiten gemeinsam. Der Grund für den Absturz: Die talentierten Entwickler von Frontier Development haben Atari inzwischen verlassen und waren für die letzten guten Spiele der Serie verantwortlich. Doch nach der Entwicklung des soliden Rollercoaster Tycoon 3, bestand der einzige Kontakt zwischen den beiden Parteien vor Gericht. Frontier verklagte Atari, da es Millionen an Tantiemen für das Spiel zurückhielt und nicht auszahlte.
Mit Planet Coaster zeigt das inzwischen selbstständig agierende Studio, dass es weiterhin sein Handwerk beherrscht. Die Rechte an der namhaften Serie Rollercoaster Tycoon hingegen liegen bei Atari. Und die werden den Namen wohl auch noch weiter beschmutzen.
Mit einer desaströsen Crowdfunding-Kampagne für eine Switch-Version des üblen Rollercoaster Tycoon World, erntete das Unternehmen jüngst einen veritablen Shitstorm. Die Fans tobten: Nicht nur hatte Atari ihre geliebte Serie zugrunde gerichtet, nein, die Manager besaßen sogar noch die Dreistigkeit für eine offensichtliche 1-zu-1-Portierung eines absolut minderwertigen Spiels nochmals Geld von ihnen sammeln zu wollen. Dagegen ist das, aus Sicht der Fans, herzlose Ausschlachten des "Metal Gear"-Franchise durch Konami fast schon sympathisch.
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