Cliff Bleszinski denkt wieder über ein neues Spiel nach. Der Gears-of-War-Schöpfer will aber keinen PvP-Titel machen und spricht lieber über PvE.
Cliff Bleszinski interessiert sich wieder stärker für die Spieleentwicklung. Der frühere Gears-of-War- und Unreal-Tournament-Entwickler sprach in einem ausführlichen Interview mit 80 Level über seine Karriere, das Scheitern von Boss Key Productions und mögliche neue Projekte.
Gears-of-War-Schöpfer sieht seine Zukunft eher bei PvE
Bleszinski war über Jahre stark mit kompetitiven Spielen verbunden. Unreal Tournament prägte Arena-Shooter, Gears of War wurde durch Kampagne, Koop und Multiplayer groß, und LawBreakers war ein schneller PvP-Shooter von Boss Key Productions. Seine neue Haltung sticht deswegen heraus. Im Interview sagte Bleszinski, er sei heute eher ein Fan von PvE. Kompetitiver Multiplayer sei ein schwieriges Feld, und er wünsche jedem Glück, der darin arbeite. Für ihn selbst klinge die Zukunft aber anders. Er verwies dabei auch auf den Horde-Modus aus Gears of War 2, der für ihn bewiesen habe, wie zeitlos gemeinsames Kämpfen gegen Gegnerwellen sein kann.
Ganz unrecht hat er nicht. Viele Spieler wollen abends einfach mit Freunden online gehen, Gegner bekämpfen, Ausrüstung testen und gemeinsam Chaos erleben, ohne sich direkt mit Ranglisten, Meta-Druck oder toxischem Wettbewerb herumschlagen zu müssen. PvE kann diese soziale Stärke haben, ohne jedes Match zu einem direkten Kräftemessen zu machen.
Bleszinski sagte außerdem, er wolle wieder Charaktere und Welten erschaffen. Er möchte Dinge bauen, die Menschen cosplayen oder sich sogar tätowieren lassen. Er verriet nicht zu viel. Er zeigte aber auf, dass er im Alltag wieder überall Spielideen sieht. Selbst ein Besuch bei Home Depot bringe ihn auf Gedanken für Waffen, Werkzeuge und Mechaniken.
Nach LawBreakers ist die PvP-Abkehr logisch
Dass Bleszinski PvP inzwischen meidet, wirkt auch wegen seiner Vergangenheit logisch. Boss Key Productions startete 2017 mit LawBreakers, einem schnellen Helden-Shooter mit Arena-Wurzeln und Schwerkraft-Spielereien. Das Spiel wurde ordentlich bewertet, fand aber kein ausreichend großes Publikum. Niedrige Spielerzahlen schadeten dem Matchmaking, neue Spieler trafen auf erfahrene Gegner, und der Effekt verstärkte sich selbst.
Bleszinski beschreibt das heute als "Schneeball des Scheiterns". Im Rückblick sieht er mehrere Ursachen: sein eigenes Ego, einen problematischen Publishing-Deal mit Nexon, die Entscheidung gegen eine Xbox-Version zum Start, zu viele Betas, eine nicht einprägsame visuelle Identität und persönliche Fehler in seiner Rolle als Studiochef. Auch Radical Heights konnte Boss Key nicht retten. Der Battle-Royale-Titel erschien überhastet, als LawBreakers bereits stark unter Druck stand, und überlebte nur kurze Zeit. Bleszinski scherzte nun bitter, LawBreakers sei gestolpert, damit Concord später auf die Fresse fliegen konnte. Der Satz sitzt, weil in den letzten Jahren mehrere teure PvP- und Live-Service-Projekte hart gescheitert sind.
PvE hat andere Probleme, aber auch andere Chancen. Ein Koop-Spiel kann langsamer wachsen, stärker über Stimmung und Gegnerdesign kommen und Spielern mehr Raum geben, gemeinsam Spaß zu haben, ohne jede Runde verlieren oder gewinnen zu müssen. Für jemanden wie Bleszinski, der Welten und Figuren erschaffen will, könnte das besser passen. Es muss aber nicht automatisch zum Erfolg führen. Jede Richtung ist wie ein zweischneidiges Schwert oder nicht? Was denkt ihr über seine Aussagen? Nutzt ruhig die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile enthält. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.
Quelle: Polygon
