Ghostrunner: Cyberpunk-Action mit abgefahrener Spielmechanik in der Vorschau
Special
Cyberpunk als Szenario scheint derzeit sehr beliebt zu sein, so auch bei den Entwicklern von One More Level Games, die in diesem Jahr Ghostrunner veröffentlichen wollen. In der Vorschau stellen wir euch den rasanten Actiontitel für PC, PS4 und Xbox One mit seiner interessanten Spielmechanik einmal vor.
Der Cyberpunk ist die düstere und dystopische Ecke im großen Genre der Science-Fiction. Zu diesem Unterbereich gehörende Werke beschreiben häufig eine Welt voller Gewalt und menschlicher Abgründe, in der Kommerzialisierung und Urbanisierung völlig ausgeufert sind. Konzerne regieren die Welt und Menschen verändern ihre Körper durch den Einsatz von Kybernetik. Aber nicht nur die Entwickler von CD Projekt Red setzen mit Cyberpunk 2077 in diesem Jahr auf ein solches Szenario, auch ihre polnischen Kollegen von One More Level Games bringen in Zusammenarbeit mit 3D Realms noch 2020 mit Ghostrunner ihre eigene Cyberpunk-Zukunftsvision an den Start.
Super-Cyber-Krieger
Nach einer globalen Katastrophe lebt das, was von der Menschheit noch übrig ist, in einer großen Turm-Stadt, die vom sogenannten Architekten erbaut wurde. Dieser starb vor einigen Jahren auf mysteriöse
Quelle: One More Level Games
Das Tempo des Spiels wird zuweilen sehr rasant. Dazu tragen auch solche Rampen bei, die unser Held heruntergleitet, um noch mehr Geschwindigkeit aufzubauen.
Weise und nun wird die Welt mit aller Härte vom sogenannten Schlüsselmeister beherrscht. Schon während ihrer Kindheit werden den Menschen der Welt von Ghostrunner kybernetische Implantate verpasst. Diese technischen Eingriffe in den Körper bestimmen nicht nur die Fähigkeiten der Leute, sondern repräsentieren auch ihren sozialen Status.
Die dadurch entstehende soziale Ungerechtigkeit führt schließlich zu einer Rebellion. In diesen turbulenten Zeiten schlüpft der Spieler in die Rolle eines Cyber-Kriegers, der mit einer besonderen Fähigkeit gesegnet ist. Als Einziger ist er dazu in der Lage, sowohl in der physischen Welt als auch im Cyberspace zu kämpfen. In den fortschreitenden Konflikt hineingezogen, muss der Protagonist seine Skills einsetzen, um die Turm-Stadt zu erklimmen. Je höher er kommt, umso mehr Geheimnisse der Welt werden offenbart.
Scheitern als Designelement
Auf den ersten Blick erinnert Ghostrunner an eine düstere Version von Mirror's Edge, da sich der Held auch hier in erster Linie mit waghalsigen Parkour-Bewegungen in flottem Tempo fortbewegt. Vor allem Wallruns sind im bisher gezeigten Gameplay-Material ein beliebtes Element. Die Umgebung zum eigenen Vorteil zu nutzen, ist dabei stets die oberste Maxime. Dabei setzt der Protagonist auch auf eine Fähigkeit, die den Zeitablauf um ihn herum kurzzeitig verlangsamt. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel größere Abgründe überwinden, die mit einem normalen Sprung nicht zu meistern wären.
Quelle: One More Level Games
Der Tod als ständiger Begleiter. Da jeder Treffer sofort zum Ableben führt, ist sogenanntes Trial and Error an der Tagesordnung.
Noch wichtiger wird die Fähigkeit jedoch in der Auseinandersetzung mit Gegnern. Während Feinde über Schusswaffen verfügen, ist der Protagonist nur mit einem Schwert ausgerüstet. Erschwert wird diese Ausgangslage dadurch, dass ein einziger Treffer durch den Gegner bereits den Tod bedeutet. Um dem vorzeitigen Ableben entgegenzuwirken, sollte daher regelmäßig von der Verlangsamung Gebrauch gemacht werden, um selbst im Sprung noch den heranfliegenden Projektilen auszuweichen. Wenn man dies gekonnt mit einem direkten Angriff auf den Gegner kombiniert, sieht das bisweilen schon verdammt cool aus.
Da aber niemand frei von Fehlern ist, sind Tode durch gegnerische Treffer kaum zu vermeiden. Die Entwickler betonen auch extra, dass "Trial and Error" Teil des Spielkonzeptes ist. Der Spieler soll den Aufbau der Levels verinnerlichen, sich durch Scheitern und Lernen an die jeweiligen Situationen anpassen. Hier müssen die Macher dann aber dafür sorgen, die richtige Balance zu finden. Zu häufiges Ableben und das damit verbundene erneute Spielen von bestimmten Levelabschnitten kann sonst sehr schnell demotivierend werden. Mit seinen komplexen Abläufen und dem starken Fokus auf perfektem Timing und präzisen Eingaben wird Ghostrunner auf jeden Fall nicht für jeden Gelegenheitsspieler geeignet sein.
Unreal Power
Optisch will das Indie-Studio von One More Level Games den Großen der Branche in nichts nachstehen. Dazu setzt das Team auf die Unreal Engine 4. Entsprechend sieht das bisher gezeigte Material auch recht ansehnlich aus. Die Lichteffekte und das Leveldesign sorgen für eine düstere Stimmung, die Charaktermodelle sehen ordentlich aus. Allerdings herrscht im bisher gezeigten Level auch sehr viel eintöniges Grau vor. Grelle Neonfarben, für die Cyberpunk häufig auch bekannt ist, werden nur spärlich an einigen Stellen eingesetzt. Dafür scheint das Spiel schon jetzt sehr flüssig zu laufen, was bei dem schnellen Gameplay aber auch nötig ist. Wie sich das in ein gutes Spielgefühl überträgt und ob die Steuerung dem Tempo angemessen funktioniert, können wir jedoch erst beurteilen, wenn wir selbst Hand anlegen konnten. Erscheinen soll Ghostrunner noch 2020, aber wann genau, das haben die Entwickler bisher nicht genauer eingegrenzt.
