Avicii Invector: Encore Edition - das Rhythmusspiel für Nintendo Switch angespielt

Special Lukas Schmid 53,99 €
Avicii Invector: Encore Edition - das Rhythmusspiel für Nintendo Switch angespielt
Quelle: Wired Productions

Über Musikgeschmack lässt sich vortrefflich streiten, dass Avicii Invector: Encore Edition ein tolles Rhythmusspiel ist, darüber kann man sich hingegen einig sein. Wir konnten in den stylischen Musiktitel reinspielen und verraten euch in unserer Vorschau, was euch in der erweiterten Neuauflage für Nintendo Switch erwartet.

Am 20. April 2018 verstarb der schwedische DJ und Musikproduzent Tim Bergling, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Avicii, viel zu jung im Alter von 28 Jahren. In den Jahren zuvor hatte er sich zu einem der größten Stars in seinem Genre gemausert und füllte weltweit Stadien. Der Ruhm ging soweit, dass ihm gar ein eigenes Videospiel gewidmet wurde, an dem er vor seinem Tod sogar noch aktiv mitgearbeitet hatte.

Avicii Invector erschien schließlich im Dezember 2019 für PC, PS4 und Xbox One, nun quasi als ein Tribut an das Schaffen Berglings, und bot überraschend ansprechendes Rhythmus-Gameplay zu den bekanntesten, aber auch zu den nicht ganz so rauf- und runtergespielten Liedern des Electro-Künstlers.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mehr Musik!

Tauchen diese goldenen Umrahmungen vor uns auf, gilt es, den L-Knopf zu drücken. Timing ist wichtig, um eine Perfekt-Wertung und die Maximalpunktzahl zu erlangen. Quelle: Wired Productions Tauchen diese goldenen Umrahmungen vor uns auf, gilt es, den L-Knopf zu drücken. Timing ist wichtig, um eine Perfekt-Wertung und die Maximalpunktzahl zu erlangen. Am 8. September erscheint nun die erweiterte Umsetzung des Titels für die Nintendo Switch, versehen mit dem Untertitel Encore Edition. Neben den 25 Titeln des Originals finden sich in dieser Fassung zehn weitere Tracks des Albums "Tim", welches erst nach Berglings Ableben veröffentlicht wurde, zudem weitere kleine Neuerungen und Anpassungen. Am prinzipiellen Gameplay ändert sich aber nichts: In futurististischen, vor Style nur so übersprudelnden Weltraum-Landschaften bewegen wir uns als Spieler mit einem Raumschiff rasant voran. Grob unterteilt läuft das Geschehen in zwei Phasen ab. In Phase 1 "fahren" wir auf einer Art Lichtstraße durch das All. Diese Momente machen den Großteil des Gameplays aus und erfordern am meisten Aufmerksamkeit. Mit dem Analogstick nehmen wir eine von drei möglichen Positionen auf der Strecke ein oder wechseln komplett die Ausrichtung und düsen anstatt auf der Straße unter uns auf einer der beiden Wände - fast wie in Mario Kart 8! Wie gut ein anstehender, notwendiger Wechsel zu erkennen ist, hängt vom gewählten Schwierigkeitsgrad ab. Die diversen Knöpfchendrück-Aufgaben, die uns beschäftigen, können nämlich auf jeder der drei möglichen Pisten auftauchen.

Etwas geruhsamer geht es in den Sequenzen zu, in denen man das Raumschiff mit dem Analogstick durch den dreidimensionalen Raum und durch Lichtringe steuert. Quelle: Wired Productions Etwas geruhsamer geht es in den Sequenzen zu, in denen man das Raumschiff mit dem Analogstick durch den dreidimensionalen Raum und durch Lichtringe steuert. Erstens handelt es sich dabei um goldene Torbögen, bei denen wir die linke Schultertaste betätigen müssen. Wie in vielen Rhythmusspielen üblich kann es auch vorkommen, dass wir die Taste gedrückt halten müssen, um unseren Punktescore zu maximieren. Zweitens gilt es, Felder zu befahren und im richtigen Moment B, Y, A und X zu drücken, wobei A und X nur in den härteren Schwierigkeitsgraden zum Einsatz kommen. Das hört sich jetzt erst einmal nach gar nicht so viel an, aber wenn auf einmal die unterschiedlichen Symbole mit rasantem Tempo, in schneller Abfolge und von allen Richtungen auf uns zurasen, dann kommt man hier schneller ins Schwitzen, als einem lieb sein kann! Und wenn man einmal im "Flow" ist beziehungsweise eine Lied-Strecke auswendig gelernt hat, gilt es weiterhin, das Timing zu perfektionieren, um den Highscore weiter nach oben zu treiben, denn genretypisch wird zwischen akzeptablen, guten und perfekten Eingaben unterschieden. Wer weiter den Punktestand anheben will, aktiviert den Boost, sobald er aufgeladen ist. Anders als man vielleicht denken könnte, hilft er uns aber nicht über schwere Stellen hinweg, sondern macht das Geschehen im Austausch für einen ziemlich gewaltigen Multiplikator kurzzeitig noch schneller und anspruchsvoller.

Irgendwas mit Handlung

I Zünden wir den Turbo, maximieren wir unseren Punktegewinn, dafür wird es noch mal schwerer, den Überblick zu bewahren. Der Einsatz will also gut überlegt sein. Quelle: Wired Productions Zünden wir den Turbo, maximieren wir unseren Punktegewinn, dafür wird es noch mal schwerer, den Überblick zu bewahren. Der Einsatz will also gut überlegt sein. n Phase 2, die regelmäßig während aller Lieder eingestreut wird, hebt unser Raumschiff ab und wir fliegen automatisch vorwärts, aber ansonsten mit freier Steuerung durch den Weltraum. Diese Momente dienen dazu, ein wenig Luft holen zu können, denn obgleich es hier gilt, durch Ringe zu fliegen, um den Multiplikator am Leben zu erhalten, sind diese Abschnitte deutlich weniger herausfordernd. Auch hier kann der Boost gezündet werden. All diese Elemente bilden eine Rhythmusgameplay-Erfahrung, die zwar nicht neuartig ist und sich klar an Genrekonkurrenten orientiert, in der Umsetzung aber ungemein kompetent gemacht und spaßig ist. Zum Einsatz kommt das System entweder im Einzelspielermodus oder im Offline-Splitscreen-Multiplayer. In Singleplayer schaltet man die unterschiedlichen Lieder im Rahmen einer wenig überraschend belanglosen, aber trotzdem ganz nett gemachten Story rund um eine junge Astronautin frei, die auf der Suche nach Schokolade im Weltall herumdüst und - ach, ist ja auch egal.

Die Präsentation der kurzen Story-Passagen geschieht mittels nett gemalten Standbildern inklusive simpler Effekte, wer will, überspringt die Handlung aber auch komplett. Nach jeweils vier bestandenen Song-Ausflügen, bei denen man für einen Erfolg mindestens 75 Prozent der Noten treffen muss, schaltet man das nächste Viererset frei. Schön: um Zugriff auf alle der Songs in allen Schwierigkeitsgraden zu erlangen, ist es egal, auf welcher Stufe man sie besteht, man muss sich also nicht drei mal durch die komplette Liste an Liedern arbeiten, wenn man das nicht möchte. Im leider nur offline verfügbaren Multiplayer geht es mit bis zu drei Mitpiloten zur Sache und es gilt, herauszufinden, wer am meisten Rhythmus im Blut hat. Spielerisch ändert sich auch in dieser Variante aber wenig.

In memoriam

Der Stil des Spiels ist einzigartig, futuristisch und passt perfekt zu den elektronischen Klängen, denen wir lauschen. Zudem läuft das Geschehen stets ruckelfrei. Quelle: Wired Productions Der Stil des Spiels ist einzigartig, futuristisch und passt perfekt zu den elektronischen Klängen, denen wir lauschen. Zudem läuft das Geschehen stets ruckelfrei. Eine Sache ist klar: Aller Qualitäten des Spiels zum Trotz kommt man nicht umhin, eine gewisse Affinität für die Musik Aviciis mitbringen zu müssen, ansonsten gehen einem die Klänge wohl schnell auf die Nerven. Egal, wie sehr oder wenig man die Arbeit des Künstlers mag, ist es aber beeindruckend, wie gut die Klänge der Lieder mit dem Spielgeschehen zusammenpassen. Die treibenden Klänge bilden eine stimmige Symbiose mit den grellbunten Farben, den kreativ gestalteten Welten um uns herum und dem rhythmischen Knöpfchengedrücke. Schön auch, dass technisch nicht gepatzt wurde. Alles läuft ruckelfrei und Latenzprobleme bemerkten wir beim Spielen keine. Zudem stehen umfangreiche Kalibrierungsoptionen im Menü bereit, sollte doch einmal etwas nicht ganz rund laufen. Ohne jede Frage wurde Tim Bergling mit dem Avicii Invector ein würdiges Denkmal gesetzt.

Meinung

Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk