Auf den Spuren von The Thing - Arctic Awakening kombiniert den Look von The Long Dark mit den Horror-Sci-Fi-Elementen von John Carpenter
Special
Das grafisch stark an The Long Dark erinnernde Arctic Awakening will mit einer packenden Geschichte und dichter Atmosphäre überzeugen. Redakteurin Vivi hat den Titel ausprobiert und fühlte sich an einen Sci-Fi-Klassiker der 80er erinnert.
Während sich Survival-Spieler derzeit auf das Überleben in der Wüste von Arrakis vorbereiten, warten Fans von The Long Dark seit Jahren auf eine Fortsetzung der atmosphärischen Mixtur aus Erkundung und Survival in der eisigen Wildnis. Denn auch wenn Blackfrost: The Long Dark 2 bereits angekündigt wurde, liegt der Release derzeit noch in einer unbekannten Ferne. Allerdings gibt es jetzt gute Nachrichten, denn die amerikanischen Entwickler der Goldfire Studios liefern schon bald Nachschub, um die Wartezeit auf The Long Dark 2 zu verkürzen.
Grafisch sieht Arctic Awakening The Long Dank zum Verwechseln ähnlich, allerdings setzen die Entwickler stärker auf die bedrückende Atmosphäre der ungastlichen Welt und die bewegende Geschichte der Hauptfigur als auf den Survival-Aspekt. Im Rahmen des Steam Next Festes konnte ich den Anfang der ersten von insgesamt fünf Episoden spielen und mir ein genaues Bild davon machen, ob die Beklommenheit der Arktis auch ohne den Survival-Aspekt funktioniert.
Verloren in den eisigen Wäldern Alaskas
Als Pilot Kai fliege ich gemeinsam mit meinem Co-Piloten Donevan eine Routinestrecke in den Norden, als meine Maschine plötzlich in Turbulenzen gerät und schließlich abstürzt. Als ich nach dem Absturz wieder zu mir komme, ist nicht nur die Hälfte des Flugzeugs verschwunden, sondern auch mein Co-Pilot. Allein mit meinem vorgeschriebenen Therapie-Bot bin ich plötzlich in der gefrorenen Wildnis gefangen. Meine einzige Hoffnung besteht nun darin, meinen Co-Piloten zu finden und gemeinsam nach einem Ausweg aus dieser misslichen Lage zu suchen. Doch als Erstes muss ich dafür sorgen, dass ich in dieser ungastlichen Umgebung den nächsten Morgen erleben werde.
Wie in Survival-Spielen üblich muss ich mich also zunächst auf die Suche nach Feuerholz und Verpflegung machen, um weder der Kälte noch dem Hunger zu erliegen. Mein Therapie-Bot Alfie steht mir dabei unterstützend zur Seite, zumindest moralisch. Wie die Hauptfigur Kai nach kurzer Zeit anmerkt, hält er die runde Drohne für absolut nutzlos. Aber immerhin kann ich sie Feuerholz sammeln lassen. Praktischerweise scheine ich auf meinem Flug Lebensmittel transportiert zu haben, die ich überall rund um das Flugzeugwrack aufsammeln kann.
Quelle: PC Games
Arctic Awakening schafft es in den ersten Minuten, in denen ich mich bei Einbruch der Dunkelheit in einem arktischen Wald wiederfinde, enormes Unbehagen aufzubauen. Auch wenn ich weder eine Kälte- noch eine Hungeranzeige habe, gibt es für mich nichts Wichtigeres, als so schnell wie möglich ein Lagerfeuer zu bauen und Vorräte zu sammeln, um mein Überleben zu sichern. Ist das geschafft, kann ich mir endlich ein wenig wohlverdienten Schlaf gönnen, um mich am nächsten Morgen gestärkt auf die Suche nach Donevan zu machen. Doch mit meinem erholsamen Nachtschlaf sollte es wohl nichts werden, denn ...
Ich bin nicht allein.
Mitten in der Nacht reißt mich ein unbekanntes Geräusch aus dem Schlaf. Überzeugt davon, dass es sich dabei nur um ein wildes Tier handeln kann, das sich an meinen Vorräten vergreifen will, setze ich mich mutig mit einer provisorischen Fackel in Bewegung, um jenes Tier zu verscheuchen. In der vollkommenen Dunkelheit erweist sich auch Alfie zum ersten Mal als nützlicher Begleiter, denn er kann mir den Weg erleuchten. Allerdings ist von dem vermeintlichen Tier, das ich als Quelle des Geräuschs vermutet habe, weit und breit nichts zu sehen.
Ich wage mich also weiter vom Flugzeugwrack weg und versuche, das Geräusch ausfindig zu machen. Das ständige Gefühl, beobachtet zu werden, zusammen mit der eingeschränkten Sicht durch die Dunkelheit und der Angst, irgendetwas könnte mich hinter dem nächsten Baum oder dem nächsten Busch plötzlich anspringen, erzeugen erneut ein riesiges Unbehagen, sodass ich mich bei jedem Schritt frage, ob ich nicht doch besser umkehren und im Schutz des Feuers bleiben sollte. Diese Wahl lässt mir das Spiel allerdings nicht. Ich kann die Nacht erst beenden, wenn ich den Ursprung des Geräuschs ausgemacht und erfolgreich vertrieben habe.
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Ein weiterer Haken an der Sache ist: Ich kann meinen Beobachter zwar hören, aber nicht sehen. Nähere ich mich der Quelle, so kann ich mit meiner Fackel wedeln, um was auch immer zu verscheuchen. Aber ein Bild davon, womit ich es hier zu tun habe, zeigt sich mir nicht. Der Ursprung des Geräuschs verschwindet lediglich weiter in die Dunkelheit und lässt mich mit der Frage zurück, was genau ich hier eigentlich verjagt oder eventuell mit meinem Gefuchtel bloß verärgert habe.
Arctic Awakening spielt geschickt mit der bedrohlichen Atmosphäre, die scheinbar ganz natürlich aufgebaut wird, und der Urangst vor der undurchdringlichen Dunkelheit, bei der man nicht weiß, was in ihr lauert. Wieder fürchte ich um mein Überleben, auch ohne Kampf oder die Anzeige einer Hunger- oder Kälteleiste.
