2016 wurden rund 60 Prozent weniger Computerspiele per Crowdfunding über die Plattform Kickstarter finanziert, als das noch 2015 der Fall war. Laut Experten liegt dies unter anderem an den Konkurrenten Fig und Gambitious. Als weitere Gründe wird der Boom der Brettspiel-Branche und das Desinteresse der Spieler genannt.
Crowdfunding wurde als die große neue Möglichkeit betrachtet, dass Spiele-Entwickler ohne den Einfluss von Publishern ihre Visionen von neuen Computerspielen umsetzen können. Anstatt Publisher als Geldgeber zu haben, holte man sich die Finanzierung direkt von den Fans über Plattformen wie Kickstarter. Gerade Kickstarter erlebte dadurch einen riesigen Boom - der nun aber deutlich abflacht.
Während im Jahr 2015 für die Finanzierung von Computerspielen noch rund 41,5 Millionen US-Dollar eingenommen werden konnten, waren es 2016 nur noch 17,6 Millionen Dollar und das bei einer ungefähr gleichen Anzahl an Projekten. Experten sind der Meinung, dass dies unter anderem an den neuen Plattformen Fig und Gambitious liegt. Fig bietet durch Belohnungen und Aktieninvestitionen einen höheren Anreiz, bei einer Finanzierung mitzumachen. Große Indie-Studios wie InXile und Double Fine sowie Obsidian Entertainment haben Kickstarter den Rücken gekehrt und bieten ihre neuen Spiele über Fig an.
Über Fig konnten durch Spiele wie Psychonauts 2 und Wasteland 3 rund 7,8 Millionen US-Dollar eingenommen werden, über Gambitious, einen Mix aus Crowdfundig-Plattform und Indie-Publisher, etwa 2,6 Millionen Dollar. Doch selbst, wenn man diese Zahlen zu denen von Kickstarter aus dem Jahr 2016 hinzu addiert, ist deutlich zu erkennen, dass Crowdfunding nicht mehr so erfolgreich ist, wie vor wenigen Jahren noch. Woran könnte das liegen?
Zum einen daran, dass die Spieler das Interesse am Crowdfunding verloren haben. Das könnte zum einen an den langen Entwicklungszeiten der Spiele liegen zum anderen aber auch an Enttäuschungen. Einige Entwickler könnte auch aufgrund von Problemen zwischen Fig und der US-Börsenaufsichtsbehörde die Finanzierung ihrer neuen Projekte in dieses Jahr verschoben haben. Ein weiterer Punkt ist das ungeheure Wachstum des Brettspiel-Markts. Es wird mit einer Zielgruppe gerechnet, die sich sowohl für Computerspiele als auch für Brettspiele interessiert, das Geld aber dann doch lieber für neue Brettspiele ausgegeben hat. Dieser Bereich stieg nämlich 2016 um 20 Prozent von 84,6 auf 101,2 Millionen US-Dollar!
Unbeeindruckt von alledem zeigt sich aber Star Citizen, das nach wie vor munter Geld von den Fans einnimmt und inzwischen über 141 Millionen Dollar per Crowdfunding einnehmen konnte.
Wie sich dies 2017 weiter entwickelt werden wir noch sehen. Mit Pillars of Eternity 2 wird derzeit ja ein hochkarätiges RPG von Obsidian Entertainment über Fig finanziert. Mal schauen, wie es in diesem Jahr noch weiter geht...
Quelle: Polygon
