Splatoon 2: Absolut kompetenter, cleverer Mehrspieler-Shooter mit strammem Umfang

Test Viktor Eippert
Splatoon 2: Absolut kompetenter, cleverer Mehrspieler-Shooter mit strammem Umfang
Quelle: Nintendo

Die Inklinge strecken ihre Tentakel endlich auch auf die Switch aus und fahren im zweiten Revierkampf wieder richtig spaßige Geschütze auf! Erfüllt Splatoon 2 die hohen Erwartungen der Fans? Die Antwort auf diese Frage findet ihr in unserem ausführlichen Test zum irrwitzigen Shooter von Nintendo.

Mit Splatoon gelang es Nintendo vor etwas mehr als zwei Jahren, gleich mehrfach positiv auf sich aufmerksam zu machen. Zunächst war es reichlich ungewöhnlich für das Traditionsunternehmen, sich in das kompetitive Shooter-Genre zu wagen. Doch was noch größere Wellen schlug, war der große Erfolg, den Big N mit Splatoon feierte. Dank innovativer Features sowie über Monate hinweg durchgängigen, kostenlosen Updates nach Launch überzeugte der farbenfrohe Shooter beinahe 5 Millionen Spieler zum Kauf und bescherte der zu dem Zeitpunkt bereits auf dem absteigenden Ast befindlichen Wii U sogar noch einen respektablen Verkaufsaufwind. Um das mal in Relation zu setzen: Fast ein Drittel aller Wii-U-Besitzer griffen zu dem Shooter-Vergnügen. Damit hat Splatoon sogar beinahe Super Smash Bros. für Wii U in den Verkaufszahlen eingeholt - und das als komplett neue Nintendo-Marke ohne die Zugkraft von allseits bekannten Serienstars wie Mario oder Link! Somit hat Nintendo aus dem Stand eine beliebte neue Serie geschaffen, die nur einen Haken hatte: Sie erschien auf der Wii U, als eben schon klar war, dass Nintendos Tabletkonsole kein Erfolg mehr werden würde. Und folglich ist der Shooter an einer sehr großen Zahl von potenziellen Spielern komplett vorbeigezogen. Dieses Schicksal dürfte Splatoon 2 sicherlich nicht ereilen, schließlich kommt es nur wenige Monate nach Launch auf die Switch, die weltweit nach wie vor sehr gefragt und weiterhin quasi durchgehend ausverkauft ist.

Review zu Splatoon 2: Eine richtig volle Packung

Angesichts dessen, wie schnell Nintendo nach dem Überraschungshit einen weiteren Teil nachlegt, haben sich im Vorfeld viele Fans gefragt: Ist Splatoon 2 überhaupt ein echter Nachfolger oder eher eine aufgemotzte Neuauflage des Wii-U-Spiels vergleichbar mit Mario Kart 8 Deluxe? Und diese brennende Frage können wir euch schon jetzt mit einem klaren "Jep, dieses Spiel trägt seine 2 absolut verdient im Titel" beantworten. Für Splatoon 2 haben die Männer und Frauen bei Nintendo das grandiose Spielkonzept des Erstlings sowie sämtliche darin vorkommenden Modi - inklusive aller Updates nach Launch - hergenommen und all das um frische Ideen, weitere Spielmodi, zahlreiche neue Waffen und Klamotten sowie super praktische Komfortfunktionen erweitert. Für einen Direktvergleich empfehlen wir einen fixen Blick in unseren Kasten am Ende des Artikels, doch natürlich verraten wir euch im Verlauf dieses Tests schön ausführlich, was sich so alles getan hat.

Der Inkopolis-Platz ist wieder das Zentrum des bunten Inkling-Treibens. Hier findet ihr verschiedene Shops und die Zugangspunkte für sämtliche Spielmodi. Quelle: N-ZONE Der Inkopolis-Platz ist wieder das Zentrum des bunten Inkling-Treibens. Hier findet ihr verschiedene Shops und die Zugangspunkte für sämtliche Spielmodi.

Splatoon 2 im Test: Die Rückkehr der Oktarianer

Die zahlreichen, sehr einfallsreichen Levels im Heldenmodus werden wieder durch Hubareale miteinander verbunden. Hier gibt es mehr als im Vorgänger zu entdecken. Quelle: N-ZONE Die zahlreichen, sehr einfallsreichen Levels im Heldenmodus werden wieder durch Hubareale miteinander verbunden. Hier gibt es mehr als im Vorgänger zu entdecken. Da sich Nintendo wie eingangs erwähnt absolut bewusst ist, dass viele potenzielle Switch-Käufer wahrscheinlich nie Splatoon gespielt haben, werden auch Serien­neulinge gut in die spritzige Welt der Inklinge eingeführt. Dazu dient in erster Linie der Heldenmodus, in dem die Handlung des Vorgängers fortgesetzt wird und wo euch wieder fünf Welten mit vielen einfallsreichen Levels erwarten. Wie schon im ersten Splatoon fungiert die Kampagne gleichzeitig als Tutorial, ihr erlernt in deren Verlauf also alle grundlegenden Spielkniffe und könnt dabei neun verschiedene Waffentypen (davon zwei komplett neue) erproben. Das Geniale am Heldenmodus ist, dass ihr dank des ebenso grandiosen wie abwechslungsreichen Leveldesigns und der verrückten Gegner spielend den Umgang mit Farbknarren, Granaten und der Tintenfischform erlernt.

Für alle, die es noch nicht wissen: Die Inklinge sind nämlich ein Mix aus Kind und Tintenfisch, die jederzeit zwischen ihrer humanoiden Form und ihrer tentakulären Kopffüßer-Gestalt wechseln können. In Ersterer können sie ihre Farbspritzpistolen benutzen, während sie als Calamari in die Farbe des eigenen Teams tauchen und somit nicht nur rasend schnell voran düsen, sondern dabei auch den Farbtank ihrer Waffe aufladen. Das Tauchfeature ermöglicht viele verschiedene Taktiken, etwa könnt ihr so auch eingefärbte Wände hochschwimmen oder in der Tinte auf ahnungslose Gegner lauern. Doch nochmal zurück zur Einzelspieler-Kampagne: Neben alten Bekannten der Oktarianer-Armee trefft ihr natürlich auch auf neue abgefahrene Widersacher wie riesige Okto-Zeppeline oder mit Splatlings bewaffnete Kommandanten. Außerdem führt beinahe jeder Level neue Mechaniken oder Objekte ein, die für coole Momente sorgen. Neu ist etwa die Möglichkeit, auf Surfschienen in Inkling-Form ruckzuck entlang zu skaten, während ihr frei um euch ballern dürft. Ein großer Spaß! Oder witzige Schnalzbänder, die sich durch Abschießen aufrollen und so neue Wege schaffen oder im Weg befindliche Gegner einfach umwalzen. Zusammengehalten werden die Levels erneut durch fünf Hub­areale, die ihr erst wie in einem 3D-Plattformer erkunden müsst und in denen diesmal auch Sammelobjekte versteckt sind. Wo wir gerade bei Sammelobjekten sind: Die geheimen Schriftrollen feiern ihre Rückkehr und warten nur darauf, in jedem Level von euch gefunden zu werden - und das ist diesmal mitunter echt ­tricky. Neu dazu kommt das sogenannte Anchovium, das ebenfalls in den Levels versteckt ist und zum Aufwerten eurer Bewaffnung im Heldenmodus dient. Wer zügig durchspielt, wird etwa sechs bis sieben Stunden mit der neuen Kampagne beschäftig sein. Bis alle Secrets gefunden wurden und in jedem Level ein Highscore mit jeder Waffe aufgestellt ist, vergeht aber locker die doppelte Zeit.

Review zu Splatoon 2: Gebt den Salmoniden Saures ...

Im Salmon Run müsst ihr Lachseier sammeln und abliefern. Quelle: N-ZONE Im Salmon Run müsst ihr Lachseier sammeln und abliefern. Doch auch für Freunde des gepflegten Miteinanders hat Splatoon 2 mehr im Angebot als noch sein Vorgänger. Denn ganz neu mit dabei ist der kooperative Horde-Modus namens Salmon Run. Im Auftrag der Bär GmbH stellt ihr euch zusammen mit bis zu drei Mitstreitern mehreren Wellen von anrückenden Salmoniden-Angreifen. Auf extra für den Modus erstellten Maps entbrennt dabei eine ebenso knackige wie unverschämt suchterregende Schlacht um die Salmoniden-Eier, von denen ihr innerhalb eines Zeitlimits genug erbeuten und in einen Sammelbehälter packen müsst - ohne dabei zu sterben. Und das ist wirklich nicht so leicht, denn die begehrten Eier winken einzig für das Besiegen der verschiedenen Salmoniden-Bosse, die stets zusammen mit normalen Schergen aufkreuzen. Jeder dieser Boss-Salmoniden hat seine Tücken und erfordert eine ganz eigene Taktik. Der "Staal" schlängelt beispielsweise unaufhaltsam durch die Karte und färbt dabei munter den überquerten Boden mit der giftigen grünen Salmoniden-Farbe. Das Gemeine an ihm ist, dass er weder frontal noch seitlich verwundet werden kann und euch auf seinem Weg sogar zur Seite und damit mitunter in den Tod drängt. Nur an seinem Schwanz, wo ein Fahrer den Staahl bedient, könnt ihr das Monstrum schädigen. Ein anderer Vertreter der Lachse hört auf den Namen Stapla, weil dieser Geselle auf einem Stapel alter Kochtöpfe thront und am liebsten aus großer Entfernung mit seinem alles (auch Wände!) durchdringenden Hochdruckstrahler nichtsahnende Inklinge nass macht.

... selbst bei Wind und Wetter

Einer dieser Bosse ist bereits eine Herausforderung, wenn ihr es jedoch mit mehreren gleichzeitig zu tun bekommt, besteht ihr n Im Salmon Run müsst ihr Lachseier sammeln und abliefern. Die gibt's aber nur von den fiesen Bossen wie dem Stahlaal. Quelle: N-ZONE Im Salmon Run müsst ihr Lachseier sammeln und abliefern. Die gibt's aber nur von den fiesen Bossen wie dem Stahlaal. ur mit exzellentem Teamwork. Nicht nur müsst ihr die Obermotze schnell genug zu Fall bringen und anschließend die Eier zum Sammelkorb abtransportieren (jeder Spieler kann nur eines der drei Eier pro Boss gleichzeitig tragen), ihr müsst auch stets die Gegend neu einfärben, da die Salmoniden alles mit ihrer grünen Suppe verunstalten und euch so in eurer Mobilität einschränken. Fällt eines der Teammitglieder den fiesen Lachsen doch mal zum Opfer, ist das halb so wild, da der Mitspieler kurze Zeit später als beweglicher Rettungsring wieder auftaucht. Es bedarf nur eines Spritzers Farbe eines Teamkollegen auf den Ring und schon darf der Kumpel wieder am Kampf teilnehmen. Erwischt es jedoch alle fleißigen Eier-Sammler oder schafft ihr die vorgegebene Quote nicht während des Zeitlimits, ziehen die Lachse siegreich vom Feld.

Meistert ihr alle Wellen im Salmon Run, erhaltet ihr abhängig von eurer Performance und dem eingestellten Schwierigkeitsgrad Bärenpunkte und für die dann Belohnungen. Quelle: N-ZONE Meistert ihr alle Wellen im Salmon Run, erhaltet ihr abhängig von eurer Performance und dem eingestellten Schwierigkeitsgrad Bärenpunkte und für die dann Belohnungen. Für Abwechslung sorgen Änderungen des Wetters und des Wasserspiegels zwischen jeder Angriffswelle. Steigt das Wasser, verkleinert sich der zur Verfügung stehende Raum, wodurch eure Rückzugsmöglichkeiten schwinden und alles sehr hektisch wird. Bei niedrigem Wasserstand habt ihr hingegen zwar Platz zum Manövrieren, doch dafür muss das Inkling-Team viel mehr Fronten gleichzeitig im Auge behalten. Besonders knifflig wird es bei Nebel, da ihr kaum etwas seht und eure Widersacher von allen Seiten gleichzeitig angreifen, sowie nachts, wo zwar deutlich weniger verschiedene Bosse erscheinen, die Salmoniden dafür aber besonders schnell unterwegs sind und in großen Mengen anstürmen. Wie wahrscheinlich diese Wetteränderungen auftreten, hängt vom Schwierigkeitsgrad ab. Wenn ihr lokal spielt, könnt ihr den frei in 5%-Schritten von 5% bis hin zu 100% einstellen. Online hingegen erhaltet ihr Erfahrungspunkte für gewonnene Matches bzw. verliert sie bei einer Niederlage. Dadurch bestimmt sich euer Rang, der wiederrum den Schwierigkeitsgrad bestimmt. Außerdem passt sich das Spiel automatisch darauf an, wie viele Spiele im Team sind. Mit einem Sieg auf höheren Stufen ergattert ihr nicht nur das Recht, anzugeben, ihr bekommt auch mehr sogenannte Bärenpunkte gutgeschrieben. Habt ihr genug dieser Punkte angehäuft, zahlt euch die Bär GmbH eine Belohnung für eure Dienste aus. Unter anderem winken Spielwährung, Effekt-Fragmente (dazu später mehr), Essenstickets (auch dazu bald mehr) und exklusive Klamotten, die ihr nur per Salmon Run erhaltet. Obwohl sich Salmon Run im Test als irre spaßig herausgestellt hat, bleiben dennoch zwei kleine Haken. Zum einen gibt es bisher nur zwei Karten (die sich zudem recht ähnlich sind) für den Modus und zum anderen steht Salmon Run online nicht durchgehend zur Verfügung, sondern nur an bestimmten Tagen - dafür aber immerhin häufig und jeweils für viele Stunden am Stück. Lokal mit Freunden dürft ihr hingegen immer ran, ihr braucht nur mindestens einen weiteren Mitspieler. Am meisten Spaß macht der Kampf gegen die Lachse aber mit einem vollen Vierergespann fleißiger Inklinge.

  1. Seite 1 Seite 1: Einzelspieler und Salmon-Run
  2. Seite 2 Seite 2: Mehrspieler und Fazit
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