Spyro Reignited Trilogy im Review: Wunderschönes Remake für drei Jump & Run-Klassiker
Test
Nach der Crash Bandicoot N. Sane Trilogy 2017 folgt nun das Remake-Comeback einer weiteren Jump & Run-Ikone. In Spyro Reignited Trilogy dürfen wir erneut die drei ersten Abenteuer des violetten Drachen erleben. Allerdings in zeitgemäßer Optik. Ob Spyro abseits der frischen Grafik noch genug Feuer hat, um heutzutage zu überzeugen, erfahrt ihr in unserem Test.
Nach der N. Sane Trilogy von Crash Bandicoot im letzten Jahr, welche die ersten drei Teile des verrückten Beuteldachses als Remake beinhaltete, wurde nun eine weitere Jump & Run-Ikone der ersten Playstation neu aufgelegt. Die Spyro Reignited Trilogy (jetzt kaufen 27,39 € ) enthält die drei ersten Abenteuer des kleinen violetten Drachen: Spyro the Dragon, Spyro: Ripto's Rage und Spyro: Year of the Dragon wurden von Insomniac Gameszwischen den Jahren 1998 und 2000 entwickelt. Da die Macher von Ratchet & Clank, Resistance, Sunset Overdrive und Spider-Man mittlerweile anderweitig eingespannt sind, setzte Publisher Activision das Studio Toys for Bob an das Remake. Eine gute Idee, schließlich zeichneten die Entwickler schon für Spyros letzte Auftritte in der Skylanders -Reihe verantwortlich und arbeiteten mit an der N. Sane Trilogy. Startet man das Spiel merkt man auch sofort, dass sich Toys for Bob sowohl mit dem knuffigen Spyro als auch mit der gelungenen Umsetzung eines Remakes auskennen.
Alte Spiele, neuer Glanz
Wie schon bei der Remake-Collection von Crash Bandicoot bleiben auch die drei Spyro-Teile in der Reignited Trilogy in Sachen Story, Levelaufbau und grundlegendem Gameplay komplett unangetastet. Die Spiele wurden lediglich technisch in die Gegenwart gebracht und die Steuerung etwas poliert. Spyro steuerte sich noch nie so geschmeidig und sah knuffiger aus als in dieser Neuauflage. Wege, Levels und Secrets sind identisch mit den Originalen. Wer diese damals gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden und wohlig warme Erinnerungen werden wachgerufen. Allerdings wurde alles optisch wunderbar überarbeitet, zahlreiche kleine Details hinzugefügt und der allgemeine Look ein ganz kleines bisschen cartoonhafter gestaltet.
Quelle: PC Games
Selbst die größten Feinde können nichts gegen Spyros Flammen ausrichten. Das Gegner-Design ist übrigens herrlich bescheuert.
Dabei ist aber nichts überzeichnet. Die Spyro-Spiele sehen genau so aus, wie man sie heute eben erwarten würde. Das Design ist dabei so unfassbar knuffig und zuckersüß, dass man beim Spielen ein wenig in Diabetes-Gefahr schwebt. Selbst der abgezockteste Gamer wird wohl in manchen Momenten ein lang gezogenes "Aw!" ausstoßen. Sogar die Sterbeanimationen der herrlich albern gestalteten Gegner sind absolut putzig. Wenn wir beispielsweise einen bösen Busch abfackeln und dieser mit seinen riesigen Kulleraugen am abgebrannten Geäst traurig guckt oder ein Steinkoloss, den wir in einen Lavastrom schubsten, uns zum Abschied resignierend zuwinkt, während er versinkt, dann tut uns das fast schon leid. Sowohl Nostalgiker, die die Originale damals spielten, als auch heutige Kinder werden mit der Aufmachung der Reignited Trilogy absolut glücklich.
Zwei kleinere technische Makel hat die Neuauflage allerdings. So haben die Spiele eine starke Bewegungsunschärfe, die beim Spielen zwar nicht stört, Screenshot-Fetischisten aber ärgern wird, und bei schnellen Aktionen fallen immer wieder mal Mikroruckler auf. Letztere haben zwar keine Auswirkungen auf den Spielspaß, aber man merkt eben doch, dass die Framerate nicht konstant bei 30 Bildern pro Sekunde bleibt. Ein Patch dürfte hier helfen. Doch apropos Patch: Selbst wenn ihr die Reignited Trilogy als Retail-Variante kauft, müsst ihr einige Gigabyte Daten herunterladen. Auf der Disc selbst befindet sich nämlich nur der komplette erste Teil, während Ripto's Rage sowie Year of the Dragon ohne Download nur in Auszügen spielbar sind.
Quelle: PC Games
Im Verlaufe der Trilogie trifft Spyro gewinnt Spyro neue Freunde,
die ihm auf seinen Abenteuern mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Kunterbunte Abwechslung
Für alle, die den süßen Drachenfratz damals verpasst haben, hier eine kleine Zusammenfassung: Spyro lebt in einer herrlich bunten Märchenwelt, die von allerlei friedfertigen Drachen bevölkert wird. Im ersten Teil verwandelt der fiese Gnasty Gnorc jedoch sämtliche Schuppenviecher außer dem Titelhelden in Steinsäulen. Spyro und seine Libelle namens Sparx reisen also durch die Welt, um sämtliche Artgenossen zu befreien und Gnorc das Handwerk zu legen. Im zweiten Teil hingegen will unser Mini-Drache eigentlich nur Urlaub machen, gelangt durch ein Dimensionsportal jedoch in eine andere Welt, wo die friedlichen Bewohner wie Gepard Jäger oder Faun Elora von dem fiesen Ripto und dessen Kumpanen unterdrückt werden. Auch da kann Spyro natürlich nicht einfach zusehen und bietet seine Hilfe an.
Quelle: PC Games
Teil 2 und 3 bemühen sich um Abwechslung. In Year of the Dragon dürft ihr sogar auf ein Skateboard steigen und mit anderen Figuren zocken.
In Year of the Dragon geht es dann ans andere Ende der Drachenwelt, da eine böse Zauberin sämtliche Dracheneier geklaut und in ihr Reich gebracht hat. Als wären die vorangegangenen Teile nicht schon knuffig genug, müsst ihr nun also knuddelige Baby-Drachen retten. In allen Teilen gibt es mehrere Oberwelten, in denen ihr Portale findet, die euch in die unterschiedlichen Levels bringen. Gelangt ihr zum Levelausgang, erhaltet ihr meist das zum Spielfortschritt benötigte Item, doch obwohl die einzelnen Areale nicht sonderlich groß sind, gibt es überall weitere Items und Secrets zu entdecken. Im Gegensatz zu den alten Crash Bandicoot-Teilen ist Spyro nicht so linear. Die Gebiete sind recht offen angelegt und setzen darauf, dass ihr geschickt Spyros Gleitfähigkeit einsetzt, um bestimmte Bereiche zu entdecken. In Spyro the Dragon ist die Geschichte nicht der Rede wert, doch in den beiden Nachfolgern erwarten euch immer wieder schön aufgemachte und oftmals richtig witzige Zwischensequenzen, welche die kindgerechte Story vorantreiben.
In Ripto's Rage werden außerdem optionale Zusatzquests eingeführt sowie auch Portale, die ihr aktivieren dürft, um Spyro kurzzeitig bestimmte Spezialfähigkeiten zu verleihen. In Year of the Dragon dürft ihr sogar ab und zu andere Charaktere übernehmen. So springt ihr beispielsweise mit Känguruh Sheila durch die Gegend oder schießt mit den zielsuchenden Raketen von Pinguin Byrd um euch. Typisch für ein Spiel, das zum Zeitpunkt des Trendsport-Hypes erschien, darf Spyro sogar seine Künste als Skateboarder unter Beweis stellen. Für Abwechslung ist also gesorgt.
Quelle: PC Games
Der Schwierigkeitsgrad ist in jedem Spiel ziemlich niedrig. Selbst die Bosse sind recht einfach zu besiegen. Dafür sehen sie aber unfassbar knuddelig aus!
Wunderbares Hüpfvergnügen
Quelle: PC Games
Selbst die Sterbeanimationen der Gegner sind unglaublich knuffig. Dieser Koloss winkt uns traurig zu, während er in Lava versinkt.
Ansonsten ist Spyro ein schönes, kindgerechtes Jump & Run, bei dem ihr die verschiedenen, toll gestalteten Levels erkundet und Gegner mit dem Feueratem verkokelt oder sie mit euren Hörnern wegrammt. Die Rammattacken sind jedoch teilweise etwas fummelig zu steuern, gerade wenn ihr mehrere Objekte hintereinander treffen sollt. Zudem gibt es immer wieder optionale Fluglevels, in denen ihr durch Checkpoints fliegen und bestimmte Items sammeln sollt. Unter Zeitdruck, versteht sich. Die Flugeinlagen sind durchaus schon mal etwas knifflig, aber ansonsten ist der Schwierigkeitsgrad eher niedrig angesetzt. Selbst die Bosse lassen sich ziemlich einfach besiegen.
Quelle: PC Games
In den Fluglevels versucht ihr, während eines Zeitlimits bestimmte Objekte zu zerstören oder liefert euch Checkpoint-Rennen.
In diesem Fall ist das aber vollkommen okay, da Spyro so eine charmante, lustige Spielwelt hat, dass immer genug Anreiz geboten wird, um weiterzuzocken. Mal verschlägt es euch in ein Zauberreich, wo bekloppte Magier Plattformen verschieben, mal landet ihr in einem Sumpf und bekämpft Oger, mal seid ihr in einer Wüsten-, Eis-, Unterwasser- oder Western-Welt unterwegs. Die witzig gestalteten Gegner sind passend auf das jeweilige Szenario abgestimmt und bringen einen oftmals zum Lachen. Unser Highlight waren hier die vor Angst schlotternden Soldaten, die sich beim Anblick von Spyro in ihren Zelten verstecken und dann blöd gucken, wenn man diese abgebrannt hat. Spielerisch können die Spyro-Teile natürlich nicht mehr so ganz mit aktuellen Topspielen des Genres mithalten, da sich die wenigen Gameplay-Elemente doch schon sehr oft wiederholen. Allerdings ist die Reignited Trilogy absolut charmant, lustig und sieht wunderbar bunt aus. Jetzt wünschen wir uns aber ein ganz neues Spyro mit alten Stärken und neuen Ideen.
