Stalker 2 im Hands-on-Test: Dualsense, Grafik und Performance - So gut ist der Shooter auf PS5!
Special
Ein Jahr nach dem ersten Release feiert Stalker 2 seinen Start auf der PS5. Wir haben den Survival-Horror-Shooter auf der Konsole gespielt und verraten euch, wie gut die Portierung gelungen ist!
Ab 20. November geht's auch für PlayStation-Spieler endlich ab in die Zone: Ein Jahr nach dem Release auf PC und Xbox Series ist der Survival-Horror-Shooter Stalker 2: Heart of Chornobyl auf PS5 verfügbar. Das Spiel launcht je nach Edition zum Preis von 60 bis 110 Euro und mit allen bisher veröffentlichten Updates auf der Konsole.
Letzteres ist hier doppelt wichtig, denn seit dem von Bugs und Performanceproblemen geplagten ersten Release hat Entwickler GSC Game World unermüdlich am Spiel gearbeitet. Dadurch haben nicht nur etliche Fehlerbehebungen, sondern auch neue und verbesserte Features ihren Weg in den Shooter gefunden: Das KI-System funktioniert mittlerweile deutlich runder und es gibt neue Waffen, Anomalien und Gadgets wie ein Nachtsichtgerät für Einsätze im Dunkeln.
Dank Mutanten-Loot lohnt sich nun auch der Kampf gegen die nicht-menschlichen Bewohner der Zone und ganz allgemein interagieren die NPCs glaubwürdiger miteinander. Im aktuellen Expeditions-Update, Version 1.7, warten zudem zwei zusätzliche Schwierigkeitsoptionen für Hardcore-Spieler.
Für alle, die den Shooter zum Launch aufgrund seines unfertigen Zustands gemieden oder abgebrochen haben, lohnt es sich also mittlerweile, ihm noch einmal eine Chance zu geben. Stalker 2 (jetzt kaufen 8,99 € / 59,99 € ) hat noch immer Raum für Verbesserungen und schöpft nicht ganz sein volles Potenzial aus, aber es ist jetzt ein deutlich runderes und vollständigeres Erlebnis.
Features der PS5-Version
Soweit die allgemeine Lage. Für den PS5-Release haben die Entwickler aber noch ein paar zusätzliche Features eingebaut, die vor allem den Dualsense-Controller ausreizen. Zum einen werden haptisches Feedback und die adaptiven Trigger unterstützt. Die Vibrationseffekte machen etwa die Schritte der Spielfigur, einschlagende und abgefeuerte Kugeln und das Nachladen der Waffen präzise spürbar.
Mit den adaptiven Triggern bekommen die Abzüge der Waffen unterschiedliche Widerstände, bei der doppelläufigen Shotgun muss der Zeigefinger zum Beispiel mehr arbeiten als bei der kleinen Makarov-Pistole. Kleiner Wermutstropfen: Bei automatischen Waffen wird der Rückstoß nicht über die Trigger simuliert, sondern rein über die Controller-Vibration, und das auch nicht allzu stark.
Trigger und Haptik verleihen dem realistischen Gunplay trotzdem noch eine gute Prise mehr Immersion. Wer für präziseres Zielen auf die Trigger-Widerstände verzichten will, kann das natürlich auch tun. Und apropos Präzision: Auf der PS5 unterstützt Stalker 2 optional auch Gyro-Aiming, also das Zielen mit dem Bewegungssensor des Controllers.
Für alle, die damit zurechtkommen, winkt dadurch ein höheres Maß an Präzision als mit den Analogsticks allein, und für ein Spiel wie Stalker 2, in dem Headshots das Mittel der Wahl sind, kann es sich durchaus lohnen, darauf umzusatteln.
Darüber hinaus warten noch weitere, kleine Controller-Features: So übernimmt das Dualsense-Licht etwa die Funktion eines Artefakt-Scanners und blinkt immer schneller, wenn wir uns einem der mysteriösen Gegenstände nähern. Über den Lautsprecher lassen sich auf Wunsch außerdem diverse Spielgeräusche abspielen, die im Optionsmenü konfiguriert werden können, etwa Funksprüche.
Davon haben Headset-Zocker zwar nichts, dafür profitieren die aber besonders von der unterstützten Tempest-3D-Audiotechnik der PS5, die die fantastische Tonkulisse im Spiel noch etwas räumlicher macht.
Zusammengefasst: Stalker 2 punktet ohnehin schon besonders mit seiner Stimmung und dem hohen Maß an Immersion, und die PS5-Features können da noch ein kleines Schippchen drauflegen. Es ist nun nichts Spielveränderndes, für das sich der Zweitkauf für Veteranen lohnt, aber es beweist, dass die Entwickler Mühe in den Port gesteckt haben.
Grafik und Performance auf PS5
Auch die Technik der neuen Version sollte PS5-Spieler zufriedenstellen: Wir haben die Wahl zwischen Grafik- und Leistungsmodus, wobei sich wie gewohnt die angepeilte Auflösung und die Fps-Werte ändern. Der Grafikmodus läuft in 4K bei 30 Fps, der Leistungsmodus in 1440p bei 60 Fps. Die Auflösungen werden allerdings nicht nativ ausgegeben, sondern von einer niedrigeren Pixelzahl hochskaliert.
Das ist dem Spiel gerade im Leistungsmodus auch anzusehen, aber nie so sehr, dass es stört. Der dichte Pflanzenbewuchs in der Zone ist nicht knackscharf und sich bewegende Objekte ziehen leichte Schlieren hinter sich her, aber wer den Kopf nicht direkt an den Bildschirm drückt, der dürfte das kaum wahrnehmen. Zumal gerade Konsolenspieler diesen typischen Skalierungs-Look ohnehin schon gewohnt sind, vor allem bei der Unreal Engine 5.
Deren schicke Beleuchtung und detaillierte Landschaftszeichnung glänzen auch auf der PS5, vor allem im scharfen Grafikmodus. Die maximal 30 Fps sind in einem Shooter mit Augenmerk auf Präzision allerdings schwer zu verdauen. Daher nun die wichtigste Frage: Wie läuft der Performance-Modus?
Nun, die angepeilten 60 Fps werden erfreulich konstant gehalten und beim Durchstreifen der Oberwelt sind uns keine störenden Einbrüche aufgefallen. Der eine, große Leistungskiller ist der gleiche wie auf jeder anderen Plattform: Stalker 2s größere Siedlungen mit vielen NPCs drücken die Bildrate immer noch zuverlässig nach unten, wenn auch nicht mehr so schlimm wie noch vor einem Jahr. Auf der PS5 bleibt der Shooter stets spielbar und ist uns nie unter die 30 Fps gekracht, aber die niedrigere Framerate in der ersten Siedlung fällt auf jeden Fall auf.
So selten, wie an diesen Orten gekämpft wird, ist das zum Glück kein Beinbruch. Dort, wo es auf stabile Performance ankommt, nämlich beim Erkunden und Kämpfen in der Zone, gibt sich die PS5-Version keine Blöße und sieht dabei auch im Performance-Modus ansprechend aus. GSC Game World liefert also einen weitestgehend sauberen und mit netten Features ausgestatteten Port ab, der für alle Freunde von atmosphärischen Spielwelten und knackigem Shooter-Gameplay einen Blick wert ist.
