Mit Star Wars Outlaws gibt's ein lang ersehntes Spiel für Fans der Sternenkrieger-Saga. Redakteur Michael Grünwald findet, die Kritik vorab war überzogen.
Gekonnte Integration
Spaß macht's vor allem wegen der gut entwickelten Spielwelt. Denn nicht nur das Erkunden der vier Himmelskörper macht Laune, sondern auch das Aufspüren von Geheimnissen. Es fühlt sich gut an, wenn ich ein neues Teil für meinen Blaster finde oder mit einem Upgrade meinen Gleiter verbessern lasse.
Es kommt dabei kein nerviges Abklappern der Gebiete auf wie in vielen anderen Ubisoft-Titeln, vielmehr sind die Quests logisch eingebunden und sorgen für bestimmte Vorteile nach erfolgreichem Abschluss.
Manchmal verschmelzen Haupt- und Nebenmissionen sogar auf eine gelungene Art und Weise. Plötzlich stehen bereits bekannte Charaktere in der Spielwelt herum und möchten, dass ich für sie etwas erledige. So eine Spielwelt war ich von Ubisoft in den letzten Jahren einfach nicht mehr gewohnt und das hat mich in Outlaws daher tatsächlich ziemlich positiv überrascht.
Planetenkunde
Auch Kleinigkeiten wie Wetterveränderungen, ein dynamischer Tag-Nacht-Zyklus und sich leicht verändernde Schauplätze lassen die Welten lebendig wirken. Nicht in dem Ausmaß, das Rockstar mit GTA und Red Dead Redemption an den Tag legt, aber definitiv mehr als ordentlich.
Obwohl mir Outlaws von Beginn an gefallen hat, waren es die ersten Minuten auf Tatooine, die mich komplett fasziniert haben. Der Wüstenplanet ist zwar karg und bis auf Mos Eisley recht dünn besiedelt, aber das Star-Wars-Feeling wurde bei mir erst dort richtig entfacht.
Außerdem gehören auch weitläufige, unspektakuläre Areale zwischen dem restlichen Nervenkitzel dazu. Ich denke dabei beispielsweise an das fantastische Uncharted 4. Mit Nate durch die Gegend zu hüpfen, zu ballern und zu klettern, macht genauso viel Spaß wie die ruhigen Erkundungen.
Quelle: PC Games Hardware
Trotz des abweichenden Gameplays zählt das Kapitel in den Weiten Madagaskars für mich zu den Höhepunkten. Dort wird deutlich weniger Action geboten als in den geskripteten Abschnitten des Abenteuers. Einerseits macht die Mischung viel aus, andererseits kommt es auch auf das Herausnehmen des Tempos in bestimmten Momenten an und das bekommt die Uncharted-Reihe immens gut hin.
CloneClan-Wars
Aber nochmal zurück zu Star Wars Outlaws: Sich mit den unterschiedlichen Syndikaten anzulegen oder eben gutzustellen, funktioniert ebenfalls super. Tester Matthias versuchte, sich mit allen Clans zu verstehen; ich wollte dagegen hin und wieder die Welt brennen sehen.
Nachdem ich entschieden hatte, mich mit Jabba the Hutt anzufreunden, ließen mich die Hutten schon sehr früh in ihren Gebieten nach Belieben schalten und walten. Das Pyke-Syndikat setzte mich dagegen nach kurzer Zeit auf ihre Abschussliste.
Als Diebin fühlte es sich gut an, auch mal das Heft in die Hand zu nehmen und die Kriminellen an der Nase herumzuführen - das gehört in der harten Unterwelt schließlich dazu. Mir ist bewusst, dass die Entwickler mit vielen Features das Rad nicht neu erfinden, aber solange die Mechaniken funktionieren, können solche Dinge durchaus überzeugen.
Ein harmonisches Trio
Und dann gibt's auch noch Kay Vess und ihre Crew. Die Gaunerin hat ihren eigenen Sturkopf, was ich in sämtlichen Spielen ziemlich cool finde. Videospiele-Charaktere sind allgemein häufig zu nett geschrieben, daher stechen die mit Ecken und Kanten ganz besonders aus der Masse heraus.
Kay zähle ich da ab sofort dazu. Und auch ihr putziger Begleiter Nix hat sich direkt einen Platz in meinem Herzen ergaunert. Die Integration seiner Fähigkeiten in Outlaws ist außerdem erstklassig umgesetzt.
Zusammen mit dem dritten Hauptcharakter ND-5 bilden die Figuren ein stimmiges Trio, bei dem es nicht immer nur harmonisch zugeht. Genau davon hätte ich gerne in Zukunft mehr - ja, auch von euch Ubisoft!
Manchmal zahlt es sich also aus, bestimmten Entwicklern eine zweite oder vielleicht sogar dritte Chance zu geben. Ich habe auf jeden Fall jede Menge Spaß mit Star Wars Outlaws und freue mich schon auf den nächsten Teil. Und bis dahin darf gerne auch die Technik wieder einen Schritt nach vorne machen.
