Steep: Road to the Olympics im Test - Das Olympia-Add-on

Test Christian Dörre
Die Steuerung in der Halfpipe wurde stark verbessert, sodass die Disziplin nun auch jede Menge Spaß macht.
Quelle: PC Games

Bald schon starten die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang. Da darf dann natürlich auch ein offizielles Spiel nicht fehlen. Ubisoft erstand die Lizenz und nutzt sie für eine Erweiterung des Open-World-Wintersportspiels Steep. Ob das Add-on seinen deftigen Preis von 30 Euro wert ist, erfahrt ihr in unserem Test zu Road to the Olympics.

Das Open-World-Winter-Trendsport-Spiel Steep (jetzt kaufen / 26,99 € ) kredenzte uns Ende letzten Jahres drei komplette Berge, auf denen wir verschiedene Challenges mit Snowboards, Skiern, Fallschirmen und Wingsuits bestehen mussten. Der Titel machte zwar Spaß und sorgte für viel Adrenalin, allerdings war nach einer Weile die Luft raus und das Always-on-Multiplayer-Konzept ging nicht so ganz auf, da die meisten Spieler lieber die Solo-Herausforderungen zocken wollten. Dennoch versorgte Ubisoft Steep über das vergangene Jahr verteilt immer wieder mit neuen Inhalten. So wurde das Spiel durch die kostenlose neue Region Alaska erweitert und auch die Disziplinen Speed-Gliding, Base Jump und Raketen-Wingsuit gesellten sich im Extrem-Paket-DLC für 9,99 Euro hinzu. Kurz vor den olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang veröffentlicht der französische Publisher nun das (nicht eigenständig lauffähige) Add-on Steep: Road to the Olympics für üppige 29,99 Euro. Wir haben uns die Erweiterung genau angeschaut und klären, ob es sich lohnt, für einen DLC so tief in die Tasche zu greifen.

Im Goldrausch

Neben dem neuen Gebiet in Pyeongchang stehen eifrigen Wintersportlern auch mit Daisetsuzan, Hakuba, Sapporo und Zao vier Regionen in Japan zur Verfügung. Allerdings wechselt ihr beim Start von Road to the Olympics nicht einfach bloß zwischen den Challenges in den Regionen hin und her, sondern alles wird in den netten, im Dokumentar-Stil erzählten Story-Modus "Werde zur Legende" eingebettet. Natürlich dürft ihr auch frei Herausforderungen starten, doch die etwa vier bis fünf Stunden dauernde Kampagne ist schön präsentiert und lockert den Spielablauf mit eingestreuten Interviews mit echten Olympioniken wie Kevin Rolland oder Lindsay Vonn auf.

Endlich haben auch Grinds ihren Weg ins Spiel gefunden. Die Steuerung ist manchmal jedoch ein wenig hakelig. Quelle: PC Games Endlich haben auch Grinds ihren Weg ins Spiel gefunden. Die Steuerung ist manchmal jedoch ein wenig hakelig. Im Laufe der Geschichte nehmt ihr an Trainingscamps und Meisterschaften teil, die schließlich zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 2018 führen. Auch dort müsst ihr euch in den jeweiligen Disziplinen qualifizieren, um schließlich um die Goldmedaille anzutreten. Leider beinhaltet die Kampagne nur die Freestyle-Wettbewerbe Slopestyle, Halfpipe sowie Big Air. Bei den letztgenannten Events springt ihr von einer riesigen Rampe und versucht, einen möglichst spektakulären Trick zu vollführen, während ihr beim Slopestyle über eine Piste voller Rails, Rampen und Pipes düst und bis zur Zeillinie möglichst viele Punkte mit möglichst abwechslungsreichen Tricks einheimsen sollt, Halfpipe hingegen ist wohl selbsterklärend.

Klassische, ebenfalls in der Erweiterung enthaltene Wintersport-Disziplinen wie Cross, Abfahrt, Slalom, Riesenslalom, Super-G und Parallelslalom werden in der Story nicht berücksichtigt. Diese Events müsst ihr einzeln anwählen, wodurch sie ein wenig ohne Kontext dastehen. Es wirkt ein bisschen lieblos, wie diese klassischen Olympia-Disziplinen in Steep präsentiert werden. Es ist durchaus ein enttäuschend, dass bei einem Spiel mit der offiziellen Lizenz zu den Olympischen Winterspielen 2018 eben nur die reinen Trendsport-Snowboard-Events hochwertig inszeniert werden. Diese machen dafür auch dank der verbesserten Steuerung mächtig Laune.
Die Big-Air-Events sehen spektakulär aus, sind spielerisch jedoch nicht sonderlich anspruchsvoll. Gold ist hier Pflicht. Quelle: PC Games Die Big-Air-Events sehen spektakulär aus, sind spielerisch jedoch nicht sonderlich anspruchsvoll. Gold ist hier Pflicht.

Die gute Art von Grind

Um den olympischen Disziplinen gerecht zu werden, wurde die Bedienung ein wenig vereinfacht. Auf Skiern kann man nun sauberer enge Kurven nehmen und auch die Steuerung in den Halfpipes wurde glücklicherweise überarbeitet. Im ursprünglichen Hauptspiel war die Bedienung hier ziemlich fummelig. Viel zu oft sprang man aus Versehen aus der Pipe, weil das Spiel nicht verstand, wo man landen wollte. Nun läuft hingegen alles geschmeidig und das Fahren durch die Schnee-Röhren macht richtig viel Spaß.

Abfahrts- und Slalom-Läufe werden rasant inszeniert und profitieren von der überarbeiteten Steuerung, die nun viel genauer ist. Quelle: PC Games Abfahrts- und Slalom-Läufe werden rasant inszeniert und profitieren von der überarbeiteten Steuerung, die nun viel genauer ist. Zudem haben endlich die im Hauptspiel vermissten Grinds ihren Weg ins Spiel gefunden. Springt ihr mit R2 auf eine Rail oder einen Curb vollführt euer Wintersportler automatisch - je nach Körperhaltung bei der Landung - einen 50-50, Nose-/Tailslide oder Boardslide. Drückt ihr den Analogstick dabei nach oben oder unten, vollführt ihr einen Nose- oder Tailpress. Schön, dass dieses Feature endlich im Spiel ist. Allerdings zickt die Steuerung hier auch manchmal, denn teilweise gelingen auf Rails keine Landungen, obwohl man den Sprung genau getimt hat.

Außerdem weigert sich eure Spielfigur manchmal partout, mit einem Trick von dem Grind-Objekt zu springen. Das sorgt vor allem bei den wichtigen Events, wo es auf jeden Punkt ankommt, zu Neustarts. Hier sollte noch mal ein wenig nachgepatcht werden. Insgesamt ist Road to the Olympics eine äußerst gelungene Erweiterung, die jedoch für 30 Euro ein wenig mit Inhalten geizt. Nach der Kampagne fehlt die Motivation.

Meinung

Wertung zu Steep (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Steep (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Steep (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Schön präsentierte Kampagne im Dokumentar-StilVerbesserte SteuerungOffizielle Lizenz der Olympischen Winterspiele 2018Überfällige Einführung von GrindsFünf neue Regionen
Steuerung bei Grinds teils hakeligRecht niedriger SchwierigkeitsgradAlpine Disziplinen nicht in Kampagne eingebundenGesalzener Preis für ein Add-on
Fazit

Schön präsentierte Erweiterung mit offizieller Olympia-Lizenz, aus der nach der Kampagne ein wenig die Luft raus ist.

Bildergalerie

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