Neue Gerichtsunterlagen belasten Publisher Krafton schwer. Demnach sollen die Entlassungen der Subnautica-Entwickler nicht nur kalkuliert, sondern gezielt vorbereitet worden sein. Angeblich war dies sogar unter Einsatz von ChatGPT, um vertragliche Bonuszahlungen zu vermeiden.
Rund um Subnautica 2 brodelt es nicht nur unter der Wasseroberfläche. Die Mitgründer von Unknown Worlds verklagen aktuell den Publisher Krafton. Die neuesten Vorwürfe haben es in sich. Laut aktuellen Schriftsätzen soll Krafton eine Übernahme inszeniert haben, um eine Erfolgsbeteiligung von bis zu 250 Millionen US-Dollar zu umgehen. Diese Zahlung wäre fällig geworden, sobald Subnautica 2 bestimmte Verkaufsmeilensteine erreicht hätte. Subnautica 2 ist derzeit für 2026 geplant, doch der Streit um das Studio könnte das Projekt langfristig belasten.
Illegale Übernahme statt fairer Bonus?
Die entlassenen Gründer behaupten, Krafton habe zunächst versucht, die vertraglich zugesicherte Erfolgsbeteiligung mit deutlich niedrigeren Summen neu zu verhandeln. Als sie dies ablehnten, soll der Publisher bewusst die Kontrolle über Unknown Worlds an sich gezogen und die Gründer entlassen haben, um die Zahlung vollständig zu umgehen. Ein internes "Projekt X" sei laut Klage explizit dafür konzipiert worden, entweder einen erzwungenen "Deal" zu erreichen oder direkt eine Übernahme einzuleiten.
Laut den neuen Gerichtsdokumenten soll ein internes Gespräch zwischen CEO Kim Chang-han und einem leitenden Manager nahelegen, dass selbst nach juristischer Einschätzung die Bonuszahlung wohl auch im Falle einer fristlosen Kündigung hätte geleistet werden müssen, sofern die Verkaufsziele erreicht worden wären. Krafton bestreitet diese Darstellung.
Subnautica 2: ChatGPT als Krisenberater
Laut den Klägern wandte sich Kim anschließend an künstliche Intelligenz, um mögliche Schlupflöcher zu prüfen. ChatGPT soll dabei selbst bestätigt haben, dass es "schwierig wäre, die Erfolgsbeteiligung zu streichen". Brisant ist auch der Vorwurf, dass Krafton diese Chatverläufe später nicht mehr vorlegen konnte, und sogar einräumte, dass sie nicht mehr existieren. Krafton weist die Anschuldigungen entschieden zurück und spricht von einem "Ablenkungsmanöver". Das Unternehmen behauptet, die Gründer hätten selbst versucht, belastendes Material zu löschen, inklusive eigener KI-Chats.
Gleichzeitig wirft der Schriftsatz Krafton vor, seine Begründungen für die Kündigungen mehrfach geändert zu haben, in der Hoffnung, dass "eine davon hängen bleibt". Wie transparent und fair agieren große Publisher, wenn finanzielle Interessen auf kreative Visionen treffen? Subnautica 2 bleibt zwar offiziell in Entwicklung, doch der Rechtsstreit legt offen, wie schnell kreative Partnerschaften zerbrechen können, wenn Millionen auf dem Spiel stehen. Ob das Gericht die Vorwürfe bestätigt oder Krafton entlastet, ist aktuell offen. Der Fall ist jedenfalls nicht ohne. Was sagt ihr zu den Vorwürfen?
Quelle: kotaku
