Super-Bikes Riding Challenge im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Ein nettes Rennspiel für zwischendurch mit etwas trockener Präsentation.

Mit der Riding Challenge offerieren uns die Black Bean Studios den nächsten Teil der Super-Bikes Reihe. Über 40 Motorräder verschiedener Hersteller sowie mehr als ein Dutzend ebenfalls recht unterschiedlich ausgefallener Strecken bietet uns das Game, welches aber weniger mit seinem Umfang, als wie mit der gelungenen Physik-Engine brilliert. Denn richtige aus dem Motorsport bekannte Meisterschaften werden uns nicht geboten, stattdessen setzt das Spiel auf einen bunten Mix aus originalen Rennstrecken und Fantasiekursen in diversen Ländern.

Pokal oder Meisterschaft?

Super-Bikes Riding Challenge Super-Bikes Riding Challenge Haben wir das Spiel gestartet und befinden wir uns das erste mal in dem etwas trocken aufgebauten Menüsystem, werden wir auch schon vor die Wahl gestellt. Entweder nehmen wir an den sogenannten Pokalrennen teil, die sich einzeln anwählen lassen und eine Klasse für jeden Motorradhersteller bereithält, oder starten wir gleich die richtige Meisterschaft? Diese Entscheidung ist deswegen so wichtig, weil wir sie nicht mehr rückgängig machen können bis wir das gewählte Event beendet oder abgebrochen haben. Befinden wir uns also mitten in einer Meisterschaft, können wir zwischendurch keine Pokalrennen fahren, und umgekehrt. Ist diese Entscheidung gefällt, bietet uns das Spiel noch eine Fahrschule an, welche sich aus den bekannten Elementen wie "fahre in der vorgegebenen Zeit um eine Kurve" oder "bleib exakt zwischen den Markierungen stehen" zusammensetzen. Diese taugt hauptsächlich um ein Gefühl für das Fahren auf zwei Rädern zu bekommen, Höchstleistungen zu absolvieren aber verlangt sie nicht.

Super-Bikes Riding Challenge Super-Bikes Riding Challenge Befinden wir uns sodann im ersten Rennen, machen wir die erste Bekanntschaft mit dem wirklich gelungenem Verhalten des eigenen Motorrades und seines Fahrers. Vorder- und Rückbremse müssen selbstverständlich getrennt voneinander bedient werden, ebenso wie wir das Gewicht unseres Fahrers manuell verlagern müssen. Geben wir am Start zu viel Gas ohne ihn nach vorne zu beugen, stellt es den Boliden unweigerlich auf und wir landen auf dem Asphalt. Umgekehrt sind Höchstgeschwindigkeiten nur möglich wenn wir uns direkt hinter das Visier kauern um eine möglichst kleine Angriffsfläche wir den Wind abzugeben.

Leichte Zugänglichkeit contra geringem Anspruch

Super-Bikes Riding Challenge Super-Bikes Riding Challenge Zu Beginn des Spiels lassen uns die computergesteuerten Fahrer noch gerne gewinnen, genau genommen kann man sogar mehrere Unfälle produzieren ohne den ersten Platz zu verlieren. Erst in den späteren Rennen legen diese zu und beginnen langsam uns über die Pisten zu jagen. Bis dahin aber hat man mehr als einfaches Spiel. Doch nicht nur die CPU-Fahrer setzen einen unter Druck, auch die Piste alleine kann schon Herausforderung genug sein, besonders wenn man im späteren Verlauf Zugriff auf die wirklich starken Dampfhämmer hat. Dann wird der Asphalt zum einzigen Freund auf der Strecke den man am besten nie verlässt und immer Kontakt zu ihm hält. Denn schon eine Bordsteinkante oder eine Bodenwelle kann zum Sturz führen.

Super-Bikes Riding Challenge Super-Bikes Riding Challenge Super-Bikes Riding Challenge kann man aus der Verfolgerperspektive ebenso gut spielen wie aus der Fahrerposition heraus oder der bekannten Gran Turismo Sicht mit eingeblendeten Armaturen. Ebenfalls ist unser Fahrer in der Lage auf Knopfdruck eine abfällige Geste zu machen, wozu er aber nur in der sitzenden Position in der Lage ist. Kauert er hinter dem Visier, ist keine Hand frei für irgendwelche Gesten. Besonders aus der Verfolgerperspektive können wir das detailliert nachgebildete Motorrad ins einer ganzen Pracht bewundern, wobei man die umgebende Landschaft eher als guten Durchschnitt bezeichnen kann, auf der PS2 sogar fast schon etwas langweilig. Denn so schön die einzelnen Strecken auch gestaltet wurden, besonders die Bergfahrten zeigen zu was die Engine ansatzweise in der Lage ist, wirkt doch alles sehr steril und unbelebt, fast wie eine Modelbahnlandschaft. Besonders die originalen Rennstrecken wie Laguna Seca, Hockenheim oder der Donington Park sehen nicht besonders attraktiv aus. Dafür bietet uns das Spiel ein Schlechtwetterfeature welches seinen Namen wirklich verdient hat. Plötzlich müssen wir viel vorsichtiger fahren um in schnellen Kurven nicht den Halt zu verlieren und die Bremswege verlängern sich dramatisch.

Auch für den Spaß zu Zweit hat man gesorgt, indem man dem Spiel einen Splitscreen-Mode für zwei Spieler spendierte. Einen Online-Mode hingegen oder eine Möglichkeit mehrere Rechner bzw. Konsolen miteinander zu vernetzen hat man nicht geschaffen, die Riding Challenge bleibt also ein Vergnügen für maximal zwei Spieler gleichzeitig an einem Gerät.

Super-Bikes Riding Challenge Super-Bikes Riding Challenge Gibt sich die gezeigte Grafik wie beschrieben etwas leblos und langweilig, schafft es leider auch die Soundkulisse nicht mehr Begeisterungsstürme loszutreten. Zwar hören sich die diversen Motoren wahrlich nicht schlecht an, schon am Klang kann man erkennen welches Motorrad man fährt, gibt es außer diesen praktisch nichts zu hören. In klassischer Colin-Manier gibt es Musik nur im Menü zu hören, auf der Strecke selbst müssen wir uns mit den Motorensounds zufrieden geben. Trotzdem hätten dem Spiel ein paar Umgebungsgeräusche nicht geschadet, schließlich fährt man an der Küste der Cote d'Azur ebenso lang wie an Gebirgsbächen oder durch urbane Umgebungen, die durchaus gewisse Geräusche bieten könnten.

Meinung

Wertung zu Super-Bikes Riding Challenge (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Die Auswahl an Motorräderndie gelungene Physikder Detailgrad der Bikes
Trockene Präsentationkaum Abwechslungkeine Online-Rennenmagere Soundkulisseleblose Umgebungen
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