Super Mario 3D All-Stars: Switch-Collection mit 64, Sunshine und Galaxy im Test
Test
Schon lange haben es sich viele Mario-Fans gewünscht, auch Gerüchte gab es seit einiger Zeit, nun also ist die Collection da: Super Mario 3D All-Stars mit den Klassikern Super Mario 64, Super Mario Sunshine sowie Super Mario Galaxy - technisch aufpoliert, ansonsten aber im Original. In diesem Sinne: Auf zum x-ten Durchlauf durch diese drei Meisterwerke der Gaminggeschichte - Super Mario 3D All-Stars im Test!
Lange Zeit sah das Switch-Jahr 2020 ziemlich mau aus, zumindest, wenn es um neue Spiele von Nintendo selbst geht. Da gab es im März zwar ein überaus erfolgreiches Animal Crossing: New Horizons und auch sonst waren die Japaner natürlich nicht ganz untätig, aber an Ankündigungen mangelte es vor allem im Frühjahr und Frühling bis in den Sommer hinein. Ob die globale Pandemie daran Schuld trägt? Möglich, zumindest teilweise wohl bestimmt. Das ändert sich nun endlich seit August, als Nintendo anfing, quasi wöchentlich neue Switch-Spiele vorzustellen. Beispielsweise Pikmin 3 Deluxe, Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung oder anlässlich des 35. Jubiläums von Super Mario gleich eine ganze Reihe an Mario-Games, -Merchandise, -Events und anderen -Goodies. Neben einem AR-Mario-Kart mit echten ferngesteuerten Karts, einer Neuauflage von Game & Watch, einem erweiterten Port von Super Mario 3D World, einem Battle-Royale-Online-Mario und weiteren Titeln wurde zum Jubiläum auch ein schon länger kursierendes Gerücht Wirklichkeit: Super Mario 3D All-Stars!
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Bei dieser Collection handelt es sich um eine drei Mario-3D-Klassiker umfassende Sammlung für die Switch. Beinhaltet sind Super Mario 64, Super Mario Sunshine sowie Super Mario Galaxy. Nein, Super Mario Galaxy 2 ist - warum auch immer - nicht enthalten und auch Super Mario 3D Land sucht man leider vergebens. Doch dazu später mehr. Und ja, mit rund 60 Euro ist der Preis durchaus ziemlich happig für eine Collection mit im Grunde drei alten Spielen, die lediglich technisch etwas verbessert wurden, inhaltlich aber unverändert sind. Immerhin, obendrein gibt es zu allen drei Spielen auch den vollständigen Originalsoundtrack. Ewig Zeit bleibt nach dem Release am 18. September 2020 derweil nicht, denn nicht nur ist die physische Variante limitiert, auch die digitale Version im eShop bietet Nintendo nur bis zum 31. März 2021 feil, danach fällt das Spiel aus dem Sortiment. Warum? Das wüssten wir auch gerne, doch auch hierzu an späterer Stelle mehr. Widmen wir uns zunächst einmal den Spielen selbst.
Quelle: PC Games
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Super Mario 64
Der älteste Klassiker in dieser Collection ist natürlich Super Mario 64, das hierzulande erstmals am 01. März 1997 für das Nintendo 64 erschien und einen Meilenstein in der Mario-Serie, aber auch in der Spielegeschichte allgemein markierte. Mit Super Mario 64 wagte Nintendo nämlich zum ersten Mal den Sprung in die dritte Dimension, der berühmte Klempner entwuchs der bis dato auf lediglich zwei Achsen stattfindenden virtuellen Realität. Zugleich etablierte das japanische Traditionsunternehmen die Steuerung durch ebenjene um eine Dimension gewachsene Spielwelt mit dem Analogstick. Der war beim N64 zwar noch quasi halb Prototyp und leierte leider arg schnell aus und wurde dadurch ungenau, vor allem durch Spiele wie Mario Party; gleichzeitig aber eröffnete er völlig neue Möglichkeiten, ein Videospiel zu erleben - zum Beispiel eben Super Mario 64! Storytechnisch ist das Hüpfabenteuer schnell abgearbeitet, ist die (dünne) Geschichte doch ohnehin nur Mittel zum Zweck. Mario folgt der Einladung der Prinzessin Peach auf ein Stück Kuchen in ihrem Schloss. Dort allerdings empfängt Mario lediglich eine schaurige Stille ... bis Bowsers Gelächter ertönt! Folgend stürzt sich Mario in zahllose unterschiedliche Welten, verborgen hinter magischen Gemälden, um die Prinzessin aus Bowsers Klauen zu befreien. Der Rest ist Geschichte und im Idealfall erwartet euch ein Happy End.
Super Mario 64 ist natürlich in mehrerlei Hinsicht gealtert, immerhin hat das Spiel schon über 23 Jahre auf dem Buckel. Vor allem das Leveldesign wirkt stellenweise altbacken, kein Wunder, stellt das Spiel doch Nintendos erste Versuche auf einem damals völlig neuen Metier dar. Alles in allem aber ist das Game auch heute noch nicht nur gut spielbar, sondern auch ein großer Spaß. Das gilt gleichermaßen für mittlerweile erwachsene Retrofans, die das Mario-Abenteuer seinerzeit erstmals als Kind erlebten als auch für erstmalige Spieler. Klar, wer Mario vor allem durch Super Mario Odyssey und Co. kennt, der wird am Anfang vielleicht etwas stutzen ob der simplen Grafik und des zuweilen behäbigen Handlings der Hauptfigur. Doch nichtsdestotrotz ist Super Mario 64 auch im Jahr 2020 nicht zu verachten. Zumal das Spiel für Super Mario 3D All-Stars (jetzt kaufen 159,19 € )üüberarbeitet wurde. Nicht inhaltlich, dafür aber erstrahlt Marios erstes 3D-Abenteuer nun in deutlich höherer Auflösung, was sofort ins Auge fällt. So gut hat das Original-Mario-64 noch nie ausgesehen, auch einige Texturen wurden überarbeitet. Das ist allerdings auch schon alles an Neuerung. Gezockt wird weiterhin nur im ursprünglichen Bildschirmformat von 4:3, was auf großen modernen Fernsehern leider einen Großteil des Displays ungenutzt lässt. Schade vor allem, weil Super Mario Sunshine, im Original auch in 4:3, in der neuen Collection in 16:9 läuft.
Quelle: PC Games
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Die Kamerasteuerung ist immer noch genauso nervig wie anno dazumal, auch wenn sie jetzt mit einem zweiten Analogstick kontrolliert wird statt mit den ikonischen gelbfarbigen C-Buttons. Und auch Kleinigkeiten wie das umständliche und nervenaufreibende Ansprechen von NPCs wurden nicht angegangen, obwohl die Switch deutlich mehr Knöpfe hat, wovon man einen davon explizit für dieses Feature hätte nutzen und das Problem somit simpel lösen können. Schade, dass man hier Chancen vertan hat, Super Mario 64 auf einfachem Wege noch besser zu machen. Zumindest aber beinhaltet die Version in Super Mario 3D All-Stars dafür wirklich das Originalspiel, was Retro-Fans zufriedenstellen dürfte. Ergo gibt es natürlich neben dem Singleplayer-Abenteuer keine weiteren Modi oder gar Multiplayer. Kontrolliert wird der 64-Bit-Mario wahlweise mit dem Pro Controller oder den Joy-Cons, natürlich alles wie im Original ohne Bewegungssteuerung oder andere Spielereien.
Super Mario Sunshine
Rund fünf Jahre nach Super Mario 64 kam am 04. Oktober 2002 der direkte Nachfolger Super Mario Sunshine für den damals noch jungen Gamecube auf den Markt. Im Gegensatz zu Super Mario 64 war Sunshine kein Launchtitel der Konsole, diesen Platz füllte vor rund 18 Jahren Marios in Grün gekleideter Bruder Luigi mit dem allerersten Luigi's Mansion aus. Worum geht's? Mario und Komparsen freuen sich auf den Urlaub auf der sonnigen Isla Delfino, doch das vermeintliche Tropenparadies ist bedeckt mit ekligem Glibber - und Mario soll schuld an der Misere sein! Der Held bricht auf, um die Insel zu säubern, den wahren Täter zu finden und die versteckten Insignien der Sonne zu sammeln. Unterstützung hält er dabei vom multifunktionalen Dreckweg 08/17. Auch hier gilt, wie schon bei Super Mario 64: Die Geschichte ist fraglos lediglich Mittel zum Zweck und nicht dazu gedacht, durch tiefgründige Dialoge, dramatische Wendungen und eine filmreife Inszenierung Hollywoodstreifen oder anderen filmischen (oder spielerischen) Story-Blockbustern Konkurrenz zu machen. Stattdessen soll das Geschehen in Super Mario Sunshine einfach einen simplen Rahmen erhalten - und das funktioniert auch gut.
Quelle: PC Games
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Mit dem Wechsel vom Nintendo 64 zum Gamecube ging 2002 nicht nur erstmals bei einer Nintendo-Heimkonsole der Sprung von Cartridges zu Discs einher, die Rechenleistung stieg auch deutlich an, was eine ganze neue Grafikpracht mit vielfach mehr Polygonen und Details ermöglichte als noch wenige Jahre zuvor bei Super Mario 64. Zugleich änderte sich auch beim Gameplay dank dem Multi-Düsen-System Dreckweg 08/17 einiges. So kann Mario in seinem zweiten 3D-Abenteuer nicht nur Wasser verspritzen, beispielsweise auf Gegner, sondern auch kurzzeitig fliegen, steil in die Luft emporsausen oder mit brachialer Geschwindigkeit durch die Spielwelt brausen. Alles dank dem Dreckweg 08/17. Auch die Spielwelt, angesiedelt in einem sonnigen Tropensetting, stellte eine Neuheit für die Serie dar, was schon damals auf gespaltene Begeisterung beziehungsweise Abneigung traf, das dürfte heute noch ähnlich sein. Immerhin geht es im Kern immer noch ums Gleiche wie immer: Sterne (oder in diesem Fall sogenannte "Insignien der Sonne") sammeln, Gegner plattmachen, Prinzessin retten. Simpel also, aber spaßig. Super Mario Sunshine ist natürlich deutlich besser gealtert als Super Mario 64 und sieht dank neuem 16:9-Format, höherer Auflösung, stabil hoher Framerate sowie einigen verbesserten Texturen richtig toll und so gut wie noch nie zuvor aus. Es ist zwar auch in dieser überarbeiteten Fassung nicht zu leugnen, dass es sich um ein altes Spiel handelt, das Äußere jedoch kann durchaus mit einigen modernen Titeln mithalten.
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Quelle: PC Games
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Problematisch ist die im Original fein justierbare Düsensteuerung, die beim Gamecube-Original durch die analogen Schulterbuttons des Controllers möglich war. Solche gibt es bei der Switch nicht, ergo musste man auf eine Behelfslösung ausweichen. Mit R1 bleibt Mario stehen und spritzt mit maximaler Power und der Möglichkeit, den Wasserstrahl zu steuern. Mit R2 verspritzt Mario das Wasser beim Bewegen, dafür lässt sich die Düse nicht einzeln kontrollieren. Zwischenstufen fallen somit weg, was keine Katastrophe ist, aber trotzdem ein bisschen schade. Vor allem, da sich das Game auch mit einem Gamecube-Controller spielen lässt. Auf diese Art aber auch nur mit der neuen Switch-Steuerung. Nichtsdestotrotz ist Super Mario Sunshine - wie auch Super Mario 64 - immer noch ein tolles Jump&Run und ein erneutes (oder erstmaliges) Durchspielen wert. Es gilt ebenfalls wie beim N64-Vorgänger: Inhaltlich hat sich nichts am Spiel getan, es bleibt beim Singleplayer-Modus, Mehrspieler- oder andere Modi sucht man vergebens. Gesteuert wird ebenfalls je nach Vorliebe mit dem Pro Controller oder den Joy-Cons; auch hier ohne Bewegung per Steuerung oder andere eher moderne Erscheinungen.
