So einfach dieser Titel auch anmuten mag, die Abenteuer des Meat Boy haben es ganz schön in sich.
Gigantisch minimalistisch
Trotz der sehr einfach gehaltenen Grafik weiß der Titel zu überzeugen. Die eher trist gehaltenen Levels passen sehr gut in das gesamt gebotene Konzept, das sich ohne jeden Zweifel auf die Fahnen geschrieben hat in erster Linie mit spielerischen Qualitäten zu überzeugen und nicht mit opulenter Optik. Weniger ist oftmals mehr und das beweist auch Meat Boy, der in wahrlich minimalistischen Umgebungen schlicht gigantisch wirkt. Eine gewisse Groteske sowie bisweilen schwarzer Humor runden den Fleischklumpen-Auftritt ganz klar aber würzig-deftig-fein ab.
Super Meat Boy
Wer sich von euch bis dato noch kein Gamepad für den PC zugelegt hat, sollte dies, vorausgesetzt ihr wollt Meat Boy mit seiner Angebeteten wieder vereinigen, schleunigst tun. Den Fleisch-Harry mit der Tastatur spielen zu wollen, endet am Ende meistens mit Schmerzen und Krämpfen, und sollte nur im absoluten Notfall getan werden - zu ... wie sollen wir sagen ... "ausgefallen" ist die Belegung für die Steuerung von Meat Boy geworden. Und diese Beschreibung ist noch mit viel 'good will' wohlwollend formuliert. Jedenfalls seid ihr mit einem Joypad bewaffnet, funktioniert das Ganze auf einmal wahrlich kinderleicht und vor allem ohne die Tatsache, dass man nach erfolgreicher Fleisch-Vermählung einen Orthopäden aufsuchen muss.
Quelle: Team Meat
Super Meat Boy
Problematisch erscheint uns dagegen eher die Tatsache, dass vor allem Spieler, die allergisch auf einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad reagieren, wahlweise ihre Medizin bereit stellen sollten - oder diese Spielergruppe macht einen Bogen um Super Meat Boy. Zwar sind die gebotenen Schwierigkeitsstufen immer irgendwie schaffbar, speziell aber auf gehobenen Niveau bleibt es nicht aus, dass so mancher Abschnitt mehrmals wiederholt werden muss. Da fühlt man sich - zumindest als altes Eisen, an gute alte Videospielzeiten erinnert, in denen das Speichern nicht möglich war und der Erfolg sich in den Regel nur dann einstellte, wenn man in der Lage war so manchen Abschnitt auswendig im Schlaf zu können und bis zum rettenden (Spiel)-Ende gelangt war. O.k., Wege auswendig lernen ist beim Fleischfetzen sicherlich hilfreich, vor allem und gerade auf höherem Schwierigkeitsgrad, aber Gott sei Dank winkt beim Versagen nicht das 'Game over' sowie der Start von Anfang an, denn die Moderne erlaubt dann doch nach jedem geschafften Abschnitt die Speicherung des Spielfortschritts. Wer zu den Unglückseligen gehört, die einen Abschnitt zig Mal wiederholen müssen und diesen dann auch irgendwann mit Geduld und Spucke endgültig schaffen, bekommt nach dem Erreichen des Ziels etwas ganz Besonderes geboten: Dank eines Replays könnt ihr euer Bemühen das Level zu bezwingen nochmals zu Gemüte führen. Klingt langweilig? Aber bitte, mitnichten, denn das rote Chaos, in dem verschiedene Fleischfetzten durch den Level springen bis zu dem Punkt da einer die rettende Ziellinie überquert ist alle Mal sehenswert und liefert die nötige Entspannung, mit der man wiederum fit gemacht wird das nächste Level angehen zu können. Im Übrigen, das sei am Rande noch erwähnt, Spieler, die beklagen, dass Titel zu wenig oder sogar gar keine Boss-Kämpfe mehr liefern, sind bei Super Meat Boy ebenfalls gut aufgehoben, denn derartige Kämpfe dürft ihr zur Genüge ausfechten!
