Super Smash Bros. Ultimate: So gut sind der Persona-5-DLC und die Gratis-Updates
Test
Alles neu in Super Smash Bros. Ultimate: Endlich dürfen wir selber Stages erstellen - und Persona-5-Hero Joker höchstselbst macht seine Aufwartung! Wir haben die frisch hinzugefügten Inhalte ausführlich ausprobiert und verraten, was sie taugen. Reicht es, das Gratis-Update herunterzuladen oder lohnt es sich, für die Kaufinhalte auch die Geldbörse zu zücken?
Alles neu macht 2019 nicht der Mai, sondern der April, zumindest, was Super Smash Bros. Ultimate (jetzt kaufen 56,90 € ) angeht. Mitte des Monats erhielt der Prügler nämlich Update 3.0 spendiert. Lange wurde spekuliert, was da alles drin steckt, jetzt wissen wir es - und die Neuerungen können sich sehen lassen!
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Interessant sind sie sowohl für jene, die das Spiel besitzen, aber kein weiteres Geld investieren wollen; aber auch für jene, die sich das Smash-Bros.-Ultimate-Äquivalent eines Season Passes, den Fighters Pass, gegönnt haben, respektive bereit sind, ein paar Euro in die Hand zu nehmen.
Super Smash Bros. Maker
Quelle: PC Games
Joker ist ein guter, ausgeglichener Kämpfer mit einer Reihe spannender Fähigkeiten.
Wenden wir uns zuerst den Gratis-Updates zu und dabei dem wichtigsten neuen Inhalt: Der zum Launch des Spiels nicht enthaltene Stage Editor aus Super Smash Bros. Brawl für die Wii und Super Smash Bros. für Wii U feiert seine Rückkehr! Zusätzlich zu den über 100 vorgefertigten Levels dürfen wir nun also auch unsere eigenen Kreationen erstellen. Das war auf der Wii eine sehr rudimentäre Angelegenheit, wurde auf der Wii U dann verbessert, aber funktionierte noch immer relativ eingeschränkt. Die Switch-Variante hat den beiden Vorgängern definitiv einiges voraus, ist aber noch immer nicht ganz so brillant umgesetzt, wie manch einer sich das vielleicht vorstellt. Das liegt daran, dass wir leider keine Assets aus den unzähligen anderen Tages nutzen können. Stattdessen sind wir auf verschiedene Texturen wie Metall, Gras, Wolle und ähnliches beschränkt. Level-Items wie Kanonen, Portale und Co. sind wirklich nett, aber aus der vollen Auswahl schöpfen und etwa den Yellow Devil aus der Mega-Man-Stage oder die steigende Lava aus mehreren Levels nutzen zu können, wäre noch einmal ein ganz anderes Kaliber gewesen. Leider wird auch in Sachen Hintergründe eine eher magere Auswahl geboten und Dinge wie Wasser, in dem man schwimmen kann, fehlen völlig.
Vielschichtige Baukunst
Dafür ist die Handhabung des Editors wirklich supersimpel. Da wir nicht wie bei der Wii U Handheld-Bildschirm und Fernseher gleichzeitig benutzen können, müssen wir im Mobilbetrieb spielen, wenn wir mittels Touchscreen bauen wollen. Das lohnt sich aber, denn dann können wir völlig frei Plattformen zeichnen und sind nicht auf vorgefertigte Formen angewiesen. Besonders schön ist, dass wir diesmal auf mehreren Ebenen arbeiten können. Einerseits fertigen wir Kampfplattformen an, andererseits können wir aber auch Objekte im Vorder- und Hintergrund erstellen, welche wirklich sehr kreative und atmosphärische Konstruktionen erlauben. Nett! Insgesamt ist es beeindruckend, was der Stage Editor alles zulässt und wie intuitiv das alles funktioniert. Nur in Sachen Assets ist er halt eine Enttäuschung.
Tauschbörse
Quelle: PC Games
Wer wollte nicht immer schon einmal auf gedämpften Huscheln kämpfen und herausfinden, wer der beste Prügler ist? Fankreationen aus aller Welt ermöglichen das!
Nach dem Bauen ist nicht Schluss, dann können wir unser Werk mit der ganzen Welt teilen. Update 3.0 bringt eine Art Tausch-Hub mit sich, in dem wir eigene Stages hochladen, andere ausprobieren und auch bewerten können. Das funktioniert schnell und erlaubt es einem, auch dann auf kreativen Eigenkonstruktionen zu smashen, wenn einem selbst das Bautalent fehlt. Nicht genug, können wir in diese Hub auch selbst erstellte Smash-Videos mit der Welt teilen. Wie? Dank des neu hinzugekommenen Video-Editors. Jedem, der schon einmal mit Schnittsoftware gearbeitet hat, dürfte das Design des Modus bekannt vorkommen. Klar, es gibt viele Einschränkungen und gerade die künstliche Begrenzung der Länge der einzelnen Schnipsel nervt. Insgesamt ist das aber ein kompetent gemachtes Stück software und wer seinen Gefallen daran findet, kann sogar mit ein wenig künstlerischem Talent kleine Geschichten erzählen.
VerApp-elt
Wer will, kann im Tausch-Hub auch selbst erstellte Mii-Fighter einstellen. Und wo wir schon bei belanglosen Neuerungen sind: Die Nintendo-Online-App fürs Smartphone hat nun ihre Smash-Bros.-Ulitmate-Pforten geöffnet und erlaubt es uns etwa, spezielle Infos einzusehen oder Editor-Stages zu markieren, sodass wir sie direkt herunterladen können, sobald wir an der Konsole sind. Ganz nett für diejenigen, die es brauchen. Das dürfte angesichts der mageren Qualität der App aber eine kleine Gruppe sein. Die Tatsache, dass in Nintendo-eigenen Spielen weiterhin keine andere Möglichkeit zum Voice Chat existiert als die App, nervt zudem.
Take Your Heart
Quelle: PC Games
Der Persona-5-Stil wurde wirklich perfekt eingefangen. Von Jokers Animationen über seinen Ultra-Smash und den Abschlussbildschirm – hier stimmt einfach alles!
Und damit zum zweiten großen Teil des 3.0-Updates, den Bezahl-Inhalten. Endlich können wir um jeweils knapp 80 Cent Persona- und Sonic-Kostüme für unsere Miis als Mikrotransaktionen erstehen, juhuuu! Was, das ist gar nicht mal so interessant? Nun, neben dieser irrelevanten Mini-Ankündigung warten auf Käufer des DLC-Packs 1 respektive des Fighter Passes dankenswerterweise die richtig coolen neuen Updates. Vor einigen Monaten angekündigt, steigt Joker aus dem (zumindest zum Zeitpunkt, da wir diesen Text verfassen) Playstation-exklusiven Persona 5 nun in den Smash-Ring. Und die Umsetzung ist genauso liebevoll und toll gelungen, wie man das von Smash Bros. gewohnt ist. Joker verfügt über ein sehr interessantes Moveset, welches einerseits auf Nahkampfattacken, andererseits aber auch auf seine Angriffe mit der Pistole setzt. Hat sich nach einiger Zeit oder durch geschicktes Kämpfen eine spezielle Leiste gefüllt, so eilt Jokers Persona Arsen zur Unterstützung herbei. Diese Art Geist schwebt dann einige Zeit hinter ihm, erlaubt ihm stärkere Angriffe und rettet ihm durch einen erweiterten B-Oben-Move sogar in brenzligen Situationen öfters mal den Hals. Besonders cool und direkt aus Persona 5 übernommen ist Jokers Ulla Smash, bei dem er und seine Mit-Thieves-of-Hearts aus dem Abenteuer denselben stylischen Angriff ausführen, der im Playstation-Rollenspiel zu sehen ist, wenn wir eine kritische Attacke auf alle Feinde ausführen. Überhaupt wird der Stil des Spiels perfekt eingefangen, von Jokers Animationen und seinen Taunts über seinen Siegerbildschirm und so ziemlich jeden weiteren Aspekt seiner Figur. Das nennen wir mal Qualität!
Uno Memento por favore
Das trifft auch auf die Stage zu, welche der DLC mit sich bringt. Memento ist thematisch nicht unbedingt der spannendste der Gedankenpaläste aus Persona 5, die Umsetzung als Arena ist aber so gut geworden, dass wir uns nicht beschweren wollen. Vom Aufbau her relativ simpel, ist die Stage gespickt mit Persona-Elementen und interessanten Level-Hindernissen wie vorbeifahrenden Zügen. Jokers Party-Mitglieder tauchen zudem nach und nach allesamt im Hintergrund der Welt auf. Und als besonderes Goodie wechselt die Farbe der Arena, je nachdem, welches der über ein Dutzend Lieder aus Persona 3, Persona 4 und Persona 5 erklingt, die ebenfalls Teil des Updates sind. Passend zum Beat ist die Welt dann in Rot, Blau oder grelles Gelb getunkt. Sehr cool!
Geistreiche Neuerungen
Quelle: PC Games
Der Stage Editor ist was die Handhabung angeht toll gelungen. In Sachen Assets, Hintergründen und mehr allerdings hätten wir unsallerdings etwas mehr erhofft.
Wer noch nicht genug von Persona hat, darf sich an einer Handvoll Geisterkämpfe auf einer speziellen DLC-Geistertafel versuchen. Anders als auf der normalen Tafel verschwinden die Geister nach einer Niederlage nicht und wir müssen nach einem Sieg auch nicht das Schieß-Minispiel absolvieren, um sie endgültig zu erstehen. Im Grunde geht es also einfach darum, diese vergleichsweise kniffligen, aber mit Geister-Unterstützung nichtsdestoweniger problemlos schaffbaren Gefechte zu absolvieren. Die Vorgehensweise finden wir sinnvoll, schließlich will man nicht, dass die teuer erkauften neuen Inhalte einfach irgendwo zwischen hunderten und tausenden anderen Geistern untergehen. Dennoch ist das ein eher kurzer Spaß und nach wenigen Minuten hat man alle Geister freigespielt. Das geht aber kaum als Kritikpunkt durch, denn die Menge an DC-Inhalten und vor allem die Art und Weise, wie gekonnt sie umgesetzt wurden, ist über jeden Zweifel erhaben. Aber auch wer nichts bezahlen will, der erhält mit Update 3.0 wirklich tolle neue Inhalte geboten. Gut gemacht, Nintendo!
