Der Stählerne erhebt sich einmal mehr um Metropolis vor vielen und bösen Superschurken zu beschützen.
Flieg' nicht so hoch mein kleiner Freund...
Immer feste drauf ...
... oder besser doch, denn die sich immer wieder präsentierenden Luftbilder von Metropolis weisen um einiges mehr Charme und Überzeugung auf, als wenn ihr in den Straßenschluchten umher wandelt. Die Stadt selbst lädt mit einem scheinbar unbegrenzten Territorium ein, dass ihr komplett frei begehen bzw. überfliegen könnt. Seid ihr allerdings in den Häusergassen unterwegs, offenbart sich leider, dass der Stählerne keinesfalls dem sogenannten Next Gen würdig ist. Verwaschene und überaus blasse Texturen stehen an der Tagesordnung und auch die Formgebung ist alles andere als rund geworden. Reifen zeigen sich eckig, Scheiben wissen nicht, dass sie spiegeln sollen und Passanten beherrschen einmal mehr das überaus synchron abgestimmte Hinfallen als auch Aufstehen. Einfach, lustlos und uninspiriert liefert Metropolis den Eindruck eines verschlafenen Kleinstadtnestes und nicht einer pulsierenden Großstadt. Daran ändert sich auch nichts, dass die Straßen durchaus belebt gestaltet wurde: Stets fließender Verkehr und umherwuselnde Passanten sind ein Indiz für Lebendigkeit, nicht aber für Schönheit. Immer wieder auftretendes Ruckeln, vor allem wenn man sich eher langsam denn schnell bewegt, als auch gelegentlich auftretendes Flimmern lassen sich nicht leugnen und trüben den optischen Auftritt zusätzlich.
Von Animationsvielfalt hat Superman bzw. seine Schöpfer auch noch nicht viel mitbekommen. Langweilig und vor allem statisch wirkt der Mann aus Stahl, der es nicht einmal schafft, ein bisschen das Gesicht zu verziehen. Einzige Ausnahme: Die benannten Kampfszenen. Auch die vielen Passanten, die augenscheinlich nach einheitlichen Schema entstanden sind, hätten ein paar mehr Animationsstufen vertragen können. Immer wieder die gleichen, wenig graziös anmutenden Bewegungen, die man gerne auch mit staksen gleichsetzen kann. Zudem fehlen dem gesamten Metropolis Auftritt hinreichende Details, die hier und da sicher etwas von dem Maublümchenauftritt hätten abfangen können. So aber bleibt am Ende eine optische Ohrfeige, die partiell ganz schön weh tun kann.
Zur Ehrenrettung muss man allerdings anmerken, dass die Flugeinlagen - getreu dem Motto "hoch über den Wolken" durchaus für das Grau am Boden entschädigen können. Die Weitsicht kann sich so weit sehen lassen und die Skyline hat eine gewisse Überzeugungskraft. Und last not least bietet das Aufhalten in luftigen Höhen auch den Vorteil, dass ihr die zahlreichen Missionen einfacher lokalisieren könnt, da selbige aus der Luft leichter auszumachen sind als am Boden. Und wenn ihr fliegender Weise richtig schnell am Firmament unterwegs seid, sorgt ein passender Verwischeffekt dafür, dass ihr sogar ein gewisses Geschwindigkeitsgefühl spüren könnt und nicht nur optisch wahr nehmt.
Ob das nochmal gut geht?
Auch der Sound bzw. die Musik des Spiels sind in der Lage den grafisch leider eher verbockten Auftritt noch ein wenig "gerade zu tüddeln". Immerhin bekommt ihr eine voll lokalisierte Fassung des Stählernen serviert und man konnte überdies die Synchronsprecher des Films gewinnen, auch den virtuellen Helden ihre Stimme zu geben. Zwar wiederholen sich bestimmte Sprachsamples immer wieder; Gesamt allerdings kann man sich die gebotene akustische Darbietung schon anhören. Gleiches gilt auch für die herrliche Musik, welche - ganz Kino-like - aus den Boxen dröhnt. Sphärische Klänge begleiten euch, wenn ihr hoch in den Wolken schwebt und einfach nur "optisch entspannt" und treibende sowie toll abgemischte orchestrale Töne runden das Kampfgeschehen am Boden ab. Die wenig vorhandenen Soundfiles für die hörbare Untermalung der Kampfaktionen an sich sowie das Fahrzeugbrummen, die Sirenen der Einsatzfahrzeuge oder auch die Brandgeräusche sowie die Spezialatem von Superman können sich hören lassen und runden den Auftritt für die Ohren überdurchschnittlich ab.
