Manchmal ist weniger doch mehr, wobei dieses Motto von Supreme Commander 2 fast schon zu wörtlich genommen wird.
Schnelle Gefechte
Supreme Commander 2
Um möglichst schnell eine große Armee aus dem Boden zu stampfen, sollte man mehr als nur eine Fabrik erstellen. Da man fast immer genügend Ressourcen zur Verfügung hat, kann die Produktion ruhigen Gewissens auf eine Endlosschleife gestellt werden. Doch selbst die Gebäude in Supreme Commander 2 sind wehrhaft, da sie mit Schilden oder Raketenwerfern ausgestattet werden können. Das verschärft die Massenschlachten nochmals. Gebaut werden die Fabriken und Geschütze entweder mit Ingenieuren oder mit der Commando-Einheit, die sich jedoch möglichst im Hintergrund halten sollte, weil bei einer Zerstörung das Spielende droht. Ob zu Boden, zu Wasser oder in der Luft, pro Partei hat man in diesen Bereichen jeweils 2-6 verschiedene Einheiten zur Verfügung, die alle ihre Stärken und Schwächen haben, der Vorgänger bot mehr Auswahl. Aus diesem Grund sollte man eine möglichst ausgewogene Truppe in den Kampf schicken, die sich gleichermaßen gegen Luft- und Bodeneinheiten schützen kann und auch in Sachen Artillerie auf der sicheren Seite steht. Einige Missionen erfordern mehr Schlachtschiffe, andere setzen eher auf Luftkämpfe, doch grundsätzlich lässt sich der bekannte Tankrush wunderbar anwenden.
Supreme Commander 2
Supreme Commander 2 bietet dem Spieler erneut die durchschlagskräftigen Prototypen, die von ihrer Größe kaum etwas eingebüßt haben. Dennoch sind die Kolosse vergleichsweise leicht von konventionelle Einheiten zu besiegen. Wie schon so oft erwähnt, war das im ersten Teil nicht auf diese Weise möglich. Was man Supreme Commander 2 zugute halten muss, ist der Umstand, dass die Schlachten nun viel schneller und actionreicher ausfallen, da man die eigene Armeen in Rekordzeit an die Front schicken kann. Selbst die verschiedenen Formationsbefehle sind weggefallen, weswegen weitaus weniger taktisches Verständnis nötig ist, um in dem Spiel erfolgreich zu sein. Immerhin kann man seinen Truppen rudimentäre Verhaltensweisen befehlen und Routen festlegen. Interface und Wegfindung sind eigentlich gut gelungen, wobei die KI der Gegner extrem berechenbar ausfällt. Der Feind lässt sich dadurch ziemlich leicht austricksen. So wird der Stützpunkt zum Beispiel immer und immer wieder an der gleichen Stelle angegriffen, weswegen man problemlos reagieren kann.
Supreme Commander 2
Natürlich lässt sich Supreme Commander 2 auf dem PC besser bedienen, hier ist die Maus-Tastatur-Kombo nicht zu schlagen. Dennoch hat sich Gas Powered Games viele Gedanken gemacht und im Vergleich zum Konsolen-Vorgänger deutlich dazugelernt. In einem Kreismenü wählt man zu bauende Gebäude und Fahrzeuge aus, während man die Karte mit den Analogsticks drehen und kippen kann wie man will. Hält man die A-Taste gedrückt lassen sich beliebig viele Einheiten markieren, erfolgt ein Doppelklick auf ein Fahrzeug, werden alle Einheiten des selben Typs ausgewählt. Zudem lassen sich auf Knopfdruck alle Armeeteile in den Kampf schicken. Ab und zu hat man einige Probleme, da ein wenig Präzision verloren gegangen ist, dennoch muss man sagen, dass sich aus der Gamepadsteuerung kaum noch mehr herausholen lässt, zumindest in diesem Genre.
Supreme Commander 2
Die Kampagne ist jedoch ein wenig seicht ausgefallen. Pro Partei sind jeweils sechs Missionen zu absolvieren. Für die durchgehende Story, die über alle drei Streithähne hinweg erzählt wird, wird man kaum länger als 10 Stunden benötigen.Und schon wieder darf ich anmerken, dass der Vorgänger mehr Umfang zu bieten hatte. Immerhin sammeln die Truppen immer noch Erfahrung und werden mit der Zeit stärker. Leider ist dies nicht mehr ganz so wichtig, da ein Veteran in kurzer Zeit von drei Kollegen ersetzt wird. Abseits der Kampagne kann man sich im Skirmish austoben und allerlei Einstellungen vornehmen. Auf den meist kompakten Karten werden die bekannten Online-Modi Vormacht, Ewiger Krieg und Attentat ausgetragen.Obwohl die Partien problemlos verlaufen und auch sehr viel Spaß machen, wird hier gewöhnliche Kost serviert, nichts, dass man länger genießt. Im Gegensatz zur PC-Version dürfen auf der Xbox 360 nur vier Spieler loslegen.
