TESO: Summerset im Test - So gut hat uns das neue Kapitel gefallen
Test
Erst Morrowind, jetzt Summerset. Wir haben das zweite Kapitel von The Elder Scrolls Online seit dem PC-Release am 21. Mai ausgiebig gezockt und verraten euch im Test, ob die namensgebende Heimat der Hochelfen für TESO-Veteranen und Neulinge einen Besuch wert ist.
TESO: Summerset im Test - So gut hat uns das neue Kapitel gefallen
- 1 TESO: Summerset im Test: Ärger im Paradies
- 2 TESO: Summerset im Test: Kein perfekter Start
- 3 TESO: Summerset im Test: Zeitspielereien
- 4 TESO: Summerset im Test: Psijik-Quälerei
- 5 TESO: Summerset im Test: Wunderschönes Sommersend
- 6 TESO: Summerset im Test: Typisch TESO
- 7 TESO: Summerset im Test: Endlich Schmuck bauen!
- 8 TESO: Summerset im Test: Neuerungen von Update 18
- 9 Fazit und Wertung
Am 06. Juni 2017 erschien mit Morrowind das erste Kapitel für The Elder Scrolls Online und durchbrach kurzerhand das starre Korsett aus kostenlosen Updates sowie kostenpflichtigen DLCs - die aber auch im optionalen ESO-Plus-Abo enthalten sind -, das wir bis dahin von Zenimax kannten. Am 21. Mai (PC) beziehungsweise 05. Juni 2018 (Xbox One und Playstation 4) ist mit Summerset nun das zweite Kapitel erschienen, und das Prozedere bleibt gleich: Jeder Spieler, egal ob Abonnent oder nicht, muss das Kapitel kaufen, um neue Inhalte wie die Quests auf der namensgebenden Insel Sommersend, die Fertigkeiten des Psijik-Ordens oder die neue 12-Spieler-Prüfung Wolkenruh erleben zu können.
Anders als zum Beispiel ein Battle for Azeroth für World of Warcraft richtet sich Summerset aber auch an Neueinsteiger: Ihr könnt euch einen komplett neuen Helden erschaffen, die Hauptgeschichte rund um Molag Bal ignorieren und nach einem kurzen Tutorial gleich mit dem Abenteuer in Sommersend einsteigen - die flexible Stufenskalierung macht es möglich. Doch ist das sinnvoll und macht das Kapitel Veteranen und Frischlingen gleichermaßen Spaß? Wir verraten es euch!
TESO: Summerset im Test: Ärger im Paradies
Quelle: buffed
Gemeinsam mit unserem alten Bekannten Razum-dar, ein Agent des Aldmeri-Dominions, sollen wir die Verschwörung ans Licht bringen.
Wie schon in Morrowind setzen die Entwickler von Zenimax auch in Summerset auf Altbewährtes. Sprich: Wer bisher mit The Elder Scrolls Online viel Spaß hatte, braucht eigentlich gar nicht weiterlesen, kann sofort zum ESO-Store springen und die Bestellung raushauen. Denn auch in der Heimat der Hochelfen erwartet euch ein starker Fokus auf die mal spannenden, mal urkomischen Geschichten, die durch klasse vertonte Dialoge erzählt werden, mit Wendungen sowie Überraschungen glänzen und dank den erinnerungswürdigen Figuren Leben eingehaucht bekommen.
Allzu viel wollen wir an dieser Stelle über den Plot von Summerset jedoch nicht verraten, nur ein paar Worte zur Ausgangslage: Dass wir die Inselgruppe, die bis vor kurzem noch besser abgesichert war als Fort Knox, betreten dürfen, liegt an daedrischen Mächten, die sich aus dem Schatten erhoben haben. Hochelfen verschwinden, Monster speiende Kluftgeysire brechen überall aus dem Boden heraus und ein finsterer Kult macht von sich reden. Gemeinsam mit einem alten Bekannten, Razum-dar, ein Agent des Aldmeri-Dominions, sollen wir die Verschwörung ans Licht bringen und die Daedra stoppen. Was gar nicht so einfach ist, da uns an jeder Ecke der mal mehr, mal weniger subtile Rassismus der Hochelfen entgegenschlägt.
TESO: Summerset im Test: Kein perfekter Start
So gewohnt unterhaltsam wie die Geschichten fallen auch viele Quests in Sommersend aus. Wir klären brutale Morde auf, meistern die Bewerbungsaufgaben einer Schaustellergruppe, kommen Experimenten im hiesigen Zoo auf die Schliche, lösen kleinere Rätsel und reisen durch die Zeit. Während sich Tamriel-Veteranen bei den abwechslungsreichen Aufgaben pudelwohl fühlen dürften, müssen sich Neulinge indes auf das eine oder andere Fragezeichen über dem Kopf einstellen. Mit Summerset spinnen die Autoren nämlich eine Geschichte weiter, die bereits im Hauptspiel ihren Ursprung genommen hat und in Erweiterungen wie Orsinium, Clockwork City und Morrowind weitererzählt wurde.
Quelle: buffed
Nachdem wir dieses Katapult repariert haben, nutzen wir dessen Durchschlagskraft, um die verschüttete Tür aufzusprengen.
Ihr könnt der Geschichte zwar auch ohne Vorwissen folgen, doch wird euch in dem Fall das gewisse Etwas - die vielen Anspielungen nämlich sowie das Treffen bereits bekannter Figuren - verborgen bleiben. Unsere Empfehlung für jeden Story-Enthusiasten: Mit dem Summerset-Kapitel erwerbt ihr das komplette Hauptspiel. Nutzt das und erledigt dort erst einmal die Kampagne eurer Fraktion. Aktiviert dann für ein oder zwei Monate das ESO-Plus-Abo, um gezielt alle Story-DLCs durchzuspielen, und geht dann erst Sommersend an.
TESO: Summerset im Test: Zeitspielereien
Typisch TESO (jetzt kaufen ) sind in Summerset nicht nur Story, Story-Inszenierung, Qualität der Dialoge sowie das Quest-Design. Auch am actionreichen Kampfsystem mit dem fliegenden Waffenwechsel, der limitierten Fertigkeitenleiste sowie dem aktiven Ausweichen und Blocken hat Zenimax nichts verändert. Uns machen die Kloppereien sowohl mit dem Gamepad auf Konsole als auch mit Maus und Tastatur am PC viel Spaß. Auch wenn wir uns nach dem Besuch anderer Online-Rollenspiele immer wieder neu daran gewöhnen müssen, leichte und schwere Angriffe aktiv zwischen den Fähigkeiten auszulösen, um einen stetigen Ressourcennachschub zu gewährleisten. Die neue Fertigkeitenlinie des Psijik-Ordens bietet hier übrigens einige spannende neue Optionen.
Quelle: buffed
Hier seht ihr eine der neuen Psijik-Fertigkeiten in Aktion: Zeitsperre verlangsamt Gegner erst und betäubt diese schließlich.
Hinter "Zeitsperre" verbirgt sich etwa ein frischer Kontrollzauber, der Gegner erst verlangsamt und dann betäubt. "Waffe erfüllen" lässt auch leichte Angriffe hohen Schaden verursachen und mit "Beschleunigen" verbessert ihr euer Lauftempo sowie den kritischen Schaden. Außerdem schaltet ihr in der Linie "Wundpflege" frei, das eure leichten und schweren Angriffe Leben bei Verbündeten wiederherstellen lässt, "Meditieren", mit dem ihr Leben, Magicka und Ausdauer aufbaut, sowie "Rückgängig" als Ultimate, das euch die Zeit zurückspulen lässt: Ihr setzt Leben, Magicka, Ausdauer sowie eure Position auf den Stand von vor vier Sekunden zurück. Was ein Spaß, vor allem im PvP!
TESO: Summerset im Test: Psijik-Quälerei
Die neuen Spielereien müsst ihr euch beim Psijik-Orden natürlich erst verdienen. Die Fertigkeitenlinie der Gilde schaltet ihr bereits nach einigen Quests frei. Danach beginnt jedoch die eigentliche Arbeit: Im Zuge mehrere Aufträge sollt ihr in verschiedenen Regionen von Tamriel Zeitrisse schließen. Eine Karte verrät euch, wo ihr suchen sollt. Also peilt ihr den nächsten Wegstein an, schwingt euch auf euer Reittier und los geht's! Beim ersten Mal fanden wir die Suche nach den Rissen noch ganz nett. Doch kaum hatten wir die ersten neun Risse geschlossen, wartete bereits die nächste Quest der gleichen Machart auf uns. Und noch eine. Und ... ihr ahnt es.
Quelle: buffed
Um die neuen Psijik-Fertigkeiten freizuschalten, müssen wir überall in Tamriel Zeitrisse schließen. Macht euch auf einige langweilige Stunden gefasst.
Selten haben wir uns in Tamriel so gelangweilt, wie bei den Missionen des im Vorfeld mit viel Tamtam angekündigten Psijik-Ordens. Doch wer "Rückgängig" und Co. nutzen will, muss da durch. Aufgelockert wird die Riss-Jagd nur vereinzelt, etwa wenn wir Bruchstücke eines Stabs finden und dafür hell leuchtenden Wegmarkierungen folgen sollen. Im Vorteil ist hier übrigens, wer bereits alle Fraktionskampagnen durchgespielt und entsprechend zahlreiche Wegpunkte in der Welt freigeschaltet hat. Einsteiger müssen sich auf lange Reisezeiten einstellen.
TESO: Summerset im Test: Wunderschönes Sommersend
Dass uns der erste Riss-Auftrag noch Spaß machte, lag auch daran, dass sich diese Quest allein auf Sommersend beschränkt. Das Design der neuen Zone ist den Entwicklern nämlich ausgesprochen gut gelungen. Sommersend sieht tatsächlich so fantastisch aus, wie es die Trailer vermuten lassen. Herrliche Lichteffekte hier, beeindruckende, in den Himmel ragende Gebäude da, eine farbenfrohe und dicht gewachsene Flora dort - die Hochelfen-Heimat liefert Hingucker am laufenden Band. Immer wieder mussten wir beim Questen kurz innehalten und die Umgebung auf uns wirken lassen. In Kombination mit der grandiosen Soundkulisse erzeugt das malerische Gebiet eine Atmosphäre, die sich hinter Skyrim oder Oblivion nicht verstecken muss.
Quelle: buffed
Beeindruckende, in den Himmel ragende Gebäude hier, eine farbenfrohe Flora dort - Sommersend liefert Hingucker am laufenden Band.
Ob Elder-Scrolls-Veteranen, die seinerzeit den ersten Teil Arena gespielt haben, alle paar Meter über Bekanntes stolpern werden, können wir euch zwar nicht sagen, der Autor dieser Zeilen hat das Rollenspiel von 1994 nie gespielt. Doch könnt ihr euch zumindest auf bekannte Orte wie den Kristallturm freuen. Außerdem ein Plus: Überall in dem Gebiet gibt es etwas zu entdecken. Die obligatorischen Himmelsscherben etwa, verschlossene Truhen oder die verschiedenen Weltbosse, die mit ein wenig Verstärkung schnell im Dreck liegen. Dazu kommen die bereits erwähnten Kluftgeysire, die im Prinzip wie die aus Tamriel bekannten Anker funktionieren: Ihr schlagt Wellen von Feinden zurück, bis der Anführer auftaucht. Haut auch ihn um und ihr dürft eine Muschel voller Beutestücke plündern. Da die Weltbosse und Geysire mit täglichen Quests verknüpft sind, mussten wir nie lange auf Mitstreiter warten.
TESO: Summerset im Test: Typisch TESO
Der MMO-Teil von TESO bleibt auch mit Summerset weiterhin ein Schwachpunkt. Zum einen, weil es trotz des Story-Schwerpunktes keine vernünftige Instanzierung gibt. Wenn wir uns heimlich durch eine Villa schleichen, Wachen umgehen und etwas stehlen sollen, stört es einfach die Immersion, dass gleichzeitig ein halbes Dutzend andere Spieler in dem Gebäude umherirren. Zum anderen, weil knackige Gruppenherausforderungen die Ausnahme sind. Erfahrene Spieler schnetzeln sich auch dieses Mal wieder solo problemlos durch die meisten Inhalte, offene Verliese inklusive. Die erwähnten Weltbosse und Geysire sind bereits mit ein paar zufällig auftauchenden Kämpfern ein Selbstläufer und für neue Dungeons müsst ihr wohl auf den nächsten DLC warten.
Quelle: buffed
Bei den Gegnerwellen der Kluftgeysire ist vor allem Flächenschaden gefragt. Das Prozedere erinnert an die Anker in Tamriel.
Einzig in der 12-Spieler-Prüfung Wolkenruh gibt es in Sommersend gehobene Gruppenkost. Die fällt jedoch sehr kurz aus. Die vier Bosse lassen sich auf Wunsch sogar gleichzeitig bekämpfen, um besonders wertvolle Beute abzustauben. In der Variante erwartet euch natürlich eine deutlich knackigere Herausforderung, als wenn ihr die vier Anführer nacheinander bezwingt. Wer die besten Rüstungsteile abstauben will, muss den Raid in der noch schwereren Veteranenfassung meistern.
TESO: Summerset im Test: Endlich Schmuck bauen!
Von der Liste der Summerset-Highlights fehlt jetzt eigentlich nur noch das neue Schmuckhandwerk, das es euch ermöglicht, Ringe oder Halsketten herzustellen, zu verwerten oder sie zu verbessern. Als Materialien dienen hier Edelmetalle, die ihr überall in der Welt abbauen könnt. Das Herstellungsprozedere funktioniert nach altbekanntem Muster, auch die Handwerksschriebe gibt es nun natürlich für die Juwelenschleiferei. Falls ihr mit dem Beruf liebäugelt, weil ihr euren Schmuck maximal aufwerten wollt, richtet euch auf eine Menge Arbeit ein, um die notwendigen Materialien herbeizuschaffen. Wer Summerset nicht besitzt, darf übrigens zwar keine Ringe und Halsketten herstellen, sie jedoch von anderen Spielern kaufen und nutzen. Der Handel läuft dabei weiterhin nicht über globale Auktionshäuser. Wer Spaß am Kaufen und Verkaufen hat, muss Gilden beitreten, die sich genau darauf spezialisiert haben.
Quelle: buffed
Halsketten und Ringe herstellen, verwerten oder verbessern - dank des neuen Schmuckhandwerks ist das endlich möglich!
Unterm Strich bekommt ihr mit Summerset also weniger Inhalte als beim letztjährigen Morrowind-Kapitel, doch fällt dafür auch der Preis deutlich niedriger aus. Allein aufgrund der gelungenen Story, den gewohnt unterhaltsamen Quests (die Aufgaben vom Psijik-Orden ausgenommen) und der hübschen Spielwelt lohnt sich die Anschaffung von Summerset für jeden TESO-Veteranen. Und wer erstmals Tamriel besuchen will, macht mit Summerset ebenfalls nichts falsch. Da das Hauptspiel mit an Bord ist, stehen euch auf einen Schlag genug launige Inhalte für viele Monate zur Verfügung.
TESO: Summerset im Test: Neuerungen von Update 18
Parallel zu Summerset ist Update 18 erschienen, das für alle TESO-Besitzer Neuerungen im Gepäck hat. Im Folgenden findet ihr die Highlights.
Schlachtfelder für alle
Die mit Morrowind eingeführten Schlachtfelder sind nicht mehr Teil des Kapitels, sondern stehen allen Spielern offen. Außerdem gibt es neue Belohnungskisten, die ihr euch über die PvP-Partien erspielen könnt. Neu ist zudem, dass ihr euch gezielt für die Spielmodi Todeskampf, Reliktjagd oder Landnahme anmelden könnt.
Quelle: buffed
Seit dem Release von Summerset dürfen sich alle Besitzer von TESO auf die PvP-Schlachtfelder stürzen. Eine gute Neuerung!
Verbesserungen für Cyrodiil
Auch für die PvP-Zone Cyrodiil gibt es Neues, beispielsweise frische Tagesquests sowie Beutestücke, eine effizientere Verteilung der verdienten Ehre und eine Reihe von Leistungsverbesserungen am Server beziehungsweise am Client. Leider berichten Spieler weiterhin über störenden Lag in den Fraktionsschlachten.
Tägliche Belohnungen
Mit dem Release der Konsolenversion von Summerset aktivieren die Entwickler tägliche Belohnungen, die ihr euch verdient, indem ihr euch im Spiel anmeldet. Die Belohnungen bauen dabei aufeinander auf und werden jeden Monat zurückgesetzt sowie mit neuen Belohnungen ersetzt. Wer alle Belohnungen abgreifen will, sollte also täglich kurz einloggen.
