Terminator: Die Erlösung fühlt sich an wie Shareware. Zu ausführlich für eine Demo aber viel zu knapp für eine Vollversion.
GRIN Software war in den letzten Wochen recht fleißig, denn nach Wanted: Weapons of Fate und Bionic Commando hat der Entwickler nun mit Terminator: Die Erlösung ein weiteres Spiel auf den Markt gebracht. Da Wanted: Weapons of Fate bereits ein sehr solides Lizenz-Produkt war, kann man auch bei Terminator: Die Erlösung gewisse Hoffnungen an den Tag legen. Doch hat sich GRIN nicht vielleicht doch verhoben?
Kampf den Blecheimern
Terminator: Die Erlösung
Terminator: Die Erlösung ist vor dem neuen Kinofilm angesiedelt und glänzt durch eine völlig abwesende Rahmenhandlung. Im Spiel geht es im Prinzip nur darum, einige Menschen aus dem Gebiet von Skynet zu retten. Mehr gibt es dazu wirklich nicht zu sagen. Langweiliger geht es kaum, vor allem wenn die wenigen Ingame-Zwischensequenzen derart dilettantisch inszeniert sind. Natürlich übernimmt man die Rolle von John Connor, der sich durch das zerstörte Los Angeles, ländliche Gegenden, U-Bahn-Anlagen und dunkle Fabrikhallen kämpft. Mit dabei sind immer eine handvoll Mitstreiter, die uns gegen die Blechkameraden helfen.
Terminator: Die Erlösung
Terminator: Die Erlösung ist ein Third-Person-Shooter mit einem Deckungssystem, das beinahe 1:1 von Wanted: Weapons of Fate übernommen wurde. Das ist zunächst nicht weiter schlimm, denn immerhin hat die Bedienung bei Wanted: Weapons of Fate prima funktioniert, dennoch muss man festhalten, dass sich Terminator: Die Erlösung ein Stück weit träger spielt und längst nicht so dynamisch wirkt. Auch die Zielerfassung stellt sich als deutlich hackeliger dar. Da Skynet über keinerlei KI verfügt und in den meisten Fällen nur wenig davon hält in Deckung zu gehen, stellt dieses Manko allerdings kein all zu großes Problem dar.
Viel zu wenig Spiel
Terminator: Die Erlösung
Im Prinzip trifft man in Terminator: Die Erlösung auf nur vier unterschiedliche Gegner (zwei davon ähneln sich stark), die immerhin alle eine Schwachstelle haben, die man ausnutzen sollte. So muss man bei einem Typ unbedingt auf den Rücken ballern, da sich dort Energiezellen befinden, während ein anderer Blechkamerad am Brustkorb empfindlich ist. Das bedeutet, dass man den Feind unbedingt flankieren sollte. Im Offline-Koop macht dies durchaus Spaß. Die Mitstreiter-KI weiß dies jedoch nicht zu nutzen, weswegen man selbst Hand anlegen muss. Dennoch macht sich unheimlich schnell Langeweile breit, da im Spielverlauf kaum Abwechslung vorhanden ist. Immerhin gibt es einige Fahrzeugsequenzen, bei denen man sich hinter ein Geschütz klemmt und es ordentlich Krachen lässt. Die Abschnitte machen verhältnismäßig viel Spaß, da sie ordentlich inszeniert sind.
Terminator: Die Erlösung
Natürlich sind die üblichen "zu Fuß" Abschnitte nicht schlecht, leider auch sehr konventionell und ohne Höhepunkte. Nichtsdestotrotz bekommt man es manchmal mit einem etwas größeren Gegner zu tun. Dennoch wird viel Potential aus den Filmen verspielt, die viele, furchteinflößende Gegner zu bieten hatten und im Spiel allesamt nicht vorhanden sind. Auch bei den Waffen zeigt sich Terminator: Die Erlösung extrem sparsam. Fünf Schießprügel, inklusive MG und Raketenwerfer, sowie Handgranaten sind schon fast alles, das man gegen Skynet einsetzen kann. Der absolute Höhepunkt, natürlich im negativen Sinne, ist die freche Spielzeit von nur 3-4 Stunden. Danach flimmert das Ende über den Bildschirm. Der Wiederspielwert tendiert ebenfalls massiv gegen Null, da es keine Sammelobjekte oder freischaltbares Material gibt. Da helfen auch die drei Schwierigkeitsgrade nicht, die sich ohnehin kaum voneinander unterscheiden.
Das zerstörte Los Angeles
Terminator: Die Erlösung
Auch wenn die Animationen zu unbeholfen wirken, die Texturen an vielen Stellen sehr matschig daher kommen und sich auch diverse Ruckler sowie mehr oder weniger starkes Tearing eingeschlichen haben, sieht das zerstörte Los Angeles mit seinen riesigen Ruinen recht imposant aus, vor allem wenn im Hintergrund Skynet sein Unwesen treibt. Dann gelangt man aber auch an Stellen, wie Fabrikhallen, die man in anderen Spielen in tausendfacher Ausführung bereits zu genüge bewundern konnte. Insgesamt macht Terminator: Die Erlösung in Sachen Technik noch den besten Eindruck. Schade ist nur, dass John Connor weder wie Christian Bale aussieht, noch mit seiner Stimme spricht. Auch die restliche, englische Sprachausgabe, die lediglich mit deutschen Untertiteln versehen ist, wirkt flach und wenig motiviert. Immerhin überzeugt die originale Filmmusik, die allerdings gelegentlich nicht so recht ins Spielgeschehen passen will. Richtig nervig sind hingegen die sehr langen und häufigen Ladezeiten. Bei der kurzen Spieldauer sitzt man verhältnismäßig sehr lange und untätig vor dem Bildschirm.
