The Dark Pictures: Little Hope - teuflisch gutes Horrorspiel - Video-Update

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The Dark Pictures: Little Hope - teuflisch gutes Horrorspiel - Video-Update
Quelle: PC Games

Im zweiten Teil von Supermassive Games' Horror-Anthologie namens The Dark Pictures verschlägt es uns in das titelgebende Dorf Little Hope, das knapp 300 Jahre vor den Ereignissen des Spiels durch Hexenprozesse unschöne Berühmtheit erlangte. Unsere fünfköpfige Studentengruppe sucht nach einem Busunfall in dem Gruseldorf um Hilfe, trifft stattdessen aber auf den puren Grauen ... In unserem Test erklären wir, ob das entscheidungslastige Grusel-Adventure der reinste Horror oder ein tolles Gruselerlebnis ist. jetzt auch mit Video!

Mini-Horror, die Zweite: Nachdem die Until-Dawn -Macher Supermassive Games letztes Jahr mit Man of Medan die Horror-Anthologie The Dark Pictures eingeläutet haben, kommt nun pünktlich zur Halloween-Zeit am 30. Oktober die nächste interaktive Kurzgeschichte auf den Markt. Das ambitionierte einstige Ziel, jedes halbe Jahr ein neues Spiel zu veröffentlichen, ging zwar nicht ganz auf, aber gut Ding will halt Weile haben. Und in diesem Fall hat sich das Warten auch gelohnt!

Knusper, knusper, knäuschen

Little Hope (jetzt kaufen 29,99 € / 26,99 € ) basiert, wie zuvor Man of Medan und auch alle kommenden Spiele der Dark Pictures Anthology, bis zu einem gewissen Grad auf wahren Begebenheiten beziehungsweise bekannten Legenden. Wo Man of Medan das mysteriöse Dampfschiff Ourang Medan thematisiert, welches angeblich in den 1940er-Jahren die See befuhr, sind die Inspiration für Little Hope die definitiv realen Hexenprozesse von Salem aus dem späten 17. Jahrhundert. Wir steuern in der Gegenwart vier Studenten und deren Professor, die nach einem Busunfall in dem namensgebenden Dorf Little Hope nach Hilfe suchen.

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Schnell stellt sich heraus, dass das Dorf seit Jahrzehnten fast völlig verlassen ist und anstatt auf Menschen, treffen unsere Protagonisten auf unheimliche Monster und ein mysteriöses Kind. Zusätzlich werden sie immer wieder ungewollt knapp 300 Jahre in die Vergangenheit versetzt, wo sie die Hexenprozesse von damals hautnah miterleben müssen.

Little Hopes geschichtsträchtige Vergangenheit basiert auf den Hexenprozessen der Stadt Salem im Jahr 1692. Quelle: PC Games Little Hopes geschichtsträchtige Vergangenheit basiert auf den Hexenprozessen der Stadt Salem im Jahr 1692. Aus dem Dorf zu fliehen ist auch keine Option, ein übernatürlicher Nebel hält die Gruppe nämlich dort fest - Silent Hill lässt grüßen. Die einzige Möglichkeit ist also herauszufinden, was es mit all den gruseligen Ereignissen auf sich hat. Sind wir bereits tot? Träumen wir? Oder sind wir gar vom Teufel besessen? Die Auflösung am Ende ist gelungen und unerwartet, leider wird aber nicht jede Frage zufriedenstellend beantwortet. Außerdem fühlt sich das Finale ein bisschen so an, als wären viele unserer im Verlauf der Geschichte getroffenen Entscheidungen zu einem gewissen Teil belanglos gewesen. Es gibt zwar wieder einige unterschiedliche Enden, aber der Twist am Ende bleibt immer gleich. So lässt uns das Spiel mit gemischten Gefühlen zurück, aber definitiv nicht gelangweilt - und wie viele Mitglieder unserer Gruppe überleben, obliegt auch wieder uns. Theoretisch können alle fünf Figuren ungeschoren davonkommen, ebenso auch auch alle von ihnen über den virtuellen Jordan wandern. Wie sehr einem das Dahinscheiden der Figuren zu Herzen geht, sei dahingestellt - wie schon in Man of Medan glänzen die Protagonisten nicht gerade, was Charisma und interessante Charakterzüge angeht. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen.

Hurra, hurra, der Kurator ist da

Obwohl der Kurator keinen direkten Einfluss auf die Geschichte hat, ist er doch mit Abstand der interessanteste Charakter. Quelle: PC Games Obwohl der Kurator keinen direkten Einfluss auf die Geschichte hat, ist er doch mit Abstand der interessanteste Charakter. Mit von der Partie ist dafür wieder der deutlich spannendere Kurator, den wir schon in Man of Medan kennenlernten. In einer stilvoll eingerichteten Bibliothek kommentiert und bewertet der mysteriöse Mann unsere Handlungen im Spiel. Falsche Entscheidungen schmerzen gleich noch mehr, wenn wir auf unsere Fehler hingewiesen werden, und Stolz macht sich in uns breit, wenn wir gelobt werden. Vereinzelt gibt uns der Westenträger auch in Rätsel verpackte Tipps mit auf den Weg, um so erfolgreich wie möglich das Abenteuer zu überstehen. Direkten Einfluss auf die Geschichte kann, oder besser gesagt darf der Kurator jedoch nicht nehmen. Was es genau mit ihm auf sich hat, wissen wir auch nach dem zweiten Spiel nicht, was aber nicht verwundert. Er wird ja auch in den kommenden Dark-Pictures-Episoden erneut als Bindeglied zwischen den Erzählungen herhalten. Die dritte und vierte Episode der Anthologie sind schon in Arbeit, es findet sich auch das eine oder andere Easter Egg mit Bezug auf die kommenden Spiele in Little Hope.

Nichts für Zartbesaitete

Little Hope ist wie sein Vorgänger ein absolutes Jumpscare-Fest. Wer das nicht leiden kann, der wird hier nicht glücklich. Gruseltechnisch ist Supermassives neuestes Spiel generell kein Zuckerschlecken. Der undurchsichtige Nebel, das verlassene Dorf und die unheimlichen Wälder sind zwar fast schon zu viele Horrorklischees auf einmal, aber diese oft genutzten Stilmittel sind eben nicht grundlos so häufig in Filmen und Spielen vertreten. Wenn wir uns dann noch in den Kopf rufen, dass die Salem-Hexenprozesse von 1692 grausame Realität sind, dann wissen wir, warum uns beim Spielen eine Gänsehaut kommt.
Achtung, in Little Hope erwarten euch Jumpscares hinter jeder Ecke! Quelle: PC Games Achtung, in Little Hope erwarten euch Jumpscares hinter jeder Ecke! Eine spielerische Herausforderung ist Little Hope genau wie Man of Medan aber nicht. Wir laufen durch meist schlauchige Umgebungen, schauen uns umliegende Objekte an und treffen Dialogentscheidungen. Die haben auch großen Einfluss, wenn schon nicht auf die Geschichte an sich, dann doch auf den direkten Spielverlauf. Manchmal hätten wir uns beim Testen aber noch mehr Antwortmöglichkeiten gewünscht, da uns immer wieder keine der Dialogoptionen zusagten. Wir können uns stets nämlich lediglich zwischen zwei Reaktionen entscheiden oder wahlweise gar nichts sagen.

In den Action-Passagen werden unsere Reflexe mit Quick-Time-Events auf die Probe gestellt. Da sich viele Spieler über diese sehr oft völlig unangekündigten Reaktionstests in Man of Medan beschwerten, erscheint in Little Hope nun zuvor immer ein kleines Warnsymbol. Das hilft zwar, nimmt diesen Momenten aber ein wenig die Spannung, da wir nicht mehr durchgehend mit verkrampften Händen und die nächste Überraschung erwartend vor dem Bildschirm sitzen müssen. Hingegen definitiv eine positive Änderung: Die Entwickler haben an der Laufgeschwindigkeit unserer Protagonisten gedreht. Die Charaktere sind zwar noch lange keine Sprinter, aber wenigstens sind sie nicht mehr ganz so lahmarschig wie im Vorgänger.

Technik, das Werkzeug Satans

Schauspieler Will Poulter überzeugt in seiner Rolle als Andrew genau wie seine Kollegen. Umso mehr ist es schade, dass die Rollen, die sie spielen, so lahm geschrieben wurden. Quelle: PC Games Schauspieler Will Poulter überzeugt in seiner Rolle als Andrew genau wie seine Kollegen. Umso mehr ist es schade, dass die Rollen, die sie spielen, so lahm geschrieben wurden. Auch technisch hat sich einiges getan. Wo Man of Medan nach wie vor mit Rucklern, Anzeigefehlern und Spielabstürzen zu kämpfen hat, ist Little Hope schon zu Release eine runde Sache. Die Laufanimation wirkt zwar noch etwas steif, aber darüber lässt sich hinwegsehen. Viel wichtiger ist die überarbeitete Steuerung. In Man of Medan gelang die Orientierung in dem engen Schiff vor allem aufgrund der festen Kameraperspektiven nämlich nicht immer ideal. Durch die etwas weitläufigeren Gebiete in Little Hope ist das nicht mehr ein ganz so großes Problem. Außerdem bewegen sich die Spielfiguren jetzt auch in die Richtung, in die der Analogstick gedrückt wird. Wenn wir im Vorgänger nach links lenken, läuft unser Charakter nämlich in die von ihm oder ihr aus linke Richtung und nicht zur linken Seite aus Sicht der Kamera. Die Anpassung im Nachfolger senkt den Frustpegel gewaltig.

Mithilfe von Motion Capture haben es auch wieder reale Schauspieler in die Dark Pictures Anthology geschafft, allen voran Will Poulter. Der 27-Jährige, aber auch alle seine Kolleginnen und Kollegen, leisten gute Arbeit - dass ihre Figuren ziemlich uninteressant sind, dafür können sie ja nichts. Das Spiel wurde auch deutsch synchronisiert. Wir raten jedoch wenn möglich zur Originalvertonung, da die Dialoge aus dem 17. Jahrhundert mit einem altertümlichen, englischen Dialekt viel stimmiger wirken.

Geteiltes Leid ist doppelter Spaß!

Diese Szene ist nur im Online-Koop-Modus spielbar. Einzelspielerfans haben da Pech gehabt, außer, sie haben vorbestellt und erhalten damit Zugriff auf den Curator's Cut. Quelle: PC Games Diese Szene ist nur im Online-Koop-Modus spielbar. Einzelspielerfans haben da Pech gehabt, außer, sie haben vorbestellt und erhalten damit Zugriff auf den Curator's Cut. Das Beste zum Schluss: Little Hope kann man nicht nur alleine genießen, sondern auch wie Man of Medan im Koop-Modus spielen. Entweder entscheiden wir uns für die Couch-Variante, bei der wir mit bis zu vier Freunden die Geschichte erleben können. Hier reichen wir den Controller einfach immer wieder weiter, während die anderen vier Mitspieler nur zugucken können. Das ist nett, aber doch reichlich belanglos. Oder wir spielen doch lieber den Online-Modus. Der ist eindeutig reizvoller, da wir hier mit einer anderen Person zusammen gleichzeitig an zwei verschiedenen Geräten zocken. Unsere Charaktere folgen hier nicht immer demselben Weg, weshalb sich auch einige Zwischensequenzen und Dialoge ergeben, die man im Solospiel nicht mitbekommt - außer, man erlebt das Abenteuer im sogenannten "Curator's Cut, der vorerst aber nur Vorbestellern zur Verfügung steht, und auch denen erst, wenn sie das Spiel einmal abgeschlossen haben. Als Standard-Käufer erhält man erst etwa drei Monate nach dem Release Zugriff auf diese Variante - wie schon in Man of Medan eine ziemlich dämliche und sehr Kunden-unfreundliche Entscheidung.

Als Online-Koop-Partner bekommt man diese alternativen Szenen aber eben auch so zu Gesicht. Wenn sich unsere Studentengruppe beispielsweise aufspaltet, bekommen wir im Einzelspieler nur die Erlebnisse einer der zwei Gruppen mit, während im Online-Multiplayer Spieler 2 aktiv die Mitglieder der zweiten Gruppe steuert.

Insgesamt wirkt Little Hope wie der ausgereiftere Bruder von Man of Medan mit weniger Rucklern, optimierten Quick-Time-Events und einer nicht ganz so hakeligen Steuerung. Ansonsten bleibt das Spiel dem Geist seines Vorgängers dank der gruseligen Atmosphäre, den böse gesetzten Jumpscares und der spannenden Story mit verschiedenen Enden treu. Idealerweise erlebt man den Gruseltrip definitiv mit einem Online-Freund, so oder so erwarten einen in Little Hope aber vier bis fünf kurzweilige Horrorstunden mit hohem Wiederspielwert.

Meinung

Wertung zu The Dark Pictures Anthology: Little Hope (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu The Dark Pictures Anthology: Little Hope (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu The Dark Pictures Anthology: Little Hope (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Wunderbar gruselige AtmosphäreSpannende GeschichteHoher WiederspielwertWeitere Szenen im Online-KoopKurator kommentiert Entscheidungen
Größtenteils unsympathische ProtagonistenEnde lässt einen mit offenen Fragen zurückAlleine kann man nicht alle Spielszenen sehenCurator's Cut nur für VorbestellerCouch-Koop eher langweilig
Fazit

Little Hope erfindet das Rad nicht neu, macht seinen Job aber trotzdem richtig gut!

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