The First Descendant im Test: Looterei, Schießerei, Ruckelei

Test Michael Grünwald
The First Descendant im Test: Looterei, Schießerei, Ruckelei
Quelle: Nexon

Mit The First Descendant steigt ein neuer Loot-Shooter in den Ring, um Destiny und Warframe anzugreifen. Richtig rund läuft der Versuch aber noch nicht.

Die teure Variante

Alternativ dazu besteht auch noch die Möglichkeit, die Geldbörse zu öffnen und ordentlich Kohle in The First Descendant zu investieren. Das ist kein Muss, aber für eine Einschätzung erwähnen wir es in unserem Test dennoch.

Die Transaktionen reichen von circa 7 Euro für einen normalen Charakter bis hin zu 100 Euro für eine Premium-Ultimate-Figur inklusive einiger Skins und Gadgets. Das sind klassische Pay-to-Win-Features, zumindest eben die stärkeren Ultimate-Varianten, die immer einen faden Beigeschmack mit sich bringen.

Das ist einer der Gründe, warum The First Descendant derzeit viel Gegenwind aus der Community entgegenbläst. Auf Steam steht der PvE-Shooter lediglich bei ausgeglichenen Rezensionen. Viele Spieler sind unzufrieden mit solchen Mechaniken, aber auch der aktuellen Performance, zu der wir später noch ausführlich kommen.

Die Nachfahren kämpfen gegen die Vulgus Quelle: Nexon

Spiel den gleichen Song nochmal

Zunächst einmal verlieren wir aber ein paar Worte zur Vielfalt und zum Aufbau der Missionen. Auch hier entdecken wir sehr schnell einige positive, aber auch negative Aspekte. Das Spiel leitet uns quer durch den Kontinent Ingris. Jedes Gebiet, das wir dabei besuchen, ist in mehrere Sektoren aufgeteilt, in denen wir drei bis vier Aufgaben erledigen sollen.

Haben wir das geschafft, bekommen wir meistens einen Bossgegner vorgesetzt und im Anschluss geht's ins nächste Areal. Die Missionen wiederholen sich dabei recht schnell - viel Abwechslung bietet The First Descendant also nicht.

Manche Herausforderungen lassen uns eine bestimmte Zahl an Feinden besiegen, in anderen sammeln wir Items und geben sie in Vorratsboxen ab und auch Ziele gilt es zwischendurch immer wieder zu zerstören.

Zu Beginn machen die Missionen noch Spaß, aber aufgrund fehlender Abwechslung nutzt sich das Design der Aufträge doch schnell ab. Zumindest die Bosskämpfe zwischendurch sind unterschiedlich aufgebaut.

Descendants bekämpfen einen riesigen Gegner Quelle: Nexon

Spawn mir das Lied vom Tod

Durch die anfliegenden Raumschiffe wissen wir außerdem, an welchen Orten ein Teil der nächsten Gegnerwelle spawnt. Es ist also einfach, bereits vorab dort hinzulaufen und mit einigen Fähigkeiten alle Feinde im Handumdrehen auszulöschen - und ja, das gilt sogar für die dicken Brocken.

Ein paar Nachfahren besitzen übermächtige Angriffe, wodurch viele Missionen zum Kinderspiel werden. Allgemein macht der normale Modus schon einen sehr einfachen Eindruck, benutzen wir beispielsweise eine bestimmte Elektro-Fähigkeit der Figur Bunny, wehren wir einen Ansturm in wenigen Sekunden ab.

Das Balancing sollte von den Entwicklern allgemein überarbeitet werden, denn selbst im Alleingang stoßen wir im ersten Drittel des Spiels auf keinerlei Herausforderungen. Einen erhöhten Schwierigkeitsgrad gibt's erst nach einmaligem Durchspielen oder in den Arenakämpfen gegen die Level-Endgegner.

Die wiederum sind im Solo-Run beinahe unbezwingbar und auch im weiteren Verlauf der Story zieht die Schwierigkeit zwischendurch immer wieder stark an - nur um beim nächsten Auftrag wieder deutlich leichter zu werden. Und das liegt nicht daran, dass wir ständig Loot finden und unsere Ausrüstung permanent verbessern, sondern eben an besagten Balancing-Problemen. Für einen kompletten Einzelspielerdurchlauf ist The First Descendant aus diesem Grund nicht geeignet.

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