The Legend of Bum-bo im Review: Ist das Bumbo-Prequel ein würdiger Nachfolger zu The Binding of Isaac?
Test
Super Meat Boy Forever lässt auf sich warten, dafür hat Edmund McMillen inzwischen mit The Legend of Bum-bo das Prequel zu The Binding of Isaac fertiggestellt. Und wir haben das Roguelike-Deckbuilding-Match-4-Spiel mit dem Pappkarton-Look getestet.
Edmund McMillen mag schwierige Spiele. Sei es Super Meat Boy, The Binding of Isaac oder The End is Nigh: Ohne Durchhaltevermögen und Konzentration seht ihr wohl bei keinem der genannten Spiele den (richtigen) Abspann. The Legend of Bum-bo schlägt in die gleiche Kerbe, statt blitzschneller Reaktionen und präziser Eingaben ist hier aber in erster Linie Taktik und Vorausdenken gefragt. Denn: Wie in klassischen Match-4-Spielen schiebt ihr in Kämpfen auf einem Pappkartonspielbrett Symbole umher, um Viererketten (und mehr) zu bilden, was euch mit Mana und somit Zaubern und Angriffen versorgt. The Legend of Bum-bo ist quasi eine Art Bejeweled mit Hardcore- anstatt Casual-Anspruch.
Schieben und gewinnen
Ja, auch The Legend of Bum-bo erfordert Frustresistenz. Hier glänzen keine Kacheln, um euch anzudeuten, wo ihr Ketten bilden könnt, ihr seid auf eure eigene Kombinationsgabe gestellt, manchmal hat man auch einfach Pech und die Anordnung der Kacheln ist maximal unpraktisch. Meist verfügt ihr aber über diverse Aktionen, die das Brett neu ordnen oder mit denen ihr Einfluss auf die Verteilung der Bildchen habt. Und es lohnt sich, beim Schieben auch die nächsten potentiellen Kombinationsmöglichkeiten zu berücksichtigen.
Quelle: Edmund McMillen
Auf dem Brett verschiebt ihr Reihen, um vier oder mehr gleiche Symbole aufzulösen. Rechts seht ihr eure Aktionen, Zauber und Trinkets, die ihr durch das so gewonnene Mana aktiviert.
Statt Symbole durch Antippen zu tauschen, verschiebt ihr die Reihen horizontal und vertikal. Im Durchschnitt stehen euch pro Runde zwei Bewegungen zur Verfügung, durch Auflösen bestimmter Kacheln oder den Einsatz von Items und Zaubern könnt ihr die Zahl jedoch erhöhen. Abhängig vom Charakter (es gibt mehrere Bumbos im Spiel, die ihr nach und nach freischaltet) ergeben sich diverse Taktik-Nuancen. Bumbo the Brave schlägt hart zu und hat von Anfang an drei Herzcontainer, Bumbo the Stout verfügt über einen mächtigen Zauber, hat aber nur zwei Herzen und so weiter.
Roguelike meets Casual
Ähnlich wie bei The Binding of Isaac dringt ihr immer tiefer in zufallsgenerierte Verliese ein, am Ende jeder Etage wartet ein Boss auf euch. Manch einen davon erkennen Fans von Isaac wieder, auch eine Menge Items tauchen erneut auf. Vorkenntnisse sind nicht per se erforderlich (anders als bei Isaac steht bei den Items und Zaubern genau da, welchen Effekt sie haben), aber natürlich freut es Fans des Roguelike, alte Bekannte wiederzutreffen und Lieblings-Items wie Brimstone erneut freizuschalten. In Sachen Umfang hinkt The Legend of Bum-bo zwar dem inzwischen unglaublich großen Item-, Level- und Effekt-Pool eines The Binding of Isaac hinterher, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Quelle: Edmund McMillen
Regelmäßig betretet ihr Schatzräume. Ihr müsst zwangsläufig eines der beiden Angebote nehmen, auch, wenn ihr eigentlich bereits ein gutes Set-Up habt. Ärgerlich!
Mach das Beste draus
Die Schwierigkeit in The Legend of Bum-bo ist, in unvorteilhaften Situationen zu erkennen, wie man das Beste herausholt - insofern ähnelt es den anderen Werken von McMillen stark. Allerdings ähnelt es auch, was die technische Umsetzung betrifft, den Vorgängerwerken, und das ist nicht positiv gemeint. Während unseres Tests gab es zwar einen großen Patch, der einige Probleme behob, doch auch danach hatten wir mit Abstürzen zu kämpfen. Immerhin gibt es jetzt die Möglichkeit, die Lautstärke zu regulieren! Ein paar Feinheiten bei den Mechaniken sollten ebenfalls überarbeitet werden, etwa wäre es fair, beide in Schatzräumen angebotenen Items auszuschlagen, wie es in den meisten Roguelike-Spielen (und bei Isaac) möglich ist.
Pappkamerad
The Legend of Bum-bo erstrahlt im Pappkarton- und Bastel-Look, ohne dabei so niedlich zu sein wie vergleichbare Nintendo-Spiele (Paper Mario, Yoshi's Crafted World). Nichtsdestotrotz ist die Grafik charmant. Wie üblich sehen die Gegner teils grotesk, teils auf ihre Art und Weise putzig aus, und typisch McMillen darf Toiletten-Humor nicht fehlen - wenn ihr vier oder mehr Kackhaufen auflöst, dient der Kot als Schutzschild gegen feindliche Angriffe. Kann man beschissen finden, oder scheiße lustig.
