Multiplayer. Ein geflügeltes Wort für viele Spieleserien im Jahre 2015. Manchmal Fluch, manchmal Segen, manchmal sogar Kaufgrund. Und doch gibt es bis heute Marken im Videospielsektor, die weitläufig als reine Singleplayer-Titel gesehen werden. Zu eben jener Gattung zählt mit Sicherheit auch The Legend of Zelda. Doch gerade auf den diversen Handheldgenerationen tobte sich Nintendo mit diversen Mehrspielerkonzepten wie Phantom Hourglass oder Spirit Tracks aus. Mit The Legend of Zelda TriForce Heroes steht uns am 23. Oktober knapp vier Monate nach Ankündigung auf der E3 das nächste Mehrspielerabenteuer ins Haus.
Die Lumpenprinzessin
The Legend of Zelda TriForce Heroes wirkt auf den ersten Blick keineswegs wie ein waschechtes Zelda. Schauplatz des Titels ist nämlich nicht Hyrule, sondern das Königreich Textilia. Wie der Name bereits verrät, geht es hier im jede Menge Stoff. Genauer gesagt um Kleidung in allen Facetten und Farben. Das Königreich Textilia rühmt sich schlicht und ergreifend damit, das Land zu sein, in dem die bestangezogensten Menschen ihren Alltag fristen. Die Schönsten unter ihnen ist ohne Zweifel Prinzessin Rüschlein. Märchenkenner vermuten richtig: Makellose Schönheit wurde noch nie von allen Beteiligten bedingungslos anerkannt und akzeptiert. Die Speerspitze der Schönheitsopposition stellt die Hexe des Lumpenlands dar. Diese schickt der Prinzessin eines Tages ein Packet ohne Absender in dem sich ein verfluchter Nebel versteckt und Rüschlein in einen potthässlichen, braunen Overall steckt, den sie sich fortan nicht mehr abstreifen kann. Bloß gut, dass eine Legende mutige Helden vorsieht, die diesen Bann zu brechen vermögen.
Alle drei zusammen
Quelle: Nintendo
Moment! Helden? Richtig gehört! Da das Lumpenland für einen Held allein viel zu gefährlich ist, muss ein eingespieltes Trio der Prinzessin zu altem Glanz verhelfen – ein waschechtes Multiplayer-Abenteuer eben. Dazu fährt Nintendo alle verfügbaren Standards des 3DS auf. Neben dem lokalen sowie online Multiplayer können auch per Download-Spiel befreundete 3DS-Besitzer zur Rettung hinzugezogen werden. Im Falle einer fehlenden Internetverbindung sowie abwesender Freunde kann auch "alleine" ins Lumpenland aufgebrochen werden. Dazu gesellen sich dann seelenlose Mitstreiter, welche von auf Knopfdruck mit Leben gefüllt werden können.
Im Alleingang werden die Missionen innerhalb der insgesamt 8 Areale des Lumpenlandes eine echte Herausforderung. Schließlich muss für drei Figuren gleichzeitig mitgedacht und geplant werden um Rätsel und Bossgegner zu überwinden. Der Vorteil: Seelenlose Körper nehmen bei gegnerischen Angriffen keinerlei Schaden. Praktisch, schließlich müssen sich alle drei Protagonisten eine Herzleiste teilen. Mit menschlichen Mitspielern liegt hier der Knackpunkt des Gameplays. Hier wird zwar deutlich öfter das virtuelle Zeitliche gesegnet, dafür ist die Spielgeschwindigkeit deutlich höher. Die Kommunikation untereinander funktioniert über vorgefertigte Kommandos auf dem Touchscreen. Das ist für die Basics ausreichend, stößt aber in den entscheidenden Feinheiten schnell an seine Grenzen.
Kleider machen Leute
Quelle: Nintendo
Das Gameplay fußt auf zwei Konstanten. Im Trio werden die in mehrere Dungeons eingeteilten Gebiete des Lumpenlandes in Angriff genommen. Zu Beginn werden die Zusatzwaffen verteilt, ein Schwert ist bei jedem Spieler im Standardrepertoire. Dabei handelt es sich um alte Bekannte wie Bumerang, Bomben sowie Wasser- oder Feuerstäbe. Anhand dieser Items werden die Schalter- und Schieberätsel ausgelegt. Am Ende eines jeden Gebiets steht ein obligatorischer Bosskampf an. Der Kniff im Teamwork: Die Spieler können sich zu einem Totem auf einander Stapeln. So können höhere Orte und Gegner besser erreicht werden. Für die monetären und materiellen Belohnungen ist jedoch jeder Spieler selbst verantwortlich. Während Herzen auf das gemeinsame Konto eingezahlt werden, sind die Rubine und Kisten Freiwild.
Die zweite Konstante stellen die vielen Kostüme des Spiels dar. Gegen Geld und entsprechende Items können wir uns im Kostümladen von Textilia neue Outfits schneidern lassen. Diese beinhalten in den meisten Fällen coole Boni wie verbesserte Angriffe, Resistenzen oder einen Retro-Effekt auf den Sound des Spiels. Vor dem Missionsantritt im Multiplayer können die erworbenen Kleider in Abstimmung mit den anderen Mitspielern angezogen und abgestimmt werden. So verbessert beispielsweise ein Spieler seinen Umgang mit dem Bogen während der zweite mit dem Bombenkostüm größere Sprengkörper zur Verfügung stellt.
Für einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad sorgen die Spezialmissionen. Diese können nach dem ersten Durchspielen eines Gebiets in Angriff genommen werden. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Modifikationen der bekannten Level durch abgeänderte Umstände. Über ein Zeitlimit, verringerte Lebensenergie, Dunkelheit oder einen Ball, der durch das Level geschliffen werden muss, gehen die Herausforderungen nicht hinaus.Typisch Zelda
Quelle: Nintendo
Auf technischer Ebene überzeugt TriForce Heroes in gewohnter Zelda-Manier. Die Level versprühen den typischen Handheld-Charme, der auch schon A Link between Worlds zu einem absoluten Brett für den 3DS machte. Die Umgebungen des Lumpenlands sind angenehm vielschichtig und bieten genügend Abwechslung um auch länger an den kleinen Bildschirm zu fesseln. Auf die Ohren gibt es auch wieder hochqualitative Töne, die sich nicht nur gut der Situation anpassen sondern auch gerne mal ins Ohr zecken.
Kritik gibt es in technischer Hinsicht lediglich am Online-Modus. Während unserer Testphase kam es des Öfteren zu heftigen Rucklern, die den guten Spielfluss manchmal stark beeinflussten.
