The Order: 1886: Schaurig-schönes Actionspiel auf der E3 angespielt

Special Simon Fistrich
The Order 1886: Super Optik, gruseliger Atmosphäre, macht Lust auf mehr! (8)
Quelle: Sony

The Order 1886 ist einer der herausragenden Spiele der Sony-Pressekonferenz kurz vor der E3 2014. Grund genug, den Kampf gegen die seltsame Bestie aus der E3-Gameplay-Demo nochmal unter die Lupe zu nehmen und selbst Hand anzulegen.

The Order 1886 ist einer der Titel, welche die technischen Fähigkeiten der PS4 wunderbar zur Schau stellen – das Grusel-Actionspiel sieht tatsächlich eher nach Film als Spiel aus. "Seamless", also stufenlos soll der Übergang von Zwischensequenz zu Spiel sein, wie die Entwickler von Ready at Dawn erläutern. Und das ist den beiden auch gelungen: Wie man bereits im Gameplay-Trailer auf der Sony-Pressekonferenz sehen konnte, fügen sich die Zwischensequenzen nahtlos ins Spiel ein, während Held Sir Galahad durch das gruselige London Hospital auf die finstere Bestie trifft – einen so genannten "Elder", einen der stärkeren Gegner in The Order 1886. Der Kampf ist stark gescriptet und es gibt jede Menge Quicktime-Events.

The Order 1886: Super Optik, gruseliger Atmosphäre, macht Lust auf mehr! (1) Quelle: Sony The Order 1886: Super Optik, gruseliger Atmosphäre, macht Lust auf mehr! (1) Optisch sieht The Order 1886 auch auf den zweiten Blick brillant aus. Wenn Galahad sich verletzt, bildet sich an der jeweiligen Stelle auf seinem Mantel ein Blutfleck. Nahezu jedes Objekt in der Spielwelt reagiert auf Physik: Winzige Medizinfläschchen zerplatzen einzeln, herumhängende Kleidungsstücke blähen sich im Wind auf, Lichteffekte und überhaupt alle Grafikelemente sind allererste Sahne. Das gilt auch für die Sounduntermalung – die Atmosphäre schlägt auch ein Bloodborne, das andere große Gruselspiel für die PS4.

Wie tief man übrigens in die Hintergrundgeschichte von The Order 1886 eintauchen möchte, bleibt einem selbst überlassen. In der Demo hört Galahad auf einem alten Grammophon in einem vergammelten Operationsaal die Aufnahme einer Obduktion. Den gruseligen Monolog des Arztes kann man getrost überspringen, verpasst dann aber vielleicht Aha-Momente im späteren Spiel, die Bezug auf die Geschehnisse nehmen, von denen der Doktor fabuliert. Anderes Beispiel: In einer Gummizelle hockt ein zurückgelassener Irrer in einer Ecke und murmelt vor sich hin. In solchem Gestammel können sich weitere Hinweise zur Story verbergen. Auch das Black Water, das schwarze Wasser, das Galahad in regelmäßigen Abständen für Lebenskraft verköstigt, soll eine tiefe Bedeutung haben, schließlich haben nur die Ritter der Tafelrunde darauf Zugriff.

The Order 1886: Super Optik, gruseliger Atmosphäre, macht Lust auf mehr! (7) Quelle: Sony The Order 1886: Super Optik, gruseliger Atmosphäre, macht Lust auf mehr! (7) Die Präsentation ist nach kurzer Zeit zu Ende, aber auch der Level zum Anspielen lässt noch Frage offen. Hier ist Galahad mit einer Waffe ausgerüstet, die Explosionsgeschosse abfeuert. The Order 1886 spielt sich hier wie ein stinknormales Third-Person-Actionspiel mit Deckungsmechanik. Und obwohl das Leveldesign etwas offener wirkt als im dunklen Krankenhaus, wirkt alles doch sehr linear. Was ja nichts schlechtes heißen muss. Ich habe auf alle Fälle mächtig Lust bekommen, The Order 1886 weiterzuspielen – am liebsten auf einem möglichst großen Monitor mit fetten Boxen, damit die Atmosphäre richtig wirkt. Ich finde die Welt spannend, die Atmosphäre packt mich. Und da hier ehemalige Naughty-Dog- und Blizzard-Entwickler am Werke sind, glaube ich nicht daran, am Ende enttäuscht zu werden. Am 21. Februar 2015 weiß ich mehr.

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